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Rekord-Spenden
05. August 2010 19:29; Akt: 05.08.2010 22:05 Print
So einfach wäre die Schweiz ihre Sorgen los
von Elisabeth Rizzi - 40 US-Milliardäre spenden die Hälfte ihres Vermögens. Würden die 300 reichsten Schweizer auch so viel Spenden, wären viele Probleme des Landes gelöst.
Microsoft-Gründer Bill Gates und der Grossinvestor Warren Buffet haben mit ihrer Wohltätigkeits-Kampagne einen Grosserfolg: Bereits 40 US-Milliardäre haben bis zu dieser Woche das Versprechen unterzeichnet, mindestens die Hälfte ihres Vermögens für wohltätige Zwecke zu verwenden.
(Bild: Keystone)
Würden die 300 reichsten Schweizerinnen und Schweizer ebenfalls die Hälfte ihres Vermögens der Allgemeinheit zur Verfügung stellen, dann wären mit einem Schlag alle Finanzprobleme des Landes gelöst. Gemeinsam besitzen die vermögendsten Eidgenossen rund 400 Milliarden Franken. Mit 200 Milliarden Franken liesse sich beispielsweise sowohl das aufgelaufene Defizit der Invalidenversicherung von 12,8 Milliarden Franken, wie auch die Unterdeckung der beruflichen Vorsorge von 65 Milliarden Franken locker stopfen. Und sogar eine zweite Gotthardröhre könnte gebaut werden. Laut SVP-Nationalrat Ulrich Giedendanner wären die Kosten vergleichbar mit jenen für die Neat. Das heisst: Es müssten nochmals mickrige 20 bis 30 Milliarden Franken aufgeworfen werden.
Klingt gut. Aber hätte der Staat nicht mehr davon, wenn die Reichen ordentlich wie die normalen Bürger Steuern zahlen würden? Zumindest in der Schweiz wohl nicht. Das zeigt eine Berechnung am Beispiel des Kantons Zürich. Bei einer einprozentigen Vermögensverzinsung während dreissig Jahren, einer Einkommenssteuer von 40 Prozent auf die Vermögenserträge (in diesem Fall von der einprozentigen Verzinsung) und einer Vermögenssteuer von 0,66 Prozent, würde bloss eine Steuersumme von knapp 122 Milliarden Franken herausschauen; also wesentlich weniger als die 200 Milliarden Franken Spenden.
„Zudem gilt zu bedenken, dass Steuern nicht unbedingt sinnvoller sind als Spenden“, sagt Bruno S. Frey, Glücksforscher und Professor am Institute for Empirical Research in Economics der Universität Zürich. „Ein grosser Teil der Staatseinnahmen wird schliesslich für sinnlose Dinge verschleudert, in den USA beispielsweise für den Krieg in Afghanistan“, so der Experte. Viele Stiftungen würden hingegen heute die Verwendung ihrer Mittel sorgfältig planen und die Gelder effizient einsetzen.
Steuern wären nicht besser
„Abgesehen davon ist es eigentlich egal, ob das Geld über Steuern oder Spenden an die Allgemeinheit gelangt. Die Geste der US-Milliardäre sollte ein Vorbild für die Reichen in anderen Ländern sein“, findet Frey. Immerhin dürften die 40 Superreichen mehr von der Spende haben als wenn sie dieses Geld versteuert hätten. „Geld schenken macht Menschen ebenso glücklich, wie Freiwilligenarbeit“, sagt Frey.




























