Anti-Benimmregeln

12. Dezember 2017 05:43; Akt: 12.12.2017 05:43 Print

So fliegen Sie garantiert aus dem Flugzeug

von Isabel Strassheim - In der Luft gelten klare Benimmregeln, egal ob für Alkohol oder Anmache. Wie weit muss man gehen, um aus dem Flugzeug geworfen zu werden?

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Vom Sicherheitspersonal aus dem Flugzeug bugsiert: Ein Passagier wird im April 2017 in Chicago in Gewahrsam genommen. Viele Fluggesellschaften setzen auch Air-Marshalls ein. Ob und auf welchen Flügen auch die Swiss diese speziellen Sicherheitskräfte an Bord einsetzt, macht die Airline keine Angaben. Aus Sicherheitsgründen. Eine Airline aus Hongkong soll ihr Kabinenpersonal in Kung Fu ausbilden. Einer Kampftechnik, die auch auf engem Raum angewendet werden kann. Wenn der Flugbegleiter nur noch ein halbes Glas Wein einschenkt, ist das ein klares Zeichen, dass Sie schon zu viel intus haben. Und eine potenzielle Gefahr darstellen. Für die Einschätzung, wann es mit dem Alkohol für den einzelnen Passagier genug ist, hat der Internationale Luftverkehrsverband ein Ampelsystem entwickelt. Bei gelb stoppen die Flugbegleiter den Ausschank. Ein Trick, um angetrunkene Passagiere abzulenken, ist, ihnen einen kleinen Extra-Snack zu servieren. Aus der mitgebrachten Flasche einen Schluck Alkohol nehmen, ist im Flugzeug verboten. Auch wenn er vor dem Abflug im Duty-free-Shop gekauft wurde und griffbereit in der Tüte zur Hand ist. Egal, ob in der Economyclass ... ... der Business Class oder ... ... der First Class: Für alle Passagiere gelten dieselben Benimmregeln. Beleidigungen gegen das Flugpersonal werden genauso verwarnt wie Unflätigkeiten gegen Mitpassagiere. Wer sich nicht an die Sicherheitsanweisungen der Flugbegleiter hält, kassiert sofort eine schriftliche Verwarnung. Nur auf dem Flughafen ist das Rauchen noch erlaubt: Ausfallendes Benehmen im Flugzeug hat oft auch mit dem Rauchverbot zu tun. Wer im Flugzeut zur Zigarette greift, erhält sofort eine schriftlich Verwarnung. Das absolute Weisungsrecht für Massnahmen gegen renitente Passagiere liegt beim Piloten. Eine Schweizerin wollte am Samstagabend, 9. Dezember 2017, von Moskau nach Zürich fliegen. Weil ihr aber irgendwann während des Fluges der Champagner verweigert wurde, begann sie zu randalieren. Der Pilot der A320 entschloss sich, in Stuttgart zwischenzulanden. Die 44-Jährige musste eine Sicherheitsleistung bezahlen und durfte nicht mehr weiterfliegen. (Archivbild Flughafen Stuttgart)

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Am Wochenende musste eine Swiss-Maschine auf dem Flug von Moskau nach Zürich wegen einer ausgerasteten Passagierin zwischenlanden. Die Frau randalierte, weil sie keinen Champagner mehr bekam. Renitente Passagiere gibt es viele: In diesem Jahr gingen beim Bundesamt für Zivilluftfahrt bis Oktober 684 Meldungen ein, 2016 waren es 755. Doch wie weit müssen Sie gehen, damit es zu einer Zwischenlandung kommt und Sie aus dem Flugzeug geworfen werden?

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Haben auch Sie sich im Flugzeug schon einmal daneben benommen?

- Zum langsamen Aufwärmen am besten mit einer Provokation der Stufe 1 beginnen und die Sicherheitsregeln ignorieren, indem Sie mitten beim Starten das Laptop einschalten. Das ist der sicherste Weg, um sogleich eine schriftliche Verwarnung zu kassieren (die Airline Swiss hält diese in acht Sprachen bereit). Gut hierfür eignet sich auch das Rauchen auf der Toilette oder direkt am Platz. Egal, ob Sie in der Economy, Business oder First Class sitzen, dafür gibt es kein Pardon: «Wir unterscheiden bei der Sicherheit an Bord nicht bezüglich Reiseklassen», sagt Swiss-Sprecherin Karin Müller zu 20 Minuten.

Das gilt auch beim Alkohol. Nehmen Sie einen Schluck aus der im Duty-free-Shop gekauften Whiskyflasche aus der Plastiktüte, können Sie sicher sein, dass sofort die Flugbegleiter zu Ihnen durch den Gang stürzen. «Selbst mitgebrachter Alkohol darf nicht getrunken werden, weil wir dann keine Kontrolle über die Menge mehr haben», sagt Denny Manimanakis, Präsident der Gewerkschaft des Kabinenpersonals (Kapers).

Sie können die Sache aber auch ruhiger angehen und sich an Bord einen Whisky bestellen. Und zwar jedes Mal, wenn die Flugbegleiter vorbeikommen: «Noch ein Glas, bitte.» Wenn Sie dann schon lauter reden und lachen, leuchtet beim Kabinenpersonal die gelbe Ampel. Laut dem Handbuch des Internationalen Luftfahrtverbands IATA soll dann die Zufuhr langsam, aber sicher gestoppt werden. «Das ist immer sehr, sehr heikel», sagt Manimanakis. Vielleicht servieren die Flugbegleiter dann nur ein halbes Glas oder einen Snack und Wasser. Oder sie vergessen die Bestellung. Zu den drei generell häufigsten Meldegründen beim Bazl zu renitenten Fluggästen gehören Alkohol/Drogen, Rauchen oder Beschimpfung.

- Wollen Sie an Ihrem Rauswurf weiterarbeiten, wird es Zeit, einen Gang höherzuschalten. Und verbale Attacken, also Beleidigungen jeglicher Art, einzusetzen. Egal, ob gegen das Kabinenpersonal oder andere Passagiere: Für Fluchen, Streiten, Herumschreien gibt es schon ziemlich sicher einen schriftlichen Warnhinweis, der auf die Konsequenzen hinweist, wenn Sie damit weitermachen.

- Die letzte Stufe ist körperliche Gewalt, egal, ob gegen Personal, Passagiere oder Sachen (zu der auch das Flugzeug selbst zählt). In diesem Fall erwartet Sie die Polizei bei der Ankunft. Sind Sie gar nicht zu beruhigen, warten Fesseln auf Sie: «Zwangsjacken befinden sich keine an Bord. Handschellen aus Kabelbindern sind verfügbar, kommen aber äusserst selten zum Einsatz», sagt Swiss-Sprecherin Müller. Das absolute Weisungsrecht hierfür liege beim Kapitän.

Für eine Zwischenlandung und den Rauswurf reicht es aber nur, wenn Sie dann erst recht ausflippen. Und zum Beispiel gefesselt am Platz das ganze Flugzeug zusammenschreien. «Wenn die Reise für die restlichen Passagiere nicht mehr durchführbar oder die Flugsicherheit gefährdet ist, dann bleibt nur die Zwischenlandung», sagt Manimanakis.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sandra am 12.12.2017 06:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weg mit solchen Leuten

    Hohe Bussen, Flugverbot und ein paar Tage Gefaengnis waeren da angebracht. Da koennte man es sich ja dann zuvor ueberlegen ob man sich anstaendig benehmen will oder nicht.

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  • Ruth am 12.12.2017 06:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einfach Zuhause bleiben

    Solche Leute sollen doch ganz einfach Zuhause bleiben den die sind jedem normalen Menschen nur ein Stein im Weg un untragbar.

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  • Daniel Düsentrieb am 12.12.2017 06:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Anstand und Rücksicht oft ein Fremdwort

    Ich bin vor wenigen Tagen aus Miami zurückgeflogen; viele Gäste gehörten Besucher der weltbekannter Art Basel Miami an (Kunstschaffende und noch mehr Kunsthändler. Eigentlich eine Clientel von welcher man anständiges Verhalten und Respekt erwarten dürfte... Bei so einigen sind solche Eigenschaften sachte ausgedrückt ein Fremdwort! Und dies ist kein Einzelfall! Traurig aber wahr!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Urs am 13.12.2017 12:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tipps und Tricks

    Tankt einfach in der bye bye-Bar kräftig vor und an Bord haltet den Mund erst mal geschlossen, damit man die Fahne nicht gleich riecht. Den Nachschub dann schön brav langsam trinken. So werden die Flugbegleiter nicht misstrauisch und stoppen dann auch nicht so schnell mit der Alkohol-Zufuhr. Mit diesem Trick bekomm ich so regelmässig auch an Bord Alk bis zum Abwinken. Prost!

  • petipierre am 13.12.2017 10:43 Report Diesen Beitrag melden

    Moskau - Zürich HB

    Mit dem Zug ist das in etwa 40h machbar. Es ist Zeit für direkte Wagen (die es schon eimal gab) mit Samowar und mitgebrachtem Wodka und Champagner à discretion.

  • Undertaker am 12.12.2017 23:43 Report Diesen Beitrag melden

    Oh mann

    Wenn ich hier wieder Lese Alkohol sollte man Verbieten im Flugzeug. Dann Frage ich mich nur eines, habt ihr keine anderen Probleme? Klar, das es solche gibt die es Masslos übertreiben im Fligzeug gibt es leider immer wieder. Aber gleich alle mit einem Verbot Strafen nur weil einer nicht weiss wann Schluss ist. Ist auch nicht gerade Fair gegenüber denen die gerne zum Essen ein Glas Rotwein Bier oder sonst etwas möchten!

  • Ueberlegenheitstrinker am 12.12.2017 22:52 Report Diesen Beitrag melden

    Wer Alkoholische Getränke serviert ist..

    Im Flugzeug sollte nur Wasser serviert werden. Wer Alkoholische Getränke serviert ist schuld an den Problemen die es dann gibt. Die Fluggesellschaften sollten die Zwischenlandungskosten gefälligst selber zahlen.

    • Elisabeth am 13.12.2017 09:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ueberlegenheitstrinker

      Zum Glück ist der größte Teil der Passagiere Anständig und Vernünftig,aber Alkohol verbieten finde ich daneben, sonst müsste man den Alkohol auch sonst verbieten auch da gibt es Leute die Betrunken Auto fahren.

    • Flugbegleiter am 13.12.2017 15:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ueberlegenheitstrinker

      die wohl bescheuertste Aussage die ich je gehört habe, was wenn jemand trotzdem heimlich Alkohol rein schmuggelt und diesen dann trinkt? vorallem wissen 99% der Passagiere wo die Grenzen liegen und wie sie sich zu benehmen haben. Warum muss man sich eigentlich genau im Flieger betrinken? hat weder musik noch partystimmung, versteh ich nicht

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  • beine am 12.12.2017 19:36 Report Diesen Beitrag melden

    Knatschig

    ja bei Sex im Flieger der Flug war nur 4 Stunden !da bin ich auch Knatschig geworden !