CV Parsing

15. November 2016 05:50; Akt: 15.11.2016 05:50 Print

So überlisten Sie den Bewerbungs-Roboter

von V. Blank - Viele Job-Kandidaten werden von den Firmen mittels einer Software ausgesiebt. Doch es gibt Tricks, wie man es am digitalen Personaler vorbeischafft.

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Anstelle eines echten Menschen übernimmt eine Software die Vorselektion von Job-Bewerbern – diese Methode verbreitet sich auch in der Schweiz.

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Was halten Sie von der Software, die Bewerber aussortiert?
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Insgesamt 2358 Teilnehmer

Die Meinungen der 20-Minuten-Leser über das sogenannte CV Parsing – also die Analyse von Lebensläufen durch den Roboter – sind gespalten. «Hier zeigt sich wieder mal in aller Deutlichkeit, dass nicht wie früher Menschen für eine Arbeit gesucht werden, sondern einfach nur Arbeitskräfte», schreibt ein Kommentator. Ein anderer Leser hingegen sieht auch positive Seiten: «Der Vorteil an einem Computer ist, dass er nicht nach Hautfarbe oder Attraktivität des Bewerbers entscheidet.»

Das hat der Bewerbungsroboter gern ...

Ob man die Technologie nun befürwortet oder nicht: Es gibt zumindest einige Kniffe, wie man seine Bewerbungsunterlagen roboterfreundlich macht – und seine Chancen auf den Traumjob erhöht:

Traditionelle Schriftarten verwenden, die für die Software gut leserlich sind: Arial, Times, Verdana, Tahoma.

Mehrseitige Lebensläufe sind kein Tabu mehr – dem Roboter ist die Länge egal. Ein umfangreicherer Lebenslauf kann die Chancen auf den Job sogar erhöhen.

• Da die Software systematisch nach Schlüsselwörtern sucht, ist es empfehlenswert, solche zu verwenden – beispielsweise Begriffe aus der Stellenausschreibung oder Schlüsselwörter, die für Branche und Beruf typisch sind.

• Noch wichtiger als bei normalen Bewerbungen ist die Rechtschreibung. Ein Personalverantwortlicher drückt bei Fehlern vielleicht noch ein Auge zu, der Roboter kann fehlerhafte Wörter im schlimmsten Fall gar nicht lesen.

Kontaktinformationen zuoberst: Name, Adresse und E-Mail gehören ganz nach oben aufs Dokument.

• Grundsätzlich mag der Roboter alles im Telegrammstil – etwa Aufzählungen. Darum macht sich eine Liste mit Aufzählungszeichen gut, in der die Qualifikationen kurz aufgelistet sind. Sie sollten auch Angaben zum ehemaligen Arbeitgeber enthalten, die Position und den Zeitraum der Anstellung.

... und das nicht

Währenddessen gibt es auch einige Don'ts, die besser zu vermeiden sind:

Keine PDFs hochladen – die Software kann diese oft gar nicht lesen. Zu bevorzugen ist das gute alte Doc-Format.

• Auch kreative Spielereien nützen bei Applicant-Tracking-Systemen herzlich wenig. Also keine extravaganten Formatierungen, Grafiken, Bilder oder Logos verwenden.

Bewerbungsfloskeln wie «dynamisch» «belastbar», «teamfähig» oder «motiviert» machen beim Bewerbungs-Roboter keinen Eindruck.

• Mit Abkürzungen kann die Software meist nicht viel anfangen. Seine Titel und Job-Bezeichnungen sollte der Bewerber darum besser ausschreiben.


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Heiri am 14.11.2016 10:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mehrere Hundert Bewerbungen?

    Ich denke, in der Schweiz fehlen Fachkräfte

    einklappen einklappen
  • afedial am 14.11.2016 10:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich traue dem nicht...

    Ich bin immer noch der Meinung, dass kein Roboter der Welt ein persönliches Gespräch mit dem Bewerber ersetzen kann! Erst hier kann man beurteilen, wie er reagiert und ob er dafür tatsächlich geeignet ist. Die Zeit sollte man sich nehmen. Denn es geht hier um die Zukunft eines Menschen!

    einklappen einklappen
  • Steff am 14.11.2016 10:24 Report Diesen Beitrag melden

    Aufwand

    Also dann einfach unmengen an Schlagwörter in die Bewerbung packen... sehr intelligent und verringert sicher den Aufwand des HR.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Marcel am 29.11.2016 15:20 Report Diesen Beitrag melden

    Kein PDF???

    Heutzutage eine Bewerbung als Word versenden ist absolut Gottsträflich. Es kursieren extrem viele Virenmails mit Kryptolocker drin, welche als Bewerbung getarnt sind und ein Word im Anhang haben. Es gibt viele Firmen, die Bewerbungsmails mit Word-Dateien im Anhang direkt löschen. Bitte korrigiert euren Bericht.

  • Tinu am 16.11.2016 02:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    PDF ist kein Problem, im Gegenteil!

    Also wenn so eine Software keine PDF's lesen könnte, dann wäre sie so gut wie nicht zu gebrauchen. Wer schreibt denn so was hier rein? Wer Doc's einreicht wirkt unprofessionell. Besser: Direkt aus Word oder halt einer besseren Software als PDF abspeichern. Jaaa Word kann das auch!

  • c.g. am 16.11.2016 00:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    was ist tatsächlich richtig/falsch?!

    selber arbeitslos und am bewerbungen schreiben, weiss ich langsam nicht mehr was nun bei einer bewerbung inhaltlich tatsächlich gültig ist?! es gibt soviele unterschiedliche meinungen und geschmäcker... wenn absagen kommen, tönt es eh immer gleich! ... viele bewerbungen und jmd passenderes für die stelle gefunden, tja! schwieriges thema ...

  • Jösu am 15.11.2016 18:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Well done...

    Also anders gesagt macht dieser Roboter sein Job?! Man lernt doch in der Schule, wie man sich bewirbt!

  • Guschti am 15.11.2016 17:12 Report Diesen Beitrag melden

    kein PDF?

    PDF wird in der Regel vorgeschrieben und ist auch für die Software kein Problem. Dazu ist es nur nötig, das Dokument nicht als "Bild" zu erstellen. Testen kann man das in dem man das Dokument im Reader öffnet. Lassen sich Textpassagen mit dem Auswahlwerkzeug anzeichnen, versteht auch die Software den Text.