En Guete!

24. November 2012 12:51; Akt: 24.11.2012 12:51 Print

So viel Fleisch landet bei Ihnen auf dem Teller

von Alex Hämmerli - Ob Fondue Chinoise, Cervelat, Hamburger oder Filet Mignon: Die Schweizer mögen eine ordentliche Portion Fleisch. Der Fleischkonsum hat aber seine Tücken.

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Der Fleischkonsum unterscheidet sich von Land zu Land enorm. Die Schweizer sind diesbezüglich ziemlich zurückhaltend. Mit einem jährlichen Pro-Kopf-Konsum von knapp 54 Kilogramm landen sie auf dem 42. Rang von 177 Ländern. In anderen Industrieländern wird deutlich mehr Fleisch gegessen. Raten Sie mal, in welchem Land der Konsum am grössten ist nein, die Vereinigten Staaten sind es nicht. Diese kommen mit beinahe 123 Kilo pro Person und Jahr lediglich auf den zweiten Platz. Die fleischige Krone können sich die Luxemburger aufsetzen. Sie assen im Jahr 2007 schier unfassbare 137 Kilo Fleisch. Im Bild sehen Sie die diesjährigen Hochzeitsfeierlichkeiten von Gräfin Stephanie de Lannoy und Prinz Guillaume. Nummer 3 der Fleischliebhaber sind die Australier, die 2007 122,7 Kilo Beef, Känguru, Krokodil & Co. verschlungen haben. Auf ihren Fersen: Die Neuseeländer mit fast 117 Kilo. Rang Nummer fünf sicherten sich die Spanier mit rund 111,5 Kilo. Jamón! Äh Olé! Schon deutlich abgeschlagen auf Platz 16 landen die Italiener (91,5 Kilo). Für einen Pizza-Belag braucht es aber auch nicht Unmengen an Prosciutto Die Gourmands aus Frankreich hieven das Land immerhin auf Platz 19. Pro Kopf und Jahr kommen sie auf knapp 89 Kilo. Und die Deutschen? Dank Currywurst, Thüringer Rauchwurst, Jumbo-Schnitzel und Döner sind sie uns mit durchschnittlich fast 88 Kilo immer noch um Längen voraus. Platz 20. Stark aufgeholt haben in den vergangenen Jahren die Chinesen: Sie assen 2007 53,5 Kilo Fleisch. Das bedeutet Platz 67. Und die Schlusslichter? Klar: Die Inder. Da dort fast jeder Vegetarier ist, kommen sie im Schnitt auf bloss 3,3 Kilo Fleisch im Jahr. Fast genauso wenig Fleisch essen die Einwohner Bangladeshs (3,6 Kilo) und der Demokratischen Republik Kongo (4,6 Kilo). Und hier noch die globale Übersicht, auf der der ungleiche Fleisch-Konsum besonders augenscheinlich ist. Grafik: Chartsbin.com

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Für viele Schweizer gehört das Fondue Chinoise zum Weihnachtsfest wie die Kerzen am Weihnachtsbaum. Gefragt ist im Dezember auch das Filet im Teig. In seiner Edelversion als Filet Wellington mit Gänseleber ist das Filet im Teig auch in der Romandie sehr beliebt. Daneben kommen traditionell Austern oder ein gefüllter Truthahn auf den Festtagstisch.

Umfrage
Sollten wir weniger Fleisch essen?
59 %
32 %
9 %
Insgesamt 5307 Teilnehmer

Auch durchs Jahr ist der helvetische Hunger auf Fleisch beträchtlich: Fast 54 Kilo verzehren die Schweizer pro Kopf und Jahr – Kinder und Rentner mit eingeschlossen. Das macht mehr als ein Kilo pro Woche. Mit Abstand am beliebtesten ist dabei Schweinefleisch, gefolgt vom Rind und Geflügel, wie die neusten Zahlen des Fleischverbands Proviande zeigen (siehe Balkengrafik). Das meiste Fleisch stammt aus einheimischer Produktion. Am grössten ist der Importanteil beim Geflügel mit 49 Prozent, wobei rund 20 Prozent aus Deutschland stammen. Beim Rindfleisch (16%), Schweinefleisch (5%) und Kalbfleisch (3%) ist der Auslandanteil dagegen nur gering.

Die fleischige Krone geht an…

Der Schweizer ist pro Jahr also so viel Fleisch, wie es ein 73,7 Kilogramm schweres Tier abwerfen würde (Lebendgewicht). Das klingt nach viel, doch die Schweizer erweisen sich im Internationalen Vergleich als geradezu zurückhaltend, insbesondere in Relation zu anderen westlichen Ländern. Im Land der passioniertesten Fleischesser kommt die Bevölkerung auf sage und schreibe 136,73 Kilo! In der Bildstrecke erfahren Sie, wer sich die fleischige Krone aufsetzen kann – und wer sich weltweit am meisten zurückhält.

Weltweiter Konsum nimmt rasant zu

Schaut man sich den weltweiten Fleischverzehr genauer an, dann wird klar, dass dieser mit dem wachsenden Wohlstand in den Schwellenländern rasant angestiegen ist: Im Jahr 1950 lag der Pro-Kopf-Konsum noch bei 17 Kilogramm, wie Zahlen der Food and Agriculture Organization der Vereinigten Nationen (FAO) zeigen. Im Jahr 1990 waren es mit 32 Kilo fast doppelt so viel. Und im Jahr 2009 wiesen die Experten bereits einen weltweiten Fleischkonsum von 42 Kilo pro Person aus.

Für die Herstellung der Milliarden von Tonnen Fleisch sind entsprechend enorme Ressourcen notwendig. Laut FAO-Erhebungen wurden 2008 36 Prozent des weltweiten Getreideanbaus für Futtermittel verwendet. Pro Kilo Rindfleisch braucht es zudem über 16 000 Liter Wasser. Die Fleischproduktion soll für 18 Prozent der weltweiten Treibhausgas-Emissionen verantwortlich sein. Und die Massentierhaltung wird für 50 Prozent der Wasserverschmutzung in Europa verantwortlich gemacht.

Antibiotika für die Massen

Damit die Tiere in der Massenhaltung nicht massenhaft erkranken, werden ihnen auch immer mehr Antibiotika ins Futter gemischt oder direkt gespritzt. Laut Zahlen des deutschen Bundeslands Nordrhein Westfalen wurden in Deutschland 2011 1734 Tonnen Antibiotika an Tiere verabreicht. 2005 waren es noch 784 Tonnen. Dies könnte sich zunehmend zur Gefahr für Menschen entwickeln, denn durch den Verzehr von antibiotika-haltigem Fleisch können sich Resistenzen entwickeln. Ein Kassensturz-Beitrag vom März dieses Jahres geht näher auf die Thematik ein. Für den Beitrag wurde Geflügel auf antibiotika-resistente Keime getestet. Das Resultat: 6 von 10 der deutschen Geflügel-Proben und 3 von 10 der Schweizer Proben wiesen resistente Keime auf.

Der Ausweg aus dem Verschmutzungs-, Treibhausgas-, Wasser- und Antibiotika-Dilemma? Man mag versucht sein zu sagen: «Kein Fleisch mehr essen». Bei der FAO aber winkt man ab: Fleisch sei wichtiger Teil einer ausgewogenen Ernährung – es enthalte wertvolle Nährstoffe, die gesundheitsfördernd seien.

Doch weniger würde es womöglich auch tun: Laut der FAO wären 10 Kilo Fleisch pro Person im Jahr ausreichend. Würden die Schweizer zudem nur schon auf eine Fleischmahlzeit pro Woche verzichten, könnte der jährliche CO2-Ausstoss um 1,55 Millionen Tonnen gesenkt werden. Das entspricht der CO2-Menge, die der gesamte Schweizer Strassenverkehr in zwei Monaten produziert.

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Ausgewählte Leser-Kommentare

Früher war eine Mahlzeit ohne Fleisch für uns unvorstellbar, im Durchschnitt kamen da jeden Tag 200g aufs Teller. Heute sind wir mehr der Ansicht, dass wir lieber weniger Fleisch essen, dafür aber in einer super Qualität. Beim Fleisch vom Discounter ist uns das Tier zu schade, dass sein Leben lassen musste. Darum haben wir unseren Fleischkonsum von ca 70kg pro Person und Jahr auf etwa 30kg gesenkt. Das Fleisch kommt jetzt aber zum Grossteil direkt vom Bauern, und zwischen durch gönnen wir uns mal etwas ganz feines aus dem Gourmetshop. 2-3 Mal pro Woche kein Fleisch ist kein Problem. – Dave G.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Beat Gasser am 26.11.2012 13:45 Report Diesen Beitrag melden

    Fleischgeniesser

    Fleisch ist das beste Nahrungsmittel der Welt. ich geniesse jeden Tag eine saftige Portion Fleisch und gestern hatte ich wieder mal Gänseleber, wunderbar.

  • Erika am 24.11.2012 18:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ausgewogen

    Wir hatten früher nicht viel Fleisch, weil wir es uns nicht leisten konnten. Und heute essen wir natürlich mehr davon, aber wenn ich höre, was manchen Tieren angetan wird, vergeht mir die Lust Fleisch zu essen. Wenn überhaupt muss ich wisse woher es kommt und wie die Tiere gehalten werden. Wir waren auch mit wenig Fleisch als Kinder sehr gesund. Ausgewogene Ernährung ist das Richtige. Meine bescheidene Meinung.

  • H. Erner am 24.11.2012 14:50 Report Diesen Beitrag melden

    Vegi & Preis :-(

    Würde eigentlich gerne mehr vegetarisch essen. Aber die Preise von Fleischersatzprodukten (Quorplätzchen, Fegiwurst, ...) sind ja noch schlimmer als die von Rinsfleisch. Da greif ich doch lieber zum Aktionsfleisch. Auch wenn ich der Natur gutes tun will, in meinem Geldbeutel muss auch Fairness herschen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Beat Gasser am 26.11.2012 13:45 Report Diesen Beitrag melden

    Fleischgeniesser

    Fleisch ist das beste Nahrungsmittel der Welt. ich geniesse jeden Tag eine saftige Portion Fleisch und gestern hatte ich wieder mal Gänseleber, wunderbar.

  • IL DON am 26.11.2012 07:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    langsam reichts

    alle aber wirklich alle die sich so gut vorkommen die sich als retter der welt verstehen nur weil sie kein fleisch essen sollten sich mal überlegen wo dass problem wirklich liegt jeder der im winter erdbeeren, bananen, datteln und solches isst, sollte ganz still werden schaut euch doch mal die herkunftsbescheinigung eurer so super umweltfreundlichen speisen an schaut doch mal woher eure jeans,schuhe,hemden,und pullover herkommen. aber stimmt hauptsache mann kann den bösen "fleischfresser" das unheil der welt aufbürden dann kann man selber nämlich mit einem viel reinerem gewissen das fenster stundenlang offen lassen um zu lüften. Oder den geliebten haustierchen das licht brennen lassen weil es doch im winter so früh dunkel wird.

    • Aussteiger am 26.11.2012 11:45 Report Diesen Beitrag melden

      Lebe bewusst.

      Aber immer brav jammern, wenn die Krankenkasse aufschlägt. Fleisch produziert die sogenannte Eiweissspeicherkrankheiten auf Deutsch Zivilisationskrankheiten, wo fast alle darunter leiden. Von der Pharma im Fleisch ganz zu schweigen. Nur eine Frage, wieso hilft Antibiotika nicht mehr bei Gewissen Erkrankungen? Lebe bewusst und gesund ohne Fleisch.

    • IL DON am 26.11.2012 18:59 Report Diesen Beitrag melden

      bitte macht die augen auf

      zur info diese eiweissspeicherkrankheit kann mann sich im allgemeinen durch zuführung von zu viel eiweiss einfangen. zu deutsch, milchprodukte und eier sind aus diesem blickwinkel kein bisschen besser. also lebt bewusster und hört auf die morgenmilch zu trinken und wenn ihr schon dabei seid hört auf milch ins kaffee zu kippen und vergesst nicht, das getreide und im allgemeinen hülsenfrüchte auch was ganz böses sind. als schlusswort... antibiothika wirkt nicht weil es missbraucht wird (reinigungsmittel, essence seife, toilettensitzspray usw.)

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  • Marlboro Man am 26.11.2012 06:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Militanter Vegi

    Ich finde es sollte auf Fleischpackungen darauf hingewiesen werden das der Konsum sich und den Menschen in der Umgebung erheblich schaden zufügen kann, dass schwangere Frauen auch dem ungeborenen Schaden könnten. Natürlich sollte dann in einer zweiten Phase in der der Fleischpreis gleichzwitig um 10Rappen angehoben wurde auch noch Fotos von Spätfolgen auf der Packung als Abschreckung stehen,

    • IL DON am 26.11.2012 19:37 Report Diesen Beitrag melden

      und täglich grüsst der maulwurf

      jup genau und dasselbe auf jeden wasserhahnen. nicht zu vergessen auf dem salat (dioxine, pestizide, schwermetalle) und vorallem auf jeder plastik verpackung (weichmacher) macht doch mal die augen auf ich an eurer stelle würde mir über letzteres erheblich mehr sorgen machen. schaut euch mal ein bisschen um, plastik ist überall und somit gesundheitlich wirklich ein problem, nicht der fleischkonsum.

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  • duderino am 26.11.2012 00:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    mhmm

    wenn man keine tiere essen soll, warum sind sie dann aus fleisch?

    • Veggie am 27.11.2012 11:00 Report Diesen Beitrag melden

      Menschen sind

      auch aus Fleisch xD Was sagst du dazu, Einstein?

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  • bubu am 25.11.2012 21:09 Report Diesen Beitrag melden

    Fanatismus geht weiter

    Kommt jetzt die gleiche predigt und Fanatismus beim Fleischessen auf? Höhrt endlich mit der Volksbevormundung auf. Es reicht!