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06. Februar 2018 18:02; Akt: 06.02.2018 18:38 Print

Schweizer Firmen büssen nach Crash 14 Mrd ein

von P. Michel - In der Nacht auf Dienstag erlitt der Dow Jones den grössten Einbruch seit 2008. 285 Milliarden Franken wurden vernichtet. Auch in der Schweiz kam es zu Verlusten.

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Der Absturz der US-Börse sorgte weltweit für Panik: Nicht nur der Dow Jones erlitt am Montag mit 4,6 Prozent seinen grössten Kurseinbruch seit der Finanzkrise 2008, die Ängste der Anleger führten auch auf dem asiatischen Markt zu Hektik und fallenden Kursen. Auch die Schweizer Börse ist betroffen: Sie schloss am Dienstagabend mit einem Minus von 2,9 Prozent.

Innert eines Tages vernichtete der Crash gestern weltweit astronomische Summen. Ein Blick auf die führenden Leitindizes der Aktienmärkte zeigt, wie viel Börsenwert sich in Luft aufgelöst hat. Die Firmen des Dow-Jones-Index, der die 30 wichtigsten US-Unternehmen wie etwa Apple oder Coca-Cola umfasst, waren am Dienstag nach dem Kurseinbruch ganze 285 Milliarden Franken weniger wert. Das entspricht grob geschätzt den gesamten Bargeldreserven des Apple-Konzerns oder dem Bruttoinlandprodukt von Finnland.

Die grössten 500 US-Unternehmen verloren 1 Billion Franken

Betrachtet man den Index S&P 500, der die grössten US-Unternehmen abbildet, beträgt der Wertverlust gar mehr als eine Billion Franken. Das ist mehr als die gesamte Wirtschaftsleistung der Schweiz in einem Jahr. Der Crash in den USA war aber von kurzer Dauer: Nach dem Minus von 4,6 Prozent am Montag erholte sich der Index im Verlauf des Dienstagabends wieder.

An der Schweizer Börse lösten sich 14 Milliarden in Luft auf

Auch an der Schweizer Börse wurden innert eines Tages Milliarden vernichtet. Die Aktien der Unternehmen im Swiss Market Index SMI, der 20 Firmen, darunter Nestlé, Novartis, aber auch die Swisscom umfasst, verloren insgesamt 14,4 Milliarden Franken. Allein der Börsenwert des Pharmariesen Novartis brach um mehr als zwei Milliarden Franken ein.

Beim deutschen Aktienindex (DAX), in dem Firmen wie Siemens oder Adidas gelistet sind, betrug die Wertvernichtung im Vergleich zum Vortag gestern 40,4 Milliarden Franken. Das ist mehr als der Gesamtwert des Adidas-Konzerns an der Börse. Der grösste Verlierer war mit einem Einbruch von über drei Milliarden Franken der Versicherer Allianz.

Trotz dieser gigantisch anmutenden Summen geben Ökonomen Entwarnung. «Auch wenn die absoluten Zahlen der vernichteten Börsenwerte dem Laien gigantisch erscheinen mögen, darf nicht vergessen werden, dass in den letzten Jahren durch die anhaltende und in den letzten Monaten gar beschleunigte Börsenhausse ein Zigfaches an Börsenkapitalisierung geschaffen wurde», sagt UBS-Ökonom Daniel Kalt zu 20 Minuten.

Ökonom: «Luft aus dem Ballon ablassen ist gesund»

Wenn nun aus diesem «Ballon» etwas Luft abgelassen werde, sei das nicht dramatisch, sondern im Gegenteil sogar gesund. «Zumindest solange die fallenden Börsenwerte sich nicht auf die Realwirtschaft – konkret auf das Konsumverhalten der Konsumenten und das Investitions- und Einstellungsverhalten der Firmen – niederschlägt.» Da die Weltwirtschaft brumme und auf allen Zylindern laufe, gehe er derzeit nicht davon aus, dass die aktuelle Börsenkorrektur sich spürbar auf die Weltwirtschaft auswirken werde, sagt Kalt.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Will Tell am 06.02.2018 18:18 Report Diesen Beitrag melden

    virtueller Verlust

    ...büssen Milliarden ein, die sie gar nie hatten, sondern nur virtuell auf dem Papier...

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  • Kritiker am 06.02.2018 18:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tief durchatmen

    Hört doch auf, künstlich Panik zu verbreiten.

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  • A. Bossi am 06.02.2018 18:09 Report Diesen Beitrag melden

    Auch Gewinne gemacht.

    Diese Firmen haben ja wahrscheinlich vorher mit der Börse auch Gewinne gemacht, welche sie möglicherweise nicht mal versteuern mussten.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Kain Spam am 07.02.2018 13:53 Report Diesen Beitrag melden

    Ist das nicht schön?

    Wenn di eBörse langsam, Punkt für Punkt steigt ist keiner von den Medien da. Fällt sie aber mal 5% wird auf Panik gemacht...

  • fischer.r am 07.02.2018 09:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    börse abschaffen

    wo nichts ist, kann sich nichts auflösen. heute ein paar millionen verlust, nächste woche gibts wieder gewinn. nur heult bei einem gewinn keiner rum.

  • Rolando Fleckflitzer am 07.02.2018 08:57 Report Diesen Beitrag melden

    Rate mal mit Dow Jones

    Und wer verliert jetzt in der Schweiz seinen Job?

  • buri bak am 07.02.2018 05:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    selber schuld

    Keine Firma hat was bei der Börse zu tun. Ich unterstütze Firmen wo nicht an der Börse sind. Alle Firmen die an der Börse sind üben ein grossen Druck zu Ihren Mitarbeitern. Wir müssen lernen die kleinen zu unterstützen.

  • KHF am 07.02.2018 05:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Blödsinniger Bericht

    Die Firmen haben nichts verloren. Sie sind nun einfach weniger wert. Wenn jemand etwas verloren hat, dann die Aktionäre, denen die Firmen gehören. Das Auf und Ab ist von den Großen gewollt. Denn sie provozieren mit Verkäufen einen Kurssturz um danach wieder günstiger zu kaufen und somit Gewinne einzusacken. Der Kleine, der die Kurse nicht steuern kann, ist der der dieses Spiel bezahlt.

    • Marco am 07.02.2018 07:59 Report Diesen Beitrag melden

      Leitzins

      @KHF, gut formuliert. aufällig ist auch, dass sobald eine EZB oder FED die zinsen erhöhen will sofort ein crash ensteht. krebsen die banken zurück, erholen sich die kurse im sekundentakt nach oben. die welt ist nun definitiv geisel der wirtschaft geworden. da sind regierungen machtlos.

    • Roger Zamofing am 07.02.2018 08:09 Report Diesen Beitrag melden

      Spielgeld ist das Problem

      Tatsache ist, in den letzten 40 Jahren hat sich die reale Warenmenge und damit "echte" Mehrwerte lediglich vervierfacht. Exponentiell gesehen für Natur und Umwelt schon eine KATASTROPHE. Die Entwicklung ist also wie bei Krebszellen nicht mehr linear, wie man uns vorgaukeln will. Die "Spielgeld"-Menge ohne realen Wert hat sich vervierzigfacht und in diesem Spiel verliert nur wer tatsächlich ARBEITET, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen...

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