Paradise Papers

12. November 2017 08:05; Akt: 12.11.2017 08:05 Print

Sommaruga droht der Rohstoffbranche

Die Justizministerin spricht in einem Interview über die Ausbeutung von rohstoffreichen Staaten. Der Branche droht sie mit neuen staatlichen Eingriffen.

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Bundesrätin Simonetta Sommmaruga an einer Medienkonferenz in Bern. (Bild: Keystone/Peter Schneider)

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Simonetta Sommaruga kritisierte bei verschiedenen Gelegenheiten die Ausbeutung von rohstoffreichen Staaten. Am Montag empfängt die Justizministerin Vertreter aus zahlreichen
europäischen und afrikanischen Staaten in Bern zu einem Migrationsgipfel. Mit der «SonntagsZeitung» hat sie über die Paradise Papers gesprochen. Das ganze Interview.

Dürfen Verwaltungsräte aus Bundesbetrieben bei derart umstrittenen Geschäften in Afrika mittun, wie SBB-Präsidentin Monika Ribar?

Wenn der Bund Personen in die bundesnahen Betriebe wählt, müssen die Kandidaten ihre Mandate offenlegen, um Interessenskonflikte zu vermeiden. Ich gehe davon aus, dass das auch in diesem Fall so gemacht wurde.

Die heikle Verbindung von Glencore im Kongo war dem Bundesrat seit Jahren aus einem Vorstoss bekannt. Wurde die Sache unterschätzt?

Der Bundesrat hat ja schon vor drei Jahren gesagt, dass es eine Anti-Korruptionsbestimmung für die Rohstoffbranche braucht. Der Vorschlag ist nun im Parlament. Gleichzeitig kann der Bundesrat einzelnen Unternehmen nicht vorschreiben, mit wem sie ihre Geschäfte machen.

Die angesprochene Bestimmung verlangt, dass Rohstoffförderer ihre Zahlungen an fremde Regierungen offenlegen. Was soll das bringen?

Die Bevölkerung in diesen Staaten muss wissen, wieviel Geld ihre Regierung mit den Rohstoffen einnimmt. Nur so kann sie mit Unterstützung von kritischen Organisationen von der Regierung verlangen, dass sie Rechenschaft darüber ablegt, was mit dem vielen Geld aus dem Rohstoffhandel gemacht wurde.

(20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dosty am 12.11.2017 08:19 Report Diesen Beitrag melden

    Immer dasselbe

    Arbeitet die auch mal etwas für die Schweiz oder will sie nur die Welt verbessern?

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  • Mani Motz am 12.11.2017 08:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frage 1 nicht beantwortet

    Sie gibt keine konkreten Antworten, sondern nur irgendwelche wenig sagende Phrasen von sich.

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  • Te Rasse am 12.11.2017 09:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Diese Frau

    verfolgt zu sehr ihre eigenen Interessen und vergisst darob ihren eigentlichen Auftrag! Getrieben vom Ehrgeiz sich ein Denkmal zu setzen, kümmert sie sich vorwiegend um Themen die nicht primär der CH-Bevölkerung zu gute kommen!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Bürger am 13.11.2017 16:26 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist nur Augenwischerei

    Das ist Augenwischerei. Die Schweizer Wirtschaft ist seit Jahrzehnten in solche Geschäfte verwickelt. Frau Bundesrätin wusste es längst. Nun kommen Papiere und nun geht die Moralkeulengeschichte los. Ob Kakaogeschäfte der Nahrungsmittelindustrie, Goldgeschäfte einiger CH-Edelhäuser, Holzgewinnung, Offshore Finanzgeschäfte und Waffenlieferungen ins Ausland. Die wissen ALLES und machen dann auf "Jetzt räumen wir auf". Alles was der Welt wirklich nutzen würde wird NIE umgesetzt. Keine höhere Ölpreise, keine höhere Rohstoffpreise usw. Warum - Ende Wohlstand!

  • Eiskaltes Helvetien am 13.11.2017 11:06 Report Diesen Beitrag melden

    Wen kümmerts ein Quentchen?

    An den Kommentaren sieht man sehr schön wie der Durchschnittsschweizer denkt und lebt. Herz aus Marmor. (immerhin, Marmor ist edel!) Man darf wahrlich stolz sein.

  • Lillibeth am 13.11.2017 10:20 Report Diesen Beitrag melden

    Drohungen

    die man eigentlich nicht ernst nehmen kann. Dass internationale rohstoffkonzerne sich um die Umwelt in den Abbaugebieten foutiern, ist längst bekannt. Bisher wurde das einfach von niemandem richtig wahrgenommen. Es ist hingegen nicht glaubwürdig, jetzt Drohungen auszusprechen, die mit grösster Wahrscheinlichkeit nie umgesetzt werden, erst recht nicht, da es schon bald zu spät ist. Lachhaft.....

  • Andy Seeland am 13.11.2017 09:01 Report Diesen Beitrag melden

    Gesamt BR in Pflicht

    Zu drohen und die Pestalozzi Phase ausleben ist kaum Aufgabe einer Vorsteherin des Justizdepartemets. Auf was hat die Dame geschworen oder gelobt? Allen Armen weltweit zu helfen mit CH Steuergeldern? Das Verhalten und schweigen des Gesamt BR ist sehr befremdend, sorry so kann es nicht weitergehen .

  • tom am 13.11.2017 08:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    danke

    Endlich ein Wort, das Betroffenheit für die Opfer erkennen lässt. Wir sind mitschuldig an diesen Prozessen, wenn wir wegschauen.