Hörgeräte

13. November 2012 07:42; Akt: 13.11.2012 14:48 Print

Sonova mit Umsatz- und Gewinnsprung

Der Schweizer Hörgeräte-Hersteller Sonova ist im Aufwind. Der Umsatz stieg um 14 Prozent auf 872,4 Millionen Franken. Der Gewinn gar um 43,8 Prozent auf 149,2 Millionen.

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Sonova weist einen steigenden Gewinn aus. (Bild: Keystone)

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Der Hörgerätehersteller Sonova hat sich wieder vom Einbruch des Vorjahres erholt, als der starke Franken und ein Produkterückruf das Semsterergebnis verhagelt hatte. Im ersten Halbjahr 2012 konnte der Konzern aus Stäfa ZH Umsatz und Gewinn markant steigern.

Der Umsatz kletterte von April bis September um 14,3 Prozent auf 872,4 Mio. Franken, wie Sonova am Dienstag bekannt gab. Dabei hätten erstmals seit vier Jahren die Währungen positiv zum Ergebnis beigetragen. Besonders stark habe man von der Aufwertung des Dollars profitiert, sagte Finanzchef Hartwig Grevener vor den Medien in Stäfa.

Im Vorjahr hatte der Höhenflug des Frankens noch etwa 140 Mio. Fr. Umsatz weggefressen. Bei konstanten Wechselkursen hätte Sonova den Umsatz heuer lediglich um 7,9 Prozent gesteigert, sagte Grevener.

Der Betriebsgewinn vor Abschreibungen (EBITA) schoss gar um 35,1 Prozent auf 187 Mio. Fr. in die Höhe. Unter dem Strich fuhr der Hörgerätehersteller einen Reingewinn von 149,2 Mio. Fr. ein. Das ist ein Gewinnsprung um 43,9 Prozent.

Steil aufwärts nach Rückruf

Zur markanten Ergebnisverbesserung kam es insbesondere deshalb, weil 2011 der Rückruf eines Innenohr-Hörimplantats das Resultat in die Tiefe gerissen hatte. Zusammen mit den Kosten für die Schliessung des Standorts in der Waadt fiel ein Betriebsverlust von über 20 Mio. Fr. an.

Nun ging es mit der Implantatsparte wieder steil aufwärts. Der Umsatz verbesserte sich um 81,8 Prozent auf 71,3 Mio. Franken, während das Betriebsergebnis (EBITA) mit 2 Mio. Fr. knapp die Gewinnschwelle überschritt. «Wir sind mit unseren Implantaten wieder voll da», sagte Konzernchef Lukas Braunschweiler.

Einbruch in der Schweiz

Auch die Hörgerätesparte, die den Löwenanteil des Sonova- Geschäfts beisteuert, konnte deutlich zulegen. Der Umsatz wuchs um 10,7 Prozent auf 801,2 Mio. Franken, der Betriebsgewinn um 18 Prozent auf 187,6 Mio. Franken.

Alle Hauptregionen hätten zum starken Wachstum beigetragen. In Europa hätten sich vor allem Grossbritannien und sogar das unter der Schuldenkrisen leidende Spanien beträchtlich gesteigert. «Wir haben in Spanien ein komplett neues Team eingestellt, das den Konkurrenten Marktanteile abgenommen hat», sagte Braunschweiler als Erklärung.

Einen Einbruch erlitt Sonova dagegen in der Schweiz. Im kleinen Heimmarkt sausten die Umsätze um ein Drittel auf 14 Mio. Fr. in die Tiefe. Grund für den Absturz sei das neue Vergütungssystem, das am 1. Juli 2011 in Kraft getreten sei, sagte Grevener. Seither erhalten Patienten von der Invalidenversicherung deutlich weniger Geld für ein Hörgerät erstattet.

Deshalb hatten sich vorher noch viele Leute ein Hörgerät besorgt, was im ersten Halbjahr 2011 zu einem Verkaufsboom in der Schweiz geführt hatte. «Wir gehen davon aus, dass sich der Schweizer Markt in der zweiten Hälfte dieses Geschäftsjahres normalisieren wird», erklärte Braunschweiler.

Kurs auf neuen Rekordumsatz

Mit den Semesterergebnis ist Sonova auf Kurs, den Rekordumsatz von 1,62 Mrd. Fr. aus dem Vorjahr zu übertreffen. Im zweiten Semester dürften allerdings die Währungseffekte sehr klein ausfallen, sagte Grevener.

Im gesamten Geschäftsjahr 2012/13 (per Ende März) erwarte Sonova ein Umsatzwachstum von 7 bis 9 Prozent in Lokalwährungen. Der Betriebsgewinn soll dabei um 15 bis 20 Prozent zulegen.

Dies stiess in der Finanzgemeinde ebenso auf Applaus wie Semesterresultate, die die Erwartungen übertrafen. An der Schweizer Börse schoss die Aktie bis gegen 14.45 Uhr um 7,3 Prozent auf knapp 100 Fr. in die Höhe.

(sda)

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