Zweitwohungs-Initiative

22. November 2012 23:35; Akt: 23.11.2012 10:15 Print

Spekulanten setzen auf Ferienwohnungen

von Leo Hug - Am 1. Januar tritt die Zweitwohnungsinitiative in Kraft. Spekulanten beantragen noch schnell eine Bewilligung für eine Ferienwohnung nach altem Recht – und riskieren, darauf sitzen zu bleiben.

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Kurz vor Torschluss schiessen die Bauprofile für Zweitwohnungen wie Pilze aus dem Boden. (Bild: Keystone)

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Ab nächstem Jahr dürfen Zweitwohnungen nur noch bewilligt werden, wenn sie Teil eines hotelähnlichen Betriebskonzepts sind. Wie Pilze sind darum in den vergangenen Wochen die Bauprofile für Ferienwohnungen nach dem alten Recht aus dem Boden geschossen. Und zwar auch in Tourismus-Destinationen, die nicht in der obersten oder zweitobersten Liga mitspielen.

Baugesuche auf Halde

Allein in den drei hintersten Gemeinden des Goms sollen es 40 Projekte mit über 100 Wohnungen sein, für die noch eine Bewilligung nach altem Recht beantragt wurde. Im bündnerischen Disentis wollen die Bergbahnen ebenfalls noch schnell 29 Ferienhäuser mit insgesamt 41 Wohnungen realisieren. Mit dem Verkaufserlös planen die Bahnen «dringend erforderliche Investitionen im Skigebiet» zu finanzieren.

Experten bezweifeln allerdings, dass für diese Wohnungen überhaupt eine Nachfrage besteht. Matthias Holzhey, Immobilienanalyst bei der UBS, rechnet damit, dass in den nächsten Jahren generell ein Überangebot an Zweitwohnungen auf den Markt kommen wird. «Das wird insbesondere an zweitklassigen Lagen zu Leerständen und tieferen Preisen führen.» Ronny Haase, Co-Leiter des Bereichs Markt & Research bei Wüst & Partner, weist darauf hin, dass das touristische Angebot am Ort ein entscheidender Faktor beim Kauf einer Ferienwohnung ist. «Wenn die Ferieninfrastruktur nicht stimmt, wird man kaum in zweitklassige Lagen ausweichen.»

Schattenhang bleibt Schattenhang

Nur weil man sagen könne, dass es sich um eine Ferienwohnung handelt, werde aus einem Schattenhang noch lange keine Sonnenterrasse, doppelt der Berner Professor Donato Scognamiglio nach. Derzeit würden Ferienhäuser auf Halde gebaut, kritisiert er. Doch der Boom könnte für die Spekulanten zum «Boomerang» werden und die Spekulation im Bankrott enden. «Wenn in den nächsten Jahren vermehrt Ferienwohnungen aus Konkursen zur Versteigerung kommen, hat das jeweils Imageschäden für die ganze Region zur Folge», warnt Scognamiglio.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Harry am 23.11.2012 13:17 Report Diesen Beitrag melden

    FERTIG MIT SCHWARZGELD-WILDWUCHS

    Wir dürfen Steuerflüchtlingen beim Kauf von Wohnungen + Häuser nicht Unterschlupf bieten.

  • Duri M. am 23.11.2012 10:29 Report Diesen Beitrag melden

    Keinesfalls zweitklassig

    Wer schon mal in Disentis war der weiss das das Skigebiet überhaupt nicht zweitklassig ist. Meiner Meinung nach ist es viel besser als das weitbekannte Laax oder Davos. Es ist zwar kleiner dafür hat es weniger Leute, anspruchsvollere Pisten, schöne Tiefschnehänge und und und. Bin in der Region aufgewachsen und würde Disentis Brigels oder Sedrun jederzeit Laax vorziehen.

  • mr. dingsong am 23.11.2012 10:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    war ja klar

    das war ja sowas von klar und aus diesem grund hatte ich diese initiative auch abgelehnt!!

  • Markus Müller am 23.11.2012 10:15 Report Diesen Beitrag melden

    Wo ist die SVP...

    ... jetzt, wo der Volkswille mit Füssen getreten wird?

  • Maurice am 23.11.2012 09:04 Report Diesen Beitrag melden

    Goms

    Hintersten Gemeinden im Goms ? - 20min meint wohl die obersten Gemeinden im Goms. Das Goms ist ja ein durchgehendes Tal, wie das ganze Rhonetal auch