159 Millionen Nutzer pro Monat

01. März 2018 04:21; Akt: 01.03.2018 15:12 Print

Spotify will an die Börse

Der Musikstreamingdienst Spotify ist für den Start an der New Yorker Börse bereit. Das Unternehmen hat einen entsprechenden Antrag eingereicht.

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Antrag eingereicht: Der weltgrösste Musikstreamingdienst Spotify plant den Börsengang in New York. (Bild: Keystone/Britta Pedersen)

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Damit nimmt einer der spannendsten Tech-Börsengänge seit Jahren konkrete Formen an. Nach Einschätzung von Analysten könnte es die Firma mit zuletzt mehr als 70 Millionen zahlenden Abonnenten auf einen Börsenwert von rund 20 Milliarden Dollar bringen.

Wann genau die Anteilsscheine notiert werden sollen, ist noch unklar. Der normale Zeitablauf würde auf ein Debüt ab der letzten März-Woche schliessen lassen. Spotify wählt den ungewöhnlichen Weg einer Direktplatzierung, bei der Aktionäre einfach ihre Anteilsscheine verkaufen können. Das Unternehmen lässt sich zwar von Investmentbanken wie Goldman Sachs und Morgan Stanley beraten, beauftragt sie aber nicht wie üblich mit einer Aktienausgabe und dem dazugehörigen Preisbildungsverfahren. Das dürfte Geld sparen.

Umsatzsprung im letzten Jahr

Der Antrag enthält bereits die am Markt mit Spannung erwarteten frischen Geschäftsergebnisse. Demnach steigerte Spotify den Umsatz 2017 im Jahresvergleich zwar um fast 39 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro. Der Verlust nahm jedoch von 539 Millionen auf 1,24 Milliarden Euro zu. Das geht zwar zu grossen Teilen auf den Buchhaltungs-Effekt einer Milliarden-Finanzierung aus dem Jahr 2016 zurück - doch auch der operative Verlust stieg von 349 auf 378 Millionen Euro.

Spotify ist die Nummer eins im Geschäft mit Musik-Streaming, bei dem die Songs direkt aus dem Netz abgespielt werden. Der in 61 Ländern vertretene Dienst kam Ende 2017 auf 71 Millionen zahlende Abo-Kunden und rund 159 Millionen Nutzer insgesamt. Die Nummer zwei im Geschäft mit Musik aus dem Netz, Apple Music, kommt nach jüngsten Angaben auf 36 Millionen Abo-Kunden. Der iPhone-Konzern verzichtet im Gegensatz zu Spotify auf eine Gratis-Version mit Werbung - wächst aber auch schnell und könnte nach Einschätzung von Experten zumindest im US-Markt Spotify zum Sommer überholen.

Nutzer hören 25 Stunden Musik im Monat

Im Schnitt hört ein Spotify-Nutzer 25 Stunden Musik im Monat. Zuletzt wurde die Nutzung zu 31 Prozent von vorgefertigten Playlisten bestimmt. Vor zwei Jahren lag der Anteil nur bei 20 Prozent. Damit bestätigt sich, dass diese von Spotify selbst oder anderen erstellte Song-Zusammenstellungen in der Streaming-Ära immer stärker bestimmen, welche Musik gehört wird - und damit auch, welche Musiker mehr Geld verdienen.

Der Börsenprospekt enthüllte, dass Firmenchef Daniel Ek als Mitgründer 23,8 Prozent an der Firma hält. Der zweite Mitgründer Martin Lorentzon kommt auf 12,4 Prozent. Von den grossen Musikfirmen hat Sony Music den grössten Anteil mit 5,4 Prozent. Spotify hatte rund 2,7 Milliarden Dollar von Investoren eingesammelt. Bei bisherigen Privat-Geschäften seien Spotify-Aktien zuletzt zu Preisen zwischen 90 und 132,50 Dollar gehandelt worden, hiess es. Der künftige Börsenkurs könne jedoch massiv davon abweichen, warnte Spotify. Mit dem Verzicht auf das traditionelle Verfahren zur Preisbildung kann die Firma Anlegern keine richtige Orientierung geben.

Sparsam beim Top-Management

Die Firma ist recht sparsam, was die Vergütung des Top-Managements angeht. Ek bekommt seit Juli vergangenen Jahres kein festes Gehalt, sondern hat nur die Aussicht auf eine jährliche Prämie von einer Million Dollar, wenn Ziele beim Wachstum der Nutzerzahlen und der Profitabilität erreicht werden. Davor lag sein Gehalt bei gut 585'000 Dollar.

Nach der Einführung eines Familien-Tarifs, bei dem für 15 Dollar im Monat bis zu sechs Nutzer uneingeschränkten Zugriff auf Spotify haben, sank der monatliche Erlös pro Abo-Kunde auf zuletzt gut 5 Dollar. Im vierten Quartal 2015 waren es noch gut sieben Dollar gewesen - aber auch die Abwanderung von Abo-Kunden ging in dieser Zeit von 7,5 auf 5,1 Prozent zurück.

Über einen Spotify-Börsengang wurde schon lange spekuliert. Ein Risiko für Anleger könnte die Klage eines Musikverlags sein, der mindestens 1,6 Milliarden Dollar Zahlungen für Songautoren erstreiten will.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Prince Jr am 01.03.2018 08:39 Report Diesen Beitrag melden

    Ausprobieren dann urteilen

    Ich glaube alle die hier sagen, das Spotify unnötig sei, weil man ja alles auf YouTube hören kann, hatten noch kein Spotify bis jetzt. Das ist genau das gleiche wie mit Netflix. Warum zahlen wenn es auch im TV oder so kommt. Jedoch hatt man es einmal und gewöhnt sich daran, kommt man nicht mehr weg.

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  • Bluewater am 01.03.2018 12:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    liebe di

    Spotify ist eine Super Tolle Applikation. Sehr Praktisch das ganze.

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  • Negan am 02.03.2018 07:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spotify

    Nutze zwar lediglich noch die Gratisversion, aber dank fleissigem Benutzen wechsle ich vermutlich nächstens auf ein bezahltes Abo.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Negan am 02.03.2018 07:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spotify

    Nutze zwar lediglich noch die Gratisversion, aber dank fleissigem Benutzen wechsle ich vermutlich nächstens auf ein bezahltes Abo.

  • Nase Voll am 01.03.2018 23:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spoti was?

    Ich hab Tinder Gold, ist viel lustiger...

  • Bluewater am 01.03.2018 12:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    liebe di

    Spotify ist eine Super Tolle Applikation. Sehr Praktisch das ganze.

    • marko 33 am 01.03.2018 21:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Bluewater

      Krass

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  • Prince Jr am 01.03.2018 08:39 Report Diesen Beitrag melden

    Ausprobieren dann urteilen

    Ich glaube alle die hier sagen, das Spotify unnötig sei, weil man ja alles auf YouTube hören kann, hatten noch kein Spotify bis jetzt. Das ist genau das gleiche wie mit Netflix. Warum zahlen wenn es auch im TV oder so kommt. Jedoch hatt man es einmal und gewöhnt sich daran, kommt man nicht mehr weg.

    • King Couch Potato am 01.03.2018 18:26 Report Diesen Beitrag melden

      F Netflix, go spotify!

      Genau, dazu kommt das Spotify noch einiges mehr kann als Netflix und Youtube. Was mich auf Netflix nervt: Es gibt vielleicht 2-3 shows die einem gefallen aber was man sucht ist nicht dort, Spotify hat alles, echt aaaaallleesss, ein Service für alle Bedürfnisse. Sehr empfehlenswert.

    • marko 33 am 01.03.2018 21:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Prince Jr

      Schrecklich

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  • R. Hess am 01.03.2018 07:46 Report Diesen Beitrag melden

    Youtube

    Warum brauch ich Spotify wenn ich auf Youtube praktisch alles gratis hören kann.

    • Andrea am 01.03.2018 07:50 Report Diesen Beitrag melden

      Gute Frage

      Hab ich mir auch gedacht. Und da gibts Leute, die kaufen sich heute nich CD's oder laden sich kostenpflichtige Songs runter. Mann o Mensch

    • Hobbinger am 01.03.2018 07:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @R. Hess

      Da hast du Recht :D

    • gstar am 01.03.2018 08:15 Report Diesen Beitrag melden

      verschiedene Ansprüche

      @R. Hess, schonmal überlegt, dass es leute gibt die andere Hörgewohnheiten haben? Ich höre z.B. viel auf Reisen (Zug, Flugzeug, Ausland) Musik. Wie soll das komfortabel mit Youtube gehen? Mit Spotify habe ich eine App wo ich Songs offline hören, suchen und sortieren kann. Zudem ist zwar die Spotify Quali noch nicht lossless (320kbit Oggvorbis), aber immernoch Meilen besser als Youtube, wenn man etwas Anspruch an sein Gehör hat und nicht mit irgendwelchen 0815 Boomfantastik Mikrolautsprecher Musik hört

    • Franz am 01.03.2018 08:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @R. Hess

      Wenn sie einmal on den Genuss von Spotify gekommen sind, dann wissen sie wie gut dieses App ist.

    • M.C am 01.03.2018 08:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @R. Hess

      Youtube muss offen bleiben und kann nicht mit anderen diensten kommunizieren... zB beim Spielen der Ps4 kann man spotify verbinden und währendessen spielen und Musik hören. Dies ist aber nur ein beispiel vieler anderer.

    • Mr. Spot Ify am 01.03.2018 08:31 Report Diesen Beitrag melden

      Youtube nicht alltagstauglich

      hören halt nicht alle die mainstream-Songs welche auf YouTube sind....Spotify ist die zukunft

    • Thomas Bühler am 01.03.2018 09:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @R. Hess

      Wenn ich ein Handy Abo habe das Daten begrenzt und dafür nur 30 fr und nicht 70. dafür habe ich ein Abo das Künstler unzerstützt für zusätzliche 10 Fr. dazu kommt das Youtube mehr Akku zieht was 1. nervt und 2. such wieder Strom kostet

    • steve am 01.03.2018 17:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @R. Hess

      warum brauche ich Internet,wenn ich Teletext habe.

    • Negan am 02.03.2018 07:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @R. Hess

      Spotify muss man ja nicht bezahlen! Youtube nutze ich nur noch selten für Musik. Zudem kaufe ich meine Lieblingsmusik auch sehr gerne auf CD oder bei Fehlen von physischen Medien eben im Musikstore, trotzdem lasse ich gerne Spotify laufen und habe so schon einige neue Interpreten gefunden, die mir gefallen. Auch damit verdienen die Musiker Geld.

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