Sprachkurse

29. Dezember 2017 15:35; Akt: 29.12.2017 15:43 Print

Schon 7-Jährige büffeln Englisch im Ausland

von D. Benz - Anbieter buhlen mit Sprachaufenthalten bereits um die Jüngsten: In Kursen für 7- bis 15-Jährige bieten sie luxuriöse Schulen sowie 24-Stunden-Betreuung an.

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Das Lernen einer Fremdsprache ist heute schon fast ein Muss. Und das beginnt früh: So verbringen immer mehr Schweizer Schüler einen Teil ihrer Ferien in einem Sprachkurs im Ausland. Das teilt das Unternehmen Boa Lingua mit, das weltweit Sprachaufenthalte organisiert.

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Gegenüber dem letzten Jahr haben 2017 die Sprachreisen für 7- bis 15-Jährige um mehr als die Hälfte zugelegt. «Die absoluten Zahlen sind auf hohem Niveau», sagt Simon Ruch, operativer Leiter bei Boa Lingua, zu 20 Minuten. Konkrete Zahlen nennt er nicht.

«Das entspricht dem Zeitgeist»

Im Trend liegen Kurse für Englisch und Französisch – mit grossem Abstand zu allen anderen Sprachen. «Das entspricht dem Zeitgeist», so Ruch. Jugendkurse vermittelt Boa Lingua in England, Irland, Belgien, Frankreich, Deutschland, auf Malta oder in der Schweiz.

Im Schnitt gehen Schüler für zwei bis drei Wochen ins Ausland, meist in den Sommerferien. Sie wohnen bei einer Gastfamilie oder in der Unterkunft auf dem Schulgelände. Je nach Wunsch ist das Tagesprogramm weniger dicht gedrängt und bietet mehr Selbstständigkeit.

Sorgen-Hotline für Kinder

Auch eine Aufsicht rund um die Uhr gibt es: «Wir bieten eine lückenlose Betreuung von morgens bis abends an», sagt Ruch. Zudem gebe es eine Sorgen-Hotline. Neben den Sprach-Lektionen würden Freizeit- und Sport-Aktivitäten den Tag gestalten. Ruch nennt das ein «Komplett-Programm». Für dieses mieten sich die lokalen Sprachschulen in England bei renommierten Privatschulen ein. «Den Jugendlichen stehen imposante Räumlichkeiten, Schwimmbäder oder Tennisfelder zur Verfügung», sagt Ruch. Auch Reit-Lektionen seien möglich.

In der englischen Kleinstadt St Albans hausen die Schüler etwa in einem ehemaligen Kloster, rund eine Autostunde von London entfernt. Das Gut ist rund 24 Hektaren gross – so viel wie rund 30 Fussballfelder. Neben dem im viktorianischen Stil gebauten Haupttrakt gibt es einen Garten, diverse Schulgebäude und Wohnhäuser.

«Das teuerste Angebot liegt bei 3900 Franken»

Möglich sind solche Sprachaufenthalte auch mit der ganzen Familie. Dabei können sich die Eltern und die Kinder ein individuelles Programm zusammenstellen. «Die Schulen bieten Kurse für Jung und Alt an», sagt Ruch.

Dafür müssen die Eltern jedoch etwas springen lassen. So kosten zwei Wochen Sprachaufenthalt in England mit 20 Lektionen pro Woche und Logieren bei einer Gastfamilie 1450 Franken. Mit einer Rundumbetreuung und komplett organisiertem Tagesprogramm liegt der Preis bei rund 2300 Franken. Je nach zusätzlichen Lektionen und Aktivitäten sind die Kosten höher. «Das teuerste Angebot liegt bei 3900 Franken», so Ruch.

«Eine geeignete Sprachförderung ist das nicht»

Für Guido Frey, Geschäftsleiter des Dachverbands zur Förderung von Jugendaustausch Intermundo, sind das hohe Preise. «Es gibt andere Angebote, mit denen man unter tausend Franken für bis zu drei Wochen eine fremde Kultur erleben kann», sagt er. Diese Kurse seien allerdings weniger luxuriös.

Frey steht Sprachaufenthalten für die ganz Kleinen kritisch gegenüber. So sei für ihn eine Grenze überschritten, wenn man einen 7-Jährigen für Wochen in ein Camp schicke. «Eine geeignete Sprachförderung ist das nicht», sagt er. In Begleitung der Eltern könne das Kind aber durchaus Freude am Entdecken einer Sprache haben. Sinnvoller sei ein Sprachaufenthalt für Jugendliche um 15 Jahre. «Er kann zum Festigen einer Fremdsprache beitragen», so Frey.


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Beat am 29.12.2017 15:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kaum...

    ...Deutsch können, aber schon Englisch lernen. Liebe Eltern, wenn ich manches Kind reden höre, kommt mir das Grauen. Ihr solltet Eure Kinder lieber nach Deutschland in den Sprachaufenthalt schicken.

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  • Felipe am 29.12.2017 15:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    uuhhjehh

    krass bin ich froh hatte ich eine unbeschwerte Jugend :-)

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  • Tom Tom am 29.12.2017 15:54 Report Diesen Beitrag melden

    Spiel

    das ist ja gut und recht doch wann spielen die Kinder noch . .

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Sepp Trub am 31.12.2017 00:07 Report Diesen Beitrag melden

    Englisch, ist nicht fuer alle gedacht

    Damals auf der Teppich-Etage bei der J. Baer kam mal ein Kollege von der BNP besuchen. Mein Franzoesisch ist halt nicht so super, darum haben wir es mit English versucht. Im ersten Satz wollte er wissen um welche Zeit das Meeting war, und fragte: "What o'clock le meeting"? Alles klar, ja dann, gute Nacht.

  • Gary am 30.12.2017 22:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Glückliches Kind

    Naja, wir leben in Spanien. Mein 5 jähriger Sohn geht hier in die Internationale Schule und redet mittlerweile 5 Sprachen. Und dies mit Freude. Es war nie ein Zwang für Ihn. Unser Job als Eltern ist es ihm das Podium für möglichst viele Möglichkeiten zu geben. Was er damit macht ist sein Ding. Hauptsache Glücklich. und dass ist Er

    • Ein glückliches Kind, fürwahr, am 31.12.2017 00:03 Report Diesen Beitrag melden

      @ Gary - das mit fünf Jahren

      fünf Sprachen spricht, eine internationale Schule besuchen und ihm bislang unbekannte Kulturen kennen lernen kann/darf. Ein glückliches Kind, fürwahr. Verdankt das Kind dieses Glück womöglich der Personenfreizügigkeit zwischen der EU und der CH, oder ausschliesslich der Berufskarriere seiner CH-Eltern?, die keine nationalen Grenzen sondern nur noch Wirtschaftsräume kennen und erleben.

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  • Anna K am 30.12.2017 20:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kinder sein lassen

    Das Erwachsenen Leben ist schon kompliziert genug also lasst doch die Kinder Kinder sein..

  • Pfnüsl am 30.12.2017 20:50 Report Diesen Beitrag melden

    Mehr Zeit

    Es sollte mehr Zeit in Aussprache, Wortschatz und Rechtschreibung investiert werden. Was ich da in den Kommentaren, SMS, Whatsapp etc. lesen muss, würde jeden Deutschlehrer in den Suizid treiben.

  • Ruedi O am 30.12.2017 20:45 Report Diesen Beitrag melden

    Die NWO lässt grüssen.

    Anglisierung der Welt für die Einweltregierung, New World Order (NWO).