Höherer Tarif an Zapfsäule

14. Mai 2018 11:47; Akt: 14.05.2018 14:06 Print

Jetzt ist der Sprit drei Rappen teurer

Trumps Streit mit dem Iran lässt die Preise an den Zapfsäulen steigen. Die Migrol-Tankstellen schlugen heute um 3 Rappen auf. Die Konkurrenz zieht nach.

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In der Schweiz steigen die Spritpreise: Erste Tankstellen-Ketten haben die Tarife für Diesel und Benzin am Montagvormittag um 3 Rappen erhöht. Nachdem US-Präsident Donald Trump neue Sanktionen gegen den Iran beschlossen hat, waren in der Schweiz höhere Spritpreise zu erwarten. An den Rohölmärkten sind die Preise schon stark gestiegen. Die Marktteilnehmer nahmen die Spannungen zwischen den USA und Iran vorweg. Der US-Präsident hat letzte Woche entschieden, dass sich die USA aus dem Atomabkommen mit den USA verabschieden und wieder auf strenge Wirtschaftssanktionen setzen werden. Irans Präsident Hassan Rohani sagte, die USA würden den Rückzug aus der Vereinbarung noch bereuen. Er gab sich aber auch gelassen und sagte, dass man nun ein Abkommen mit fünf statt sechs Staaten habe. Ganz unabhängig von den Rohölpreisen lässt sich fragen: Ziehen vor Feiertagswochenenden wie Ostern, Auffahrt oder Pfingsten die Spritpreise an? Und nützen die Schweizer Tankstellen den Iran-USA-Konflikt für Preiserhöhungen? Den Vorwurf, dass die Preiserhöhung vor Feiertagen reines Kalkül sei, weist die Erdölvereinigung von sich. «Das Tankstellennetz ist sehr dicht und es herrscht eine starke Konkurrenz.» Zudem heisst es von Seiten der Betreiber: Feiertage seien «kein Kriterium für eine Erhöhung der Säulenpreise». Laut der Schweizer Erdölvereinigung «schützt das dichte Schweizer Tankstellennetz die Konsumenten vor nicht marktgerechten Preiserhöhungen». Im Europa-Vergleich sind in der Schweiz die Gewinnmargen auf Benzin und Diesel sehr hoch. Der deutsche Energie-Informationsdienst (EID) hat die Margen in den einzelnen Ländern gegenübergestellt. Bei den Margen auf die (bei einem Umrechnungskurs von 1 Euro = 1.15 Franken). Auf mit 22,06 Rappen. Die . Die . In Norwegen bezahlen die Autofahrer für den Liter Benzin am meisten Marge, nämlich 31,45 Rappen. Das ist . Beim gibt es in der Margen-Rangliste ein paar Änderungen. In . mit 21,76 Rappen. Die . . In der .

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Jetzt wird Autofahren teurer: Die jüngsten US-Sanktionen gegen den Iran haben Auswirkungen auf die Preise an Schweizer Zapfsäulen. Wie die Migrol auf Anfrage von 20 Minuten mitteilt, wurden die Benzin- und Dieselpreise am Montagmorgen an den 307 Tankstellen in der Schweiz um 3 Rappen erhöht.

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Noch letzte Woche sagte Migrol-Chef Daniel Hofer zu 20 Minuten: «Behalten die Marktpreise ihren gegenwärtigen Trend bei, werden wir in Kürze aufschlagen müssen.»

Den Anstieg vollzieht auch BP: «Wir passen die Preise am Montagnachmittag um drei Rappen an», sagt BP-Sprecherin Isabelle Thommen. Um drei Rappen teurer werden Benzin und Diesel auch bei den rund 330 Ruedi-Rüssel- und Mini-Prix-Tankstellen.

Vorerst gleich bleiben die Tarife bei den Coop-Tankstellen: «Wir haben den ganzen Mai nicht erhöht. Die letzte Erhöhung war am 27. April», sagt Sprecherin Sabine Schenker zu 20 Minuten. Wann eine Preisänderung stattfinden werde, sei noch offen. Die Beschaffungskosten von Treib- und Brennstoffen seien abhängig von den Rohölkosten an der Börse.

Teureres Rohöl und kleinere Lagerbestände

Der Iran ist ein wichtiges Öl-Förderland. Die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, das Atom-Abkommen mit dem Staat aufzukündigen, hat den Ölpreis steigen lassen. Die angedrohten Sanktionen könnten zur Folge haben, dass der Iran deutlich weniger Öl verkaufen kann als bisher.

Der Rohölpreis ist zuletzt ohnehin schon gestiegen. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) ist innerhalb eines Jahres um mehr als die Hälfte in die Höhe geklettert. Ein Barrel der Nordsee-Sorte Brent kostete vor einem Jahr 50 Dollar, jetzt sind es mehr als 77 Dollar.

Ein weiterer Grund für den Preisanstieg sind die sinkenden Lagerbestände von Rohöl. Etwa in den USA sind sie im Vorjahresvergleich um 17 Prozent gesunken. Das ist eine Trendwende: Zuvor hatten die Ölproduzenten jahrelang mehr Rohöl gefördert, als weltweit gebraucht wurde. Jetzt haben die Staaten des Opec-Kartells ihre Förderung gedrosselt.

(sas/vb)