Job-Maschine

29. Dezember 2013 09:20; Akt: 29.12.2013 13:13 Print

Staat schafft 523 neue Stellen – pro Monat

Grösster Arbeitgeber der Schweiz ist mit Abstand – die Schweiz selber. Die öffentlichen Verwaltungen haben innert der letzten vier Jahre 25'000 Stellen geschaffen – 523 pro Monat.

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Hier arbeiten rund 1300 Beamten in fünf Bundesämtern: Das UVEK-Verwaltungszentrum in Ittigen BE beherbergt die Bundesämter für Strassen (ASTRA), für Zivilluftfahrt (BAZL), für Raumentwicklung (ARE), für Verkehr (BAV) und für Energie (BFE). (Bild: Keystone/Lukas Lehmann)

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Wo werden in der Schweiz am meisten Arbeitsplätze geschaffen? Die Zeitung «Schweiz am Sonntag» hat bei den 50 grössten Arbeitgebern nachgefragt. Unter den Privatfirmen sind Novartis, Swisscom und die Swatch Group die grössten Job-Macher. Sie schufen alle je über 1000 neue Stellen. Und sie kündigen in der Umfrage an, auch 2014 neue Stellen aufzubauen.

An den grössten Stellenschaffer kam aber keiner der privaten Arbeitgeber auch nur annähernd heran. Job-Maschine Nummer 1 ist nämlich: der Staat. Die Zahl der Beschäftigten in der öffentlichen Verwaltung stieg zwischen 2009 und 2013 von 158'200 auf 183'300, wie aus der Beschäftigungsstatistik des Bundes hervorgeht, aus der die «Schweiz am Sonntag» zitiert. Und in dieser Zahl inbegriffen sind noch nicht einmal alle Stellen im öffentlichen Dienst. Berücksichtigt wurden einzig Verwaltungsstellen bei Bund, Kantonen und Gemeinden – nicht aber Berufe wie Lehrer oder Ärzte.

Der Zuwachs innerhalb von vier Jahren beträgt also 25'100 Stellen. Mit anderen Worten: Pro Monat gibt es in der Schweiz 523 neue Stellen beim Staat. Die öffentlichen Verwaltungen beschäftigen inzwischen dreimal so viele Mitarbeiter wie der grösste private Arbeitgeber, die Migros. Sie hat 64'000 Vollzeitstellen, 375 weniger als im Vorjahr.

Burkhalters EDA und Leuthards Umweltdepartement mit grösstem Zuwachs

Besonders stark angewachsen ist die Bundesverwaltung, insbesondere das Aussendepartement von Bundesrat Didier Burkhalter und das Verkehrs- und Umweltdepartement von Doris Leuthard. Eine Analyse der Budgets 2014 von Bund, Kanton und grossen Gemeinden zeigt: Das Stellenwachstum geht ungebremst weiter. Budgetiert sind rund 2500 neue Stellen, in der Vergangenheit war der effektive Ausbau dann aber rund doppelt so stark wie geplant.

FDP-Präsident Philipp Müller kritisiert diese Entwicklung: «Die Zunahme der Arbeitsplätze in der Schweiz findet leider überdurchschnittlich deutlich in unproduktiven Bereichen statt.» Die grosse Mehrheit der Privatunternehmen gibt in der Job-Umfrage an, 2014 die Stellenzahl stabil zu halten oder leicht zu erhöhen. Mit einem Abbau wird hingegen bei Alstom, CS und UBS, Clariant, Lonza, Johnson & Johnson, Rieter, Arbonia Forster und Valora gerechnet.

Was finden Sie? Hat FDP-Präsident Müller mit seiner Kritik recht oder ist es im Gegenteil gut, wenn der Bund Arbeitsplätze schafft?

(jam)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ur Schweizer am 29.12.2013 12:50 Report Diesen Beitrag melden

    Ausländerbesetzung

    Augenfällig ist für mich, ohne diskriminierend zu wirken, dass die Bundesstellen je länger desto mehr mit Deutschen besetzt sind. Bei einem Anruf an ein Bundesamt im Oktober, wurde ich mit vier Sachbearbeiter verbunden (es handelte sich um mehrere Auskünfte), alle vier waren Deutsche und alle vier forderten mich auch auf Hochdeutsch zu sprechen da sie kein Schweizerdeutsch verstehen würden. Eigentlich erwarte ich , wenn ich einem Bundesamt in der Schweiz anrufe, dass ich in einer der vier Landessprache sprechen kann und nicht Hochdeutsch (5. Landessprache?)

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  • DonChiscioote am 29.12.2013 10:03 Report Diesen Beitrag melden

    Gruss vom Steuerzahler

    Schlicht und einfach katastrophal! Früher oder später wird unsere Gesellschaft nur noch aus 2 Personengruppen bestehen: Staatangestellten und Arbeitslosen. Und die Privatwirtschaft? Die werden Ihren "Erfolgsmodell" von modernem Sklaventum dank billiger und verzweifelter Menschenware aus dem Ausland weiterhin erfolgreich pflegen. Aber keine Angst: Hauptsache der PIL steigt.....

  • Jakov Koller am 29.12.2013 14:35 Report Diesen Beitrag melden

    Job muss man haben, nicht Arbeit!

    Frage mich, wo eigentlich der wahre Sozialmissbrauch ist? Vor oder hinter dem Schalter!

Die neusten Leser-Kommentare

  • holderer am 31.12.2013 14:29 Report Diesen Beitrag melden

    Unbelehrbar

    Mit diesen Zahlen/Angaben kann sich unsere Bundesregierung absolut nicht brüsten.Das zeigt einmal mehr die Unfähigkeit und ist eine Schande dem Steuerzahler gegenüber.Die kürzlichen Versuche an Geld zu gelangen,zeigt deutlich wohin es fliessen/eingesetzt würde.(Mehr Geld,mehr Verwaltung)Sie haben es nicht mal geschafft,die Aufgaben des Volkswillen zu erledigen, anscheinend immer noch zu wenig Personal.Um diese Auswüchse zu bremsen gibts nur eins,jeden Versuch in unser Geldbeutel an der Urne abzulehnen.Mit Haushälterischem Umgang hat es nicht mehr zu tun,wird aber jeden Tag von UNS verlangt.

  • Jenny am 30.12.2013 15:49 Report Diesen Beitrag melden

    Griechenland

    Wir sind wie Griechenland. Nur haben wir zum Glück noch Unternehmen und Reiche die Steuern bezahlen. Jetzt in der Hochkonjuktur langt das Geld dem Staat nicht. Was wen die Konjuktur schwächer wird. Griechenland wir kommen.

  • Dsire Dujardin am 30.12.2013 13:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Muss das sein

    Kein Wunder, bezahlen wir im Kanton Bern so extrem hohe Steuern. Wer möchte nicht auch einmal mit dem Geld der Anderen so um sich werfen können. Dazu kommt, dass die Staatsangestellten nicht einmal bis 65 arbeiten mssen. Das kostet noch einmal viele Steuerfranken!

  • Beni S. am 30.12.2013 12:30 Report Diesen Beitrag melden

    Linke = Steuergeldverbrenner

    Und die Linken verhindern (leider) erfolgreich jeden Versuch, die Verwaltungen zu entschlacken, schlanker und effizienter zu machen. Und das mit unseren Steuergeldern. Es ist an der Zeit, dass die Wählerschaft endlich umdenkt und die linken Steuergeldverschwender in die Wüste schickt!

  • Heiri Müller am 30.12.2013 12:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einfach nur tragisch

    Ist doch einfach nur tragisch! Die EU macht es uns ja vor wohin das Ganze führt! Alle diese Leute müssen ja irgendwie bezahlt werden. Das interessiert unsere Politiker aber überhaupt nicht. Denn für's bezahlen gibt's ja Deppen wie wir es sind. Dem sagt man dann Sozial oder wie?