Industrie

13. Juni 2016 16:31; Akt: 13.06.2016 17:31 Print

Stadler Rail spürt den Frankenschock

Der Umsatz und der Auftragseingang von Stadler Rail sind leicht zurückgegangen. Trotzdem mag Firmenchef Peter Spuhler kein Trübsal blasen.

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Erklärungen: Firmenchef Peter Spuhler geht auf die Zahlen des letzten Betriebsjahr ein. (13. Juni 2016) (Bild: Keystone)

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Der Umsatz des Schienenfahrzeugherstellers lag mit 1,76 Milliarden Franken gut 100 Millionen tiefer als 2015, wie Stadler Rail am Montag am Hauptsitz in Bussnang TG informierte. Rückläufig waren die Umsätze in der Schweiz und in Deutschland, während das Unternehmen in Fokusmärkten wie Polen, Ungarn, Italien, Niederlande und Skandinavien zulegte.

Der Auftragseingang lag mit 2,1 Milliarden Franken tiefer als 2013 und 2014, als der Schienenfahrzeugbauer noch Aufträge von 2,6 Milliarden respektive 2,9 Milliarden Franken akquirierte. Dennoch bezeichnete Stadler den Auftragseingang als gut.

Werke mehrheitlich gut ausgelastet

Schwerwiegender seien aber die Auswirkungen der Wechselkursverwerfungen, hiess es. Dies habe zu einem massiven Einbruch der Margen geführt. Der erneute Frankenschock habe Stadler über 100 Millionen Franken gekostet.

Stadler-Rail-Chef Peter Spuhler zeigte sich an der Medienkonferenz zufrieden. Die Auslastung der Standorte sei mehrheitlich gut. Einzig das Werk in Minsk war als Folge der Erdöl- und Erdgaskrise und der damit verbundenen Rubelkrise schlecht ausgelastet, so dass Stadler dort den Mitarbeiterbestand reduzieren musste.

Auch das Werk in Bussnang TG benötige weitere Aufträge, um auch im Jahr 2017 genügend ausgelastet zu sein. 2016 sei man gut gestartet, sagte Spuhler. Aufträge von fast einer Milliarde Franken, unter anderem von der Südostbahn (SOB) und der Regionalbahn Bern-Solothurn (RBS), seien in den vergangenen Monaten eingegangen.

Aufgrund der Währungskrise in der Schweiz und der Rubelkrise in den GUS-Staaten hat sich Stadler im vergangenen Jahr neu ausgerichtet und will diese Strategie auch 2016 vorantreiben. Der Eintritt in neue Marktsegmente wie Hochgeschwindigkeit, Metro und Lokomotiven sei mit dem Zuschlag des SBB-Auftrags für 29 «Giruno«-Züge für die Gotthardstrecke bereits gelungen.

Neue Märkte im Visier

Auch in neuen geografischen Märkten fasst Stadler derzeit Fuss: Zur strategischen Neupositionierung gehörten etwa der Ausbau der Aktivitäten und die Gründung einer lokalen Fertigung in den USA oder ein Neueintritt in Grossbritannien und Australien, hiess es.

Als bedeutendstes Ereignis im vergangenen Jahr bezeichnete Stadler die Übernahme des Lokomotivengeschäfts «Rail Vehicles» von Vossloh in Valencia. Der spanische Lokomotiven-Hersteller beschäftigt rund 850 Mitarbeiter. Mit der Übernahme wuchs Stadler auf knapp 7000 Mitarbeiter und beschäftigt erstmals mehr Personen im Ausland als in der Schweiz.

2016 stehe im Zeichen des Produktionsstarts für den Hochgeschwindigkeitszug Giruno/EC250 für die SBB, hiess es weiter. Der Roll-out des ersten Giruno ist für Frühling 2017 geplant, und ab 2019 sollen die Züge im regulären Fahrplan durch den Gotthardtunnel fahren.

(fal/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Widder am 13.06.2016 20:57 Report Diesen Beitrag melden

    Jammern

    Also ich kenne die Firma Spuhler nur aus der Presse,und nie etwas negatives gehört.Die Firma gibt doch vielen Leuten Arbeit und das sollte man in der heutigen schweren Zeit Ihm hoch anrechnen!!

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  • Rechner am 13.06.2016 18:11 Report Diesen Beitrag melden

    Frankenschock ist relativ

    Der Arme - hoffentlich muss er nicht zum Sozialamt... Der Frankenschock hat sich inzwischen auf ungefähr 10% reduziert. Wer also eine viel höhere Marge gerechnet hat, war halt auch ein bischen zu gierig.

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  • Leo am 13.06.2016 20:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bahn

    Jammern kaum hat er einen Auftrag nicht schon jammern.Auch Konkurenz ist da.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Geissenpeter am 14.06.2016 12:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ich kenne eine Firma...

    die hatte mal 120MA... jetzt sind es etwa 20MA. Die Aussichten dass die 20 bleiben können sind trüb. Angeblich wird der Betrieb in der Schweiz ganz eingestellt, weil der CEO zu wenig Gewinnmarge und Lohn bekommt.

  • The Observer am 14.06.2016 11:08 Report Diesen Beitrag melden

    Braucht wirklich keinen Trübsal...

    ...zu blasen! Grund ist, dass seine Auftragsbücher gut gefüllt sind und das Rollmaterial überall gut ankommt. Die Wirtschaft schwächelt generell gerade sehr stark. Es ist blauäugig, alles NUR auf den starken Franken zu schieben. Ja, der Franken IST stark, aber vielleicht wäre es an der Zeit, sich zu fragen, woran das wohl liegt. Könnte wohl mitunter daran liegen, dass die Schweiz noch eine starke Wirtschaft hat, während andere Länder schon seit Jahren stark straucheln.

  • F. Ranken-Schock am 14.06.2016 08:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stadler Rail - Jammern auf höchsten Niveau

    Das, was Stadler Rail zeigt, dem sagt man Gier. Die ziehen einen Milliarden Auftrag nach dem anderen an Land - und jammern über den Franken. Wann werden die "Unternehmer" wieder mal zufrieden?

    • Bruno am 14.06.2016 09:26 Report Diesen Beitrag melden

      Ach ja?

      Wenn man von der Wirtschaft keine Ahnung hat, sollte man besser schweigen. Sie scheinen auch einer zu sein, der das Auftragsvolumen mit dem Gewinn verwechselt. Wenn man Ihren Kommentar liest, frage ich mich warum Unternehmen noch Arbeitsplätze in der Schweiz schaffen. ( wird sich aber in naher Zukunft drastisch ändern). Hoffe sie haben eine Staatsstelle, ansonsten könnten auch sie betroffen sein!

    • Peter Meier am 14.06.2016 10:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @F. Ranken-Schock

      Jemand kann nur über Gewinnrückgänge jammern, wenn er auch die Zahlen offenlegt.... Und warum hat Stadler in der Schweiz einen CHF Effekt, wenn er doch von SBB, SOB und RHB Aufträge in CHF hat ? Denn Projekte in Deutschland wickelt er über Berlin ab, gleiches gilt für Projekte in Polen oder Österreich......

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  • M.Einung am 14.06.2016 07:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das ist nicht fair!

    Stadler Rail holt sich auch immer wieder temporäre Angestellte,diese verbleiben bis zu einem Jahr in der Firma.Hat er weniger zu tun,werden diese wieder entlassen.Auch sind die Arbeiten in Schichten sehr anstrengend.

  • Stefan am 14.06.2016 05:36 Report Diesen Beitrag melden

    Frankenschock?

    Der Franken hat in den letzten 12 Monaten deutlich an Wert verloren. Ist das jetzt plötzlich auch schlecht? Oder wieder die alte Leier von der Aufhebung vom Mindestkurs obwohl man selcher versagt hat? (Rückgang ist ja in der Schweiz - also kein Währungsproblem.)

    • NOT am 14.06.2016 09:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Stefan

      Ach so, stadler rail kauft ja alles in der Schweiz ein und der einzige Abnehmer ist auch in der Schweiz! Darum kein Währungsproblem! Dass mir das jemand nicht schon am 15.01.2015 erklären konnte :)

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