Daten-Marktplatz

06. Juni 2018 21:49; Akt: 06.06.2018 21:49 Print

Schweizer Firma lanciert ein Ebay für Datenhandel

von R. Knecht - Tech-Firmen verdienen sich mit Nutzerdaten eine goldene Nase. Davon sollen Konsumenten jetzt auch etwas haben, findet ein Schweizer Start-up.

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Die Firma Bitsaboutme bietet eine kostenlose Online-Plattform, auf der Nutzer ihre Daten von Instagram, Facebook & Co. importieren und einsehen können. Auch Schweizer Dienste wie Cumulus von Migros sind bereits in das System eingepflegt. Die Plattform soll Kunden die Möglichkeit geben, mit ihren Daten zu geschäften. «Mit Bitsaboutme wollen wir Nutzern einen Überblick darüber geben, was für Spuren sie im Netz hinterlassen», sagt Mitgründer und Bitsaboutme-CEO Christian Kunz zu 20 Minuten. Kunz war früher CEO des Online-Auktionshauses Ricardo. «Die Datendeals, die heute hinter den Rücken der Leute passieren, können unsere Nutzer in Zukunft selber tätigen und so auch davon profitieren, dass ihre Daten verkauft werden», so Kunz. Zudem biete die Plattform eine Übersicht über die Spuren, die Nutzer im Netz hinterlassen. Haben Nutzer überhaupt das Bedürfnis, mit ihren Daten Geschäfte zu machen? Einige schon, glaubt Reinhard Riedl, Leiter des transdisziplinären Zentrums Digital Society der Berner Fachhochschule. «Aber als Micro-Anbieter können sie kaum gute Deals aushandeln», sagt der Experte zu 20 Minuten. «Genauso wie Ebay vor 20 Jahren den Konsumenten die Möglichkeit gab, Onlinehändler zu werden, können Nutzer von Bitsaboutme nun zu Datenhändlern werden», so Bitsaboutme-CEO Kunz. In beiden Fällen sei das bis zur Einführung des Dienstes den Unternehmen vorbehalten gewesen. Wie steht es um den Datenschutz? «Wir selbst haben keinen Zugriff auf die Daten», betont Kunz. Sie seien verschlüsselt.

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Internet-Nutzer sollen künftig nicht nur die Übersicht über ihre Daten haben, sondern auch die Möglichkeit, diese selbst zu verkaufen. Das ist das Ziel des Schweizer Start-ups Bitsaboutme. Die Firma bietet eine kostenlose Online-Plattform, auf der Nutzer ihre Daten von Instagram, Facebook & Co. importieren und einsehen können. Auch Schweizer Dienste wie Cumulus von Migros sind bereits in das System eingepflegt.

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«Mit Bitsaboutme wollen wir Nutzern einen Überblick darüber geben, was für Spuren sie im Netz hinterlassen», sagt Mitgründer und Bitsaboutme-CEO Christian Kunz zu 20 Minuten. Kunz war früher Chef des Online-Auktionshauses Ricardo, wo er Ricardos damaligen CTO Christophe Legendre kennen lernte, mit dem er schliesslich Bitsaboutme gründete. Ricardo gehört heute wie 20 Minuten zu Tamedia.

Bitsaboutme soll nicht nur Übersicht, sondern auch Geschäftsmöglichkeiten schaffen. Kunz und Legendre planen, einen Daten-Marktplatz zu lancieren. «Die Datendeals, die heute hinter den Rücken der Leute passieren, können unsere Nutzer in Zukunft selber tätigen und so auch davon profitieren, dass ihre Daten verkauft werden», so Kunz.

Ein Ebay für Daten

Das Prinzip sei ähnlich wie bei anderen Online-Marktplätzen: Nutzer können ihre Daten zu einem bestimmten Preis anbieten und erhalten von Interessenten Angebote für Daten-Deals. Kunz sieht dabei direkte Parallelen zu den Online-Auktionshäusern, bei denen er früher arbeitete: «Genauso wie Ebay vor 20 Jahren den Konsumenten die Möglichkeit gab, Onlinehändler zu werden, können Nutzer von Bitsaboutme nun zu Datenhändlern werden», so der CEO des Unternehmens. In beiden Fällen sei das bis zur Einführung des Dienstes den Unternehmen vorbehalten gewesen.

Der Daten-Marktplatz steht kurz vor der Lancierung. Bitsaboutme befinde sich in den abschliessenden Diskussionen mit Unternehmen, die als potenzielle Käufer im Marktplatz erscheinen werden. Sobald die erste Firma definitiv an Bord ist, werde die Plattform für Konsumenten zugänglich sein. «In wenigen Wochen sollte es so weit sein», sagt Kunz dazu.

Alles verschlüsselt

Wie steht es um den Datenschutz? «Wir selbst haben keinen Zugriff auf die Daten», betont Kunz. Sie seien verschlüsselt. Bitsaboutme gebe nur die Daten weiter, bei denen der Nutzer explizit seine Einwilligung gegeben hat. «Genauso wie Airbnb keine Hotelzimmer besitzt, besitzt Bitsaboutme keine Daten», so der CEO.

So macht Bitsaboutme Geld: Ähnlich wie bei Ricardo oder Ebay soll die Firma bei erfolgreichen Deals eine Kommission kassieren. «Für den Konsumenten bleibt der Dienst aber immer kostenlos», verspricht Kunz.

Kaum gute Deals

Haben Nutzer überhaupt das Bedürfnis, mit ihren Daten Geschäfte zu machen? Einige schon, glaubt Reinhard Riedl, Leiter des transdisziplinären Zentrums Digital Society der Berner Fachhochschule. «Aber als Micro-Anbieter können sie kaum gute Deals aushandeln», sagt der Experte zu 20 Minuten. Gemäss der «Handelszeitung» ist die Zahl der angemeldeten Nutzer im deutschsprachigen Raum derzeit im vierstelligen Bereich.

Laut Riedl gibt es aber auch viele Menschen, die bereit sind, Daten für einen guten Zweck herzugeben, etwa für eine bessere Gesundheitsversorgung. Das ermöglicht Bitsaboutme ebenfalls, wie der CEO Kunz sagt. Käufer könnten etwa auch Bildungsanstalten oder Behörden sein.

Experte Riedl bezweifelt allerdings, dass eine Handelsplattform für Daten die Lösung für drängende Probleme sein wird. Im Gesundheitswesen etwa werden zwar sehr viele Daten gesammelt, diese dürfen aber nur extrem beschränkt genutzt werden. «Ich glaube nicht, dass viele bereit sind, ihre medizinischen Daten an Datenhändler zu verkaufen, die mit dem Handel Profit machen.»


In diesem Erklärvideo zeigt das Unternehmen, wie Bitsaboutme funktioniert. (Video: Bitsaboutme)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • lightning 6 am 06.06.2018 22:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was ?

    Sollte da nicht bezahlte Werbung stehen über dem Artikel ?

    einklappen einklappen
  • Amina123 am 06.06.2018 22:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nein danke

    solls nutzen wer will,für mich ist das nix.

  • Herr Paternoster Live us de Chnelle am 06.06.2018 22:02 Report Diesen Beitrag melden

    ja henau

    kann ich da auch noch die Anzahl Einerli hochladen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Dagobert am 07.06.2018 18:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super

    dann wird die Hehlerei mit geklauten Daten ja einfach zu finden sein.

  • Ephraim Lercher am 07.06.2018 17:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gerne wieder

    Habe dort gerade all meine Daten für 3 Rappen verkauft. Sehe guter Preis, Topgeschäft, freundlich, schnelle Überweisung, sehr zufrieden.

  • N/S am 07.06.2018 11:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nicht neu

    Nur dumm dass es bereits zahlreiche Start-up's und ICO's gibt, die ein ähnliches/gleiches Projekt lancieren. Nur besser..

  • Mitnik am 07.06.2018 11:28 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist nichts anderes als Prostitution

    Seine eigenen Daten zu verkaufen ist gleich zu setzen mit Prostitution.

  • Larkman am 07.06.2018 10:04 Report Diesen Beitrag melden

    Wird ja lustig

    Ich kanns mir schon richtig vorstellen: "Hey Mr Unternehmer, brauch Kohle, hier hast du ein paar Daten über mich". "Nein Danke, hab ich alle schon, und btw; willst du nicht mal über einen KK Wechsel nachdenken?"