Leser-Storys

02. März 2018 11:30; Akt: 02.03.2018 11:31 Print

«Ich freue mich mega auf die Steuererklärung»

von R. Knecht - Nicht alle reagieren sauer auf die Steuererklärung. Manche rennen gar zum Briefkasten und hoffen, dass die Formulare da sind.

Bildstrecke im Grossformat »
Einige unserer Leser können kaum verstehen, dass man sich über die Steuererklärung aufregen kann. Steuern lassen sich optimieren. Allerdings ist der Zeitpunkt entscheidend. Um in der aktuellen Steuererklärung den Abzug machen zu können, hätte man oft bereits im alten Jahr die Weichen richtig stellen müssen. Ein legaler Trick, wie man die Steuerlast optimieren kann, ist die Einzahlung in eine Pensionskasse. Lohnenswert ist es, Beiträge in die Säule 3a einzahlen. Die Beiträge können vollumfänglich vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden. Ein vereinfachtes Rechenbeispiel: Bei einem steuerbaren Einkommen von 75'000 Franken können pro 1000 Franken Einzahlung rund 200 Franken Steuern gespart werden. Wer Geld für gemeinnützige Vereine, Hilfswerke oder Parteien spendet, kann diese Beträge bei der Steuererklärung vom Einkommen abziehen. Aber man sollte die Quittung unbedingt aufbewahren. Werterhaltende Investitionen an der eigenen Liegenschaft können Sie von den Steuern abziehen. Teilt man diese Kosten auf zwei Kalenderjahre auf, umgeht man die Progression und spart Steuern. Wer auf das Jahresende hin umzieht, sollte darauf achten, wo er am 31. Dezember seinen Wohnsitz hat. Der genannte Stichtag entscheidet, in welchem Kanton man für das gesamte abgelaufene Jahr seine Steuern bezahlt. Das kann grosse Unterschiede machen. Sie sind kein religiöser Mensch und wollen sich die Kirchensteuer sparen? Ein Austritt ist theoretisch jederzeit möglich. Aber: Je nach Kirchgemeinde zahlt man die Steuer fürs ganze angefangene Jahr. Mit einer Schenkung oder einem Erbvorbezug kann die ältere Generation die Belastung bei der Vermögenssteuer senken. In den meisten Kantonen sind die Nachkommen von der Steuer befreit. Wichtig ist allerdings, dass die beschenkte Person den Betrag in der Steuererklärung ebenfalls deklariert. Im Bild steht Nationalrätin Anne-Catherine Lyon vor einer Schenkung an das Musée cantonal des Beaux-Arts de Lausanne. Die Zahnarztkosten kann man ebenso wie die allgemeinen Krankheitskosten teilweise vom Einkommen abziehen, sofern sie nicht durch eine Versicherung gedeckt sind. Dazu gehören alle Krankheitskosten, die 5 Prozent des Reineinkommens übersteigen.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Steuererklärung wirft viele Fragen auf und verunsichert die Bürger, wie sich im Live-Chat von 20 Minuten am Mittwoch gezeigt hat. Doch nicht alle ärgern sich über die jährliche Pflichtaufgabe. Für manche sind die Formulare sogar ein Grund zur Freude.

Umfrage
Wie viele Steuererklärungen füllen Sie jährlich aus?

Auch einige 20-Minuten-Leser sind Fans der Steuererklärung – hier erklären sie, warum:

«Die Steuererklärung ist ein Highlight»
Andreas M. (42), Finanzkontroller: «Wenn die Steuererklärung kommt, ist das für mich ein totales Highlight. Ich will immer einer der Ersten sein, der die ausgefüllten Formulare einreicht. Ich mache mir einen Sport daraus, vorherzusagen, wie viel Steuern ich letztendlich zahlen muss. Ich hasse es nämlich, wenn mich die Steuerrechnung überrascht. Wenn ich maximal 5 Franken daneben liege, ist das für mich eine Ziellandung. In den letzten zehn Jahren habe ich das etwa jedes zweite Mal geschafft. Manche finden dieses Verhalten krank, aber für mich passt es.»

«Wie ein Geburtstagsgeschenk»
Jonas P. (41), Buchhalter: «Ich liebe das Ausfüllen der Steuererklärung und werde oft dafür belächelt. Mir gefällt diese Art von Aufgabe einfach. Dass ich mit meinen Steuern einen Beitrag zur Allgemeinheit leiste, ist zudem eine Motivation beim Ausfüllen. Einmal kam das Couvert der Steuerbehörden sogar an meinem Geburtstag. Das war für mich wie ein Geschenk. Mittlerweile ist das zu einem Running Gag in der Familie geworden.»

«Renne jeden Tag zum Briefkasten»
Michaela P. (30), Leiterin Altersheim: «Ich freue mich mega auf die Steuererklärung und renne jeden Tag zum Briefkasten in der Hoffnung, dass sie da ist. Sie gehört für mich zum Jahresabschluss. Da ich eine berufstätige, alleinerziehende Mutter bin, ist es für meine Lebensgrundlage auch sehr wichtig zu wissen, wie viele Steuern ich bezahlen muss beziehungsweise ob ich etwas zurückerhalte. Ich fülle die Steuererklärung manchmal auch für die Schwiegermutter oder Mitbewohner aus – sie wissen, dass ich es gern mache.»

«Steuererklärung ist wie ein Frühjahrsputz»
Daniel R. (35), Finanzcontroller: «Die Steuererklärung auszufüllen ist wie ein Frühjahrsputz oder eine Entsorgungsaktion. Es ist zwar mühsam und oft schmerzhaft, aber es gibt einem nachher das befriedigende Gefühl, etwas Lästiges erledigt zu haben. Ich freue mich jedes Jahr, die ganzen Stapel von Belegen endlich bearbeiten und dann weglegen zu können. Das ist eine der seltenen Möglichkeiten, verhältnismässig schnell zum Erfolgserlebnis zu kommen.»

«Fülle zehn Steuererklärungen am Tag aus»
Sarah V.: «Ich arbeite in einem Treuhandbüro, da kann es schon mal vorkommen, dass ich bis zu zehn Steuererklärungen an einem Tag ausfülle. Das macht mir richtig Spass. Ich verstehe all die Leute nicht, die das Ausfüllen der Steuererklärung nicht mögen.»

«Bei dieser Prüfung weiss ich alle Antworten»
Janik J. (19), Kundenbetreuer Krankenkasse: «Wenn ich die Steuererklärung ausfülle, fühle ich mich wie bei einer Prüfung, für die ich so gut gelernt habe, dass ich alle Antworten weiss. Ich habe mal auf der Steuerverwaltung gearbeitet, darum kenne ich mich da aus. Aber selbst wenn nicht, gibt es online und auf den Formularen selbst ja genügend Informationen, dass es kein Problem ist, die Steuererklärung schnell und korrekt auszufüllen.»

«Finde gern Abzüge»
Dominik G. (42), Versicherungsberater: «Mir gefällt es, bei der Steuererklärung möglichst viele Abzüge rauszuholen. Ich will auch sonst im Alltag immer meine Kosten optimieren. Bei der Steuererklärung habe ich die Möglichkeit, das bei einer der grössten Rechnungen des Jahres zu tun. Mittlerweile habe ich diesbezüglich auch den einen oder anderen Kniff gelernt.»

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • lol am 02.03.2018 11:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ironie

    Ich kann diese Aussagen einfach nicht lesen, ohne mir dabei einen ironischen Unterton einzubilden!!! :)

    einklappen einklappen
  • Reto Signorell am 02.03.2018 11:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Oha lätz!

    Bin ich der Einzige der nicht gerne Steuern zahlt?

    einklappen einklappen
  • Löli47 am 02.03.2018 11:50 Report Diesen Beitrag melden

    Ich habe

    das Couvert bis jetzt nicht aufgemacht. Kam Ende Januar.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Waterpolo1s am 11.03.2018 13:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ... ich nicht! Warum?

    Ich nicht! Warum? Aus meiner Sicht sollte man überall fast. gleich viel Steuern zahlen. Es darf doch nicht sein, dass z.B. die Reichen in Gemeinden wohnen, wo wenig Steuern anfallen und sie z.B. in Zürich von der Infrastruktur, Theater, Konzerten und und und .. gleich viel zahlen wie die sehr steuerbelasteten Zürcher!!! ... Darf nicht sein!! .. echt nicht!

  • siesie am 06.03.2018 05:51 Report Diesen Beitrag melden

    igitt

    ich fülle die Steuererklärung immer ende märz aus, benötige dazu hochdruck und ich entblösse meine Finanzlage ungerne jahr für jahr..kein wunder bei einem steuerfuss von 146%

  • Brösmeli am 05.03.2018 13:43 Report Diesen Beitrag melden

    Steuern

    Ich verstehe, dass niemand gerne Steuern zahlt, das ist ja klar. Aber mir scheint es als ob einige nicht verstehen, dass ein Staat nicht funktionieren kann ohne Steuern? Seid doch froh leben wir in der Schweiz. Oder möchtet ihr enden wie beispielsweise Griechenland?

    • siesie am 06.03.2018 05:53 Report Diesen Beitrag melden

      @Brösmeli

      wenn Alle dies tun wollen/ können und es kantonal keine unterschiede gäbe wärs mir auch egal..

    einklappen einklappen
  • Neumann am 04.03.2018 22:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Befriedigt mich

    Steuererklärung ausfüllen ist mein heimlicher Fetisch. Macht mich jeweils ganz kirre. Und erst die Einzahlungen -soo befriedigend!

  • Clever am 04.03.2018 17:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    bei den Abzügen mache ich immer

    ein Minuszeichen im Feld, so werden diese addiert statt abgezogen. Ich bezahle die viel zu hohe Rate. Bis die amtliche Korrektur folgt, ist mein Geld zu 3% Vergütungs Zins mit Staatsgarantie und erst noch Verrechnungssteuerfrei angelegt! ganz schön clever, gell.

    • Stine am 05.03.2018 06:49 Report Diesen Beitrag melden

      @clever

      Wo bekommen Sie denn 3%?

    • Ich.. am 05.03.2018 10:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Stine

      Kaufe Harassen für 1.-Fr...und verkaufe sie für 4.-..sooo. einfach komme ich zu den 3%!

    • Neumann am 11.03.2018 15:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Clever

      So was cleveres und lustiges habe ich hier wirklich noch selten gelesen. Einfach toll, gratuliere Clever. Hat mir grad den Sonntagskuchen versüsst.

    einklappen einklappen