Bilanz deponiert

02. Oktober 2017 12:51; Akt: 02.10.2017 13:26 Print

Strumpfmarke Fogal und Badelabel Lahco vor dem Konkurs

Die beiden Traditionsmarken Fogal und Lahco of Switzerland haben beim Bezirksgericht Meilen die Bilanz deponiert.

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Bilanz deponiert: Fogal sowie das Badelabel Lahco of Switzerland stehen vor dem Konkurs. (Bild: Keystone/Walter Bieri)

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Die einstige Gaydoul-Strumpffirma Fogal sowie das Badelabel Lahco of Switzerland stehen vor dem Konkurs. Die 8 Schweizer Filialen würden bereits am Montagmittag ausgeräumt und geschlossen, sagte der Sprecher der Firma Lahco of Switzerland /Fogal AG auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Betroffen seien 6 alleinstehende Läden sowie 2 Shop-in-Shops beim Warenhaus Globus.

Von der Insolvenz betroffen sind 35 Mitarbeitende in der Schweiz, die hauptsächlich in der Produktion in Erlenbach ZH arbeiteten, wie es in einer Mitteilung von Lahco/Fogal vom Montag heisst. Wie viele Mitarbeiter Lahco/Fogal im Ausland beschäftigte, konnte der Sprecher vorerst nicht sagen.

Die Insolvenz werde auch Auswirkungen auf die internationalen Ländergesellschaften haben. Genaueres konnte der Sprecher nicht sagen.

Die Traditionsmarke Fogal war seit 2009 im Besitz der Gaydoul-Gruppe von Denner-Erbe Philippe Gaydoul. Er verkaufte sie 2015 an das Schweizer Bademode-Unternehmen Lahco.

Bei Lahco sorgte der ehemalige Kleinaktionär Eberhard von Koerber für die Kapitalerhöhung, die für die Fogal-Übernahme nötig war. Letztes Jahr übernahm der damals 78-Jährige das Präsidium der Firma Lahco/Fogal. Von Koerber war früher Führungsmitglied bei ABB und BMW.

Tod des Hauptaktionärs als Auslöser

Grund für den Konkurs sei der unerwartete Tod des tragenden Unternehmeraktionärs Eberhard von Koerber, heisst es in der Mitteilung weiter. Dadurch sei eine neue Situation und Lücke entstanden, die auch mit grossem Engagement aller Beteiligten nicht behoben werden konnte.

Die im Turnaround übernommenen Marken seien erfolgreich auf Kurs gewesen, heisst es weiter. Die neuen Kollektionen hätten Anklang gefunden. Erfolge hätten auch mit der Neuaufnahme in die Sortimente bedeutender Warenhausgruppen in den letzten Monaten verzeichnet werden können.

Was nun mit den Marken Lahco und Fogal passiere, sei Sache der Konkursverwalter, sagte der Sprecher.

Das Bademodelabel Lahco wurde 1922 gegründet. Fogal wurde 1921 von Léon Fogal gegründet und eröffnete 1923 die erste Boutique in Zürich. Denner-Erbe und Investor Gaydoul übernahm Fogal, um sein Lifestyle-Engagement zu verstärken. Er besitzt auch die Schuhmarke Navyboot. o.

(fur/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Buebi Stansstad am 02.10.2017 15:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schaumschläger

    vielleicht rückt jetzt auch immer ein stück mehr ans tageslicht, dass gaydoul (auch wenn er verkauft hat) als geschäftsmann nur ein glücklicher erbe war.

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  • Lara Züri am 02.10.2017 13:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schade

    Sehr schade um das Unternehmen und die Labels. Wo kaufe ich jetzt meine schönen Straps - Strümpfe? Sniff.

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  • Pete am 02.10.2017 13:18 Report Diesen Beitrag melden

    Überall zieht sich die Schlinge zu...

    Doch über das Grundübel zu diskutieren und es kritisch zu hinterfragen geht natürlich nicht: Das aktuelle Schuldgeldsystem. Nur weiter so, es muss krachen, damit die Menschen aufwachen. 1 von 10 MUSS Pleite gehen, damit die anderen 9 nur ihre Zinsen bezahlen können. Also wohin führt das? Wie dumm kann man eigentlich sein, das nicht erkennen zu können oder wollen?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Zoe Anders am 04.10.2017 19:54 Report Diesen Beitrag melden

    Ich liebe schöne Strümpfe

    ..doch leider wurde ich die paar Male die ich Fogal besuchte nie freundlich bedient oder gar nicht beachtet.. Die Damen dachten ich könnte mir die Ware nicht leisten, nehme ich jetzt mal an.. Janu es gibt genügend Alternativen.. Trotzdem schade wenn Traditionsunternehmen verschwinden..

  • M.P.HERMANN. am 03.10.2017 21:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    DAS AUS ZWEIER FIRMEN...

    ex denner gaydoul ist bekannt, vieles aufzukaufen,wieder abzustossen usw und sofort ... da hatte der verstorbene denner boss karl schweri das bessere geschäftliche feeling. es bleibt abzuwarten, bis schlussendlich die schwer ueberteuerten artikel von navyboot ebenfalls den hang abrutschen und glaydoul das navy am boot in die falsche richtung steuert...oder wird navyboot vor dem bruch abgestossen, sollte jemand die marke ueberhaupt ans land ziehen wollen...?!? die zukunft wirds zeigen.

    • Martial2 am 03.10.2017 23:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @M.P.HERMANN.

      Das ist richtig, der Herr Gaydoul tanzt an zu vielen Hochzeiten, kauft ein, verkalkuliert sich und verkauft weiter. Anscheinend ein sehr intelligenter Mann, aber das ist es ja, der Krug geht zum Brunnen bis er bricht... An seiner Stelle hätte ich die Denner AG behaltet, denn der Erfolg steht immer noch!!

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  • Rico S am 02.10.2017 21:31 Report Diesen Beitrag melden

    Frauen tragen Hosen

    Fogal braucht es nicht mehr, weil die überwiegende Anzahl der in der Schweiz lebenden Frauen nur Hosen tragen. Wozu da noch schön bestrumpfte Beine. Klar, dass solche Firmen dann Konkurs gehen, wenn der Haupt- oder Alleinaktionär die Defizite nicht mehr übernimmt.

    • kein schöner Anblick mehr am 03.10.2017 16:35 Report Diesen Beitrag melden

      vorbei

      Leider ist die zeit, als Frau Strumpf und stiefel trugen, vorbei:-(

    • Martial2 am 03.10.2017 23:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Rico S

      Es ist schon so, dass zuhause die meisten Frauen die Hosen anhaben...

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  • Alex Keller am 02.10.2017 20:57 Report Diesen Beitrag melden

    1x1 und die Arbeiter

    Zitat: Tod des Hauptaktionärs als Auslöser flaues Gefühl, dass man hier das 1x1 der Unternehmensführung ignorierte. Hoffentlich finden alle Arbeiter schnell neue Arbeit.

    • Martial2 am 03.10.2017 23:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Alex Keller

      Es wird schwierig, da die Textilbranche schon lange tot ist!

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  • Kayleigh am 02.10.2017 18:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Da stimmt doch was nicht...

    ...wenn infolge Tod eines einzigen Managing-Directors alles aus ist! Turnaround gelungen - eben nicht! Oder?!

    • Ruefi Schneider am 02.10.2017 19:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Kayleigh

      Oder es wurden eben zuviel Boni an die Oberen bezahlt

    • Heinz Maier am 02.10.2017 21:06 Report Diesen Beitrag melden

      @Ruefi Schneider

      wohl eher hat der eigentümer kapital in ein unrentables geschäft gepumpt um es am leben zu halten obwohl es schon längst nicht mehr rentiert. ist denke ich wahrscheinlicher als ihr boni märchen.

    • Andrin am 03.10.2017 19:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Heinz Maier

      Vielleicht die Gewinne waren gerade aureichend um die Mitarbeiter zu bezahlen und jetzt will niemand das Geschäft weiterführen weil dieses keine grosse Gewinne abwirft.

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