Krankenkassen

14. November 2012 14:55; Akt: 14.11.2012 17:21 Print

Supra Assurances pleite - schwere Vorwürfe an VR

Die Krankenzusatzversicherung Supra Assurances muss wegen Überschuldung in den Konkurs. Drei Verwaltungsräte werden wegen schweren Mängeln suspendiert.

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Grund für das Eingreifen der FINMA seien schwerwiegende Mängel in der Unternehmensführung und dem Risikomanagement. (Bild: Keystone)

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Die Zusatzversicherung der Krankenkasse Supra hat ein Rückstellungsmanko von über 500 Millionen Franken, teilte die Finma am Mittwoch mit. Um die mehr als 70'000 Zusatzversicherten des in Lausanne ansässigen Unternehmens zu schützen, ordnet die Finma per sofort an, den gesamten Versichertenbestand in die Assura zu integrieren. Diese gehört wie Supra Assurances zur Divesa-Gruppe.

Gleichzeitig werden Divesa, Assura und die Servicegesellschaft Figeas der Gruppenaufsicht der Finma unterstellt. Auch werden die Verwaltungsräte der drei Gesellschaften sowie der Chef der Divesa suspendiert und ein Beauftragter als Organ eingesetzt, wie die Finma mitteilte.

Schwerwiegende Mängel

Die Finma stellte bei der Gruppe Hinweise auf schwerwiegende aufsichtsrechtliche Mängel in Corporate Governance, Risikomanagement, Compliance und Controlling fest. Für weiterführende Abklärungen setzte die Finma im August 2012 zur vertieften Überprüfung einen unabhängigen Untersuchungsbeauftragten ein, der insbesondere die Bewertung der Verpflichtungen zu prüfen hatte.

Dieser bestätigte in seinem Abschlussbericht schwere Unzulänglichkeiten und stellte zudem eine Überschuldung der Supra Assurances SA fest: Die Supra Assurances SA ist zwar in der Lage, die laufenden Kosten zu decken, die notwendigen Rückstellungen für künftige Leistungen sind aber nicht angemessen gebildet worden.

Obligatorische Versicherung nicht betroffen

Die operative Tätigkeit und die finanzielle Stabilität der Assura seien auch nach der Bestandesübertragung nicht infrage gestellt. Die Solvenz der Assura «war und ist nicht gefährdet», schreibt die Finma. Auch sind die Unternehmen der obligatorischen Krankenversicherung (Grundversicherung) der Gruppe nicht betroffen.

Was bedeutet dies für die Versicherungsnehmer?

Durch die Übertragung sämtlicher Versicherungsnehmer der Supra Assurances SA auf die Assura SA wird sichergestellt, dass kein Versicherter seine Versicherungsdeckung verliert. Die Versicherungsnehmer erhalten Produkte der Assura SA, deren Leistungen mit den bisherigen möglichst übereinstimmen. Für die Aufnahme bei der Assura SA wird es keine Gesundheitsprüfung geben, wie dies sonst beim Abschluss von neuen Zusatzversicherungen üblich ist.

Prämienerhöhungen

Bei Produkten mit Eintrittsaltersgarantie müssen die Modalitäten angepasst und Prämien erhoben werden, die das effektive Alter mitberücksichtigen. Dies ist Teil der Sanierungslösung und wird bei vielen Versicherungsnehmern zu Prämienerhöhungen führen. Im Rahmen des Sanierungsplans wird jedoch versucht, solche Prämienerhöhungen so weit wie möglich abzufedern.

Die Versicherten werden über die Prämienanpassungen und mögliche künftige Prämien informiert, damit sie sich ein Bild über die zu erwartende finanzielle Belastung verschaffen können. Die Versicherungsnehmer der Supra Assurances SA erhalten durch die Übertragung ihrer Policen auf die Assura SA ein einseitiges Kündigungsrecht.

Die Assura erklärte in einer Stellungnahme, sie wolle jeder versicherten Person der Supra Assurances eine möglichst gleichwertige Zusatzversicherungsdeckung anbieten. Sämtliche Kostengutsprachen und Deckungszusagen würden anerkannt. Ein telefonischer Auskunftsdienst werde umgehend eingerichtet.


(whr/sda)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • C.W. am 15.11.2012 12:19 Report Diesen Beitrag melden

    Sofortiges ANgebot von Assura erwünscht

    Dann erwarte ich von der Assure umgehend eine Offerte wie hoch meine jetzige Prämie mit den selben Leistungen aussieht. Vielleicht will ich meine Zusatzvers. ja gar nicht bei der Assura.

  • M. W. am 14.11.2012 20:30 Report Diesen Beitrag melden

    Da ist was faul:

    Wie kann das sein, dass eine relativ kleine Kasse eine Unter-Reservierung von CHF 500 Mio. hat, wenn alle Krankenkassen zusammen Verbindlichkeiten von rund CHF 8.5 Mia. haben?

  • Obligatorische Prämienzahler am 14.11.2012 20:16 Report Diesen Beitrag melden

    Wann endlich kommt

    die staatliche Einheitskrankenkasse? Alles Andere ist Zockerei.

    • Peter Frey am 15.11.2012 00:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Uninformiert

      Dieser Fall hat mit der Grundversicherung (und nur um die ginge es bei einer Einheitskasse!) überhaupt nichts zu. Jeder hat das Recht auf die eigene Meinung, aber kein Recht auf eigene Fakten! Sorry, aber Ihr Kommentar beruht auf Unwissen.

    • jasmin am 15.11.2012 06:23 Report Diesen Beitrag melden

      richtig informieren

      die einheitskrankenkasse müsste vom volk angenommen werden und da das volk klug genung wäre würde dies hochkantig abgelehnt wissen sie warum? informieren sie sich richtig dass wissen sie es

    • Eva B am 15.11.2012 07:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Die Einheitskassen

      Die Einheitskassen sorgen dafür, dass nur noch das nötigste versichert ist. Viele werden sich zusatzversichern und somit gibt es wieder Nährboden für die abzocker Manager.

    • Roli am 15.11.2012 08:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Enheitskasse

      EinheitsKK muss her, es geht nicht darum, ob wir das wollen, sondern darum, wie lange wir uns das alte System noch leisten können. Alle KK- Räte verdienen zuviel und der ganze Rattenschwanz danach auch.

    • Ginar am 15.11.2012 10:18 Report Diesen Beitrag melden

      Einheitskasse bringt nichts!!!

      Genau Peter! Die Einheitskasse, kann sogar teuer werden! Viele hier haben keiene Ahnung von was sie sprechen. Genau diese werden es auch sein, die sich beklagen werden (zu teuer, wieso zahlen die nicht......)falls es zu einer Einheitskasse kommen wird.

    einklappen einklappen
  • Giorgio am 14.11.2012 17:49 Report Diesen Beitrag melden

    Suspendierte Verwaltungsräte

    Suspendiert zu werden muss bei einer konkursiten Firma bestimmt sehr ärgerlich sein. Wurden sie wenigstens angeklagt, die drei Verwaltungsräte? Wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung? Ist immerhin ein Offizialdelikt.

    • charly am 14.11.2012 22:12 Report Diesen Beitrag melden

      Der Kunde Zahlt

      Die kassieren sicher noch, uns gehen nicht einmal mehr ins Büro.

    • Hans M am 15.11.2012 10:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      V R

      wie damals bei der swissair , den VR s passiert nie was, denn die armen haben ja sooo viel verantwortung ??????

    einklappen einklappen
  • Steuerzahler am 14.11.2012 17:46 Report Diesen Beitrag melden

    Die Verantwortlichen zur rechenschaft

    ziehen, und die VRS auf Existenzminimum stellen