Flughafen Genf

12. November 2012 13:02; Akt: 12.11.2012 15:21 Print

Swiss kämpft mit Superflieger um Romands

von Sabina Sturzenegger - Der Angriff der Fluggesellschaft Swiss auf Billig-Konkurrentin Easyjet geht weiter: Swiss schafft in Genf 250 neue Jobs und stationiert ihre modernste Flotte in der Rhonestadt.

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Fixe Crew, neue Flotte, besserer Service: Swiss will Billig-Konkurrentin Easyjet in Genf ausbremsen. (Bild: Keystone)

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Die Westschweizer Swiss-Kunden können sich freuen: Im Flugzeug gibts bald Spezialitäten aus der Romandie sowie französischsprachige Crew-Mitglieder, und ihr Gepäck wird vor Ort direkt abgeholt und ans Flugziel befördert.

Wie die Swiss am Montag in einer Mitteilung schreibt, will die Fluggesellschaft in Genf eine neue Offensive starten: Eine 250-köpfige Crew mit 160 Cabin-Crew-Mitgliedern sowie 90 Piloten sollen vor Ort besser den Bedürfnissen der lokalen Fluggäste entgegenkommen.

Muttersprache Französisch

«Mit lokalen Crews, deren Muttersprache Französisch ist und in der Region verankert sind, können wir die Kundenbedürfnisse in der Romandie besser bedienen», sagt Swiss-COO Rainer Hiltebrand gemäss der Mitteilung. Ein eigenes Management-Team soll das Angebot und die Marktbearbeitung vor Ort noch verstärken.

Aber auch den Rest ihrer Service-Palette ab Genf will die Swiss ausbauen: Neben den One-Way-Flügen nach Nizza und Madrid, die seit August im Angebot sind, wird es demnächst auch in der Rhonestadt einen Gepäck-Abholdienst geben. Das Gepäck der Swiss-Kundschaft wird so direkt zur finalen Destination transportiert und kann vor Ort am Gepäckband vom Passagier in Empfang genommen werden. Diese Dienstleistung gibt es bereits ab Zürich.

Regionales Essen an Bord

Auch die Aktivitäten auf den Online-Vertriebskanälen sollen verstärkt und entsprechend lokaler Nachfrage gesteuert werden. Zudem sollen an Bord mehr Produkte und Spezialitäten aus der Region serviert werden.

Die Offensive von Swiss dürfte nicht zuletzt der Billig-Konkurrentin Easyjet gelten. «Es ist ein mutiger Schritt von Swiss und er zeigt, dass sie den Flughafen Genf nicht einfach Easyjet überlassen will», sagt Hansjörg Bürgi, Chefredaktor des Branchenmagazins Skynews. In Genf gibt es für die Swiss Einiges aufzuholen: Während Easyjet dort zurzeit einen Marktanteil von rund 40 Prozent hat, liegt derjenige von der Swiss bei 10 Prozent. Dennoch ist Bürgi skeptisch: «Ich mache ein Fragezeichen, ob sich der Angriff für die Swiss am Schluss rechnet.»

250 Stellen werden neu geschaffen

Die verstärkte Präsenz in Genf kommt auch den Swiss-Angestellten entgegen: «Swiss geht davon aus, dass bestehende Westschweizer Crew-Mitglieder Interesse an einer Stationierung vor Ort haben, dann sollen aber auch neue Mitarbeitende aus der Romandie eingestellt werden», heisst es in der Mitteilung. Die 250 Stellen werden laut Swiss-Sprecherin Sonja Ptassek neu geschaffen oder von Zürich nach Genf verlagert.

Nicht zuletzt will die Swiss in Genf auch mit einer modernen und nachhaltigen Flotte auf Kundenfang gehen: Genf wird ab 2014 sukzessive mit den neuesten Fliegern der Bombardier CSeries bedient. Diese sind mit Triebwerken ausgestattet, die über 20 Prozent weniger Treibstoff verbrauchen und halb so viel Lärm machen wie bisherige Maschinen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ella am 12.11.2012 22:56 Report Diesen Beitrag melden

    @Nicolas

    Lieber Nicolas, Du hast wohl die Geschichte der SWISS nicht wirklich verfolgt....? Es war das Schweizer-Management, welches die SWISS 2004 fast in den Ruin geritten hätte! Natürlich ist die SWISS nicht auf dem Stand der damaligen Swissair. Sie hat aber sehr viel Schaden wieder gut gemacht und bitte vergessen wir nicht: die Zeiten und die Flugbranche haben sich seither stark verändert! Und ausserdem: für mich ist die SWISS eine Schweizer Firma durch und durch!!!

  • Marie am 12.11.2012 14:17 Report Diesen Beitrag melden

    Schön, dass die Swiss mal angreift

    Wenn sie's richtig angehen, können sie easyjet und ryanair den Platz streitig machen. Es braucht zwar einiges, um O'Leary und Stelios die Stirn zu bieten, aber es geht natürlich. Wurde auch Zeit.

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  • Nicolas am 12.11.2012 19:24 Report Diesen Beitrag melden

    Schaumschläger

    Wo die Swiss das Monopol hat verärgert sie Ihre Kunden mit überhöhten Preisen, Kleingedrucktem, Inflexibilität usw. Und nun soll in Genf alles gut werden. Kleiner Tip, liebe Lufthansa Leute: die Schweiz tickt nicht wie Deutschland und Swiss wird nie Swissair (betreffend Service).

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Die neusten Leser-Kommentare

  • West CH am 13.11.2012 10:57 Report Diesen Beitrag melden

    welcome back

    Als die Swissair damals massiv Flüge ab Genf gestrichen hat konnte sich der Flughafen Genf über den Ausbau unter anderem auch der Billig-Fluglinien freuen. So sehr dass ein Mediensprecher einmal sagte dass es für den Flughafen ein Vorteil gewesen ist dass Swissair gegangen ist. Das war auf die vielen Exklusivrechte zurück zu führen und durch den anschliessenden Ausbau durch andere. Wenn heute die Swiss beschliesst dies wieder mehr aus zu bauen ist das doch für alle (mehr Auswahl, grösserer Preisdruck) von Vorteil. Man sollte sich einfach nicht darauf verlassen dass sie bleibt...

  • Roger am 13.11.2012 10:09 Report Diesen Beitrag melden

    Kostenfaktor Menschlichkeit

    Easyjet kann man nur dann schlagen, wenn man ein besseres Preis/Leistungsverhältnis anbietet. Viele Easy-Passagiere, auch Geschäftsleute, sind von den einem Viehtransport ähnelnden Reisebedingungen genervt, nehmen diese aber weiterhin in Kauf auf Grund der günstigen Preise. Auch die Flughafenabfertigung baut inzwischen auf minimale Serviceleistungen. Wieviel mehr es kosten darf um einen menschenwürdigen Flug zu erleben muss erst noch herausgefunden werden.

  • Ruedi am 13.11.2012 09:27 Report Diesen Beitrag melden

    Gemütlicher

    Der Orientexpress war auch gemütlicher als die SBB, darum steht er jetzt auch im Museum und ist Legende. Die Swiss mit der Swissair zu vergleichen, das geht ja gar nicht. Die Swissair war toll, aber schlicht zu teuer und hätte heute wohl kaum ein anderes Gesicht als die Swiss.

    • Vielflieger am 14.11.2012 12:43 Report Diesen Beitrag melden

      Seit bei Swiss die Air draussen ist

      fliege ich mit anderen Anbietern.

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  • ella am 12.11.2012 22:56 Report Diesen Beitrag melden

    @Nicolas

    Lieber Nicolas, Du hast wohl die Geschichte der SWISS nicht wirklich verfolgt....? Es war das Schweizer-Management, welches die SWISS 2004 fast in den Ruin geritten hätte! Natürlich ist die SWISS nicht auf dem Stand der damaligen Swissair. Sie hat aber sehr viel Schaden wieder gut gemacht und bitte vergessen wir nicht: die Zeiten und die Flugbranche haben sich seither stark verändert! Und ausserdem: für mich ist die SWISS eine Schweizer Firma durch und durch!!!

  • Peter am 12.11.2012 20:09 Report Diesen Beitrag melden

    Flug mit Swiss

    Ich hatte kürzlich zwei Buchungen mit Swiss am gleichen Tag: 1. Zürich-Wien, 2. Wien-Zürich-New York. Wegen einer Terminänderung wollte ich dann den Flug Zürich-Wien weglassen und nur das Flugsegment Zürich-New York absolvieren. Das ging allerdings nicht, allenfalls nur für einen Aufpreis von mehr als CHF 500.

    • Juan Valdez am 13.11.2012 21:27 Report Diesen Beitrag melden

      Jede Airline hat Tix mit Restriktionen

      Nächstes Mal die Vertragsbedingungen genau durchlesen oder ein flexibles Ticket kaufen.

    • Marie am 14.11.2012 10:28 Report Diesen Beitrag melden

      Ja das ist so, Peter

      CHF 500.- ist noch günstig, denn wenn man eine Teilstrecke nicht fliegt, verfällt normalerweise das ganze Ticket, samt Rückflug. Das ist nun mal so.

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