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Nuggi-Ersatz
13. Dezember 2012 21:28; Akt: 14.12.2012 15:09 Print
Swisscom ködert 6-Jährige mit neuem Handy-Angebot
von T. Hirsekorn - Die Swisscom bietet ein Prepaid-Angebot für 6-Jährige an. Das sei eindeutig zu früh, kritisieren Experten. Die Swisscom verteidigt sich.
Konsumieren Kinder mit dem Smartphone die falschen Inhalte, können sie "traumatisiert" werden.
Just auf das Weihnachtsgeschäft macht die Swisscom Jagd auf die allerjüngsten Kunden: Ihr Prepaid-Angebot «Natel Easy Start» richtet sich an «alle zwischen 6 und 16 Jahren». Das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) aber empfiehlt auf der Website ihres Programmes «Jugend und Medien», Kinder erst ab zwölf Jahren ein Handy zu geben.
Bildstrecken Schweizer Jugend im Bann der digitalen WeltUnsere liebsten Gadgets des Jahres 2012Jetzt kommt das schnelle 4G-Netz in der Schweiz Infografik Die Verbreitung des InternetsPikant: Die Swisscom trägt das Projekt als Programmpartnerin finanziell mit. «Das ist offensichtlich ein gewisser Widerspruch», wie BSV-Sprecher Urs Keller eingesteht. In Ausnahmefällen könne dies allenfalls Sinn machen.
«Emotional überfordert und traumatisiert»
Experten sehen es aber kritisch, dass die Swisscom 6-Jährige mit einem Handy-Angebot ködert. Joachim Zahn von der Beratungsstelle «Zischtig» kennt Fälle von Erstklässlern, die übers Smartphone auf Porno-Seiten gelandet sind. Die fehlende Kontrolle der Eltern kann fatale Folgen haben, warnt der Psychologe Franz Eidenbenz: «Solche Erlebnisse überfordern Kinder emotional und können sie sogar traumatisieren».
Mehr als jeder zehnte Erstklässler
Laut Zahn zeigt sich ein klarer Trend, dass Smartphone-Nutzer immer jünger werden. An Zürcher Schulen besässen rund 15 Prozent aller Erstklässler bereits ein Handy, was problematisch sei. «Kinder, mit einem Handy gamen zu viel und bewegen sich zu früh auf Social Media-Plattformen», sagt Zahn.
Die Swisscom betont, das Angebot richte sich an die Eltern. Diese müssten entscheiden, in welchem Mass ihr Kind das Handy benutze. Man reagiere lediglich auf ein Bedürfnis und böte Eltern einen Workshop an, bei dem sie für mögliche Gefahren sensibilisiert würden.
Es ist ein Prepaid Abo. Das könnte vielleicht sogar Chancen haben z.B. lernen mit Geld umzugehen. – Kevin
Ich bin auch manchmal auf Pornoseiten gelandet als ich mit ca. 7 Jahren das erste Mal im Internt war, einfach wegklicken. Das Zeugs war vielleicht irritierend, aber nicht traumatisierend. Trotzdem, Handys für unter 12 Jährige find ich nicht gut, man muss zuerst lernen, mit gamen und allem umzugehen (stationär und zeitlich begrenzt), bevor man dies mobil tut, die Gefahr ist sehr gross, dass man süchtig wird. – GT
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Alle 63 Kommentare

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Vorurteile?!
Kommt mir so vor als hätte der Verfasser dieses Berichtes eine leicht negative Haltung der Swisscom gegenüber. Ok, eine gewisse Grundskepsis ist ja schön und recht aber gleich die Tatsachen verdrehen? Also bitte! Nochmals zur Wiederholung: Es handelt sich um ein Prepaid. Man lässt sich auf keine Mindestvertragslaufzeit ein. Mann kann 3 Nummern wählen welche Gratis angerufen werden können, z.B. Mutter, Vater, Bruder/Schwester. Ein 6 Jähriges Kind kann keine SIM-Karte von der Swisscom erwerben, das ist ein Part der von den Eltern bestimmt wird. Die haben sich dabei schon etwas überlegt.
Jugendschutz
Vielleicht den wenigsten bekannt, aber Swisscom engagiert sich sehr für den Jugendschutz. So sind Adult-Seiten automatisch bis 16 Jahre gsperrt. Ein Vertrag - auch Prepaid - darf nur aufgenommen werden, wenn das Geburtsdatum des Benutzers - nach Vorlage Ausweis - bekannt ist. Somit werden Kostenfallen - 0800er-Nr - vermieden und Jugendschutz gewährleistet bis zum Erreichen des 16. Altersjahres. Und bevor jemand reklamiert - ab dann darf ein junger Erwachsener auch Bier trinken. ;-)
Alles freiwillig...
Ach, hört doch auf! Wird irgendjemand gezwungen dieses Abo zu lösen?? Nein? Na also!
böse, böse Swisscom
Nötigt die Eltern, ein Handy für 1. Klässler zu kaufen. Unser Sohn ist 10 und hat keins. Sind wir nun Rabeneltern? Nebenbei kann ein Kind kein Abo/Prepaid lösen, das müssen die Eltern machen. Ich begreife schon den Sinn des Artikels nicht.