Swisscom

08. November 2017 13:21; Akt: 10.11.2017 03:36 Print

Swisscom muss 200'000 Kunden digitalisieren

Die Swisscom schaltet das analoge Festnetz ab. Damit werden Zusatzgeräte erforderlich – was älteren Menschen gar nicht passt.

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Ein Swisscom-Logo in Bern. (Archivbild) (Bild: Keystone)

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Bei der Abschaltung der analogen Festnetztelefonie biegt die Swisscom auf die Zielgerade ein. Mittlerweile telefonieren rund 1,9 Millionen Kunden übers Internet. Damit müssen noch rund 200'000 Kunden zum Wechsel überredet werden.

Denn ab nächstem Jahr zieht die Swisscom der analogen Telefonie den Stecker, wie der Konzern vor über drei Jahren angekündigt hatte. Umgestellt werde regionenweise, sagte der Verantwortliche, Beat Döös, am Mittwoch in einer Telefonkonferenz.

«Zielgruppe sehr schwierig»

Die ersten 20 Gemeinden in den Regionen Uster, Zürich Ober- und Unterstrass, Aarberg sowie Nyon würden ab Februar damit beginnen. Danach folgten vier Grossregionen.

Von den verbliebenen 200'000 Kunden seien viele ältere Menschen, die nur einen Festnetzanschluss bei der Swisscom hätten. Diese Zielgruppe sei sehr anspruchsvoll und schwierig, sagte Döös. Es gebe Leute, die seien sehr ängstlich. Diese lasse man nicht allein. Man kontaktiere jeden Privatkunden, zunächst mit einem Brief, dann per Telefon.

Router benötigt

Es gebe Spezialteams von Kundenberatern, die sich um solche Menschen kümmern würden, sagte Döös. Je nach Fall komme ein Techniker gratis vorbei, um die Umstellung vorzunehmen.

Für dieses Urgestein braucht es einen Adapter: Wählscheibentelefone können mit Router weiter benutzt werden. Bild: Wiktionary

Neu bekommen alle Kunden einen Router, wie Swisscom-Sprecher Armin Schädeli zu 20 Minuten sagt. Wer diesen nicht will, den kontaktiere die Swisscom mehrmals und sende bei Bedarf einen Techniker vorbei, der beim Installieren hilft. «Wir wollen alle mitnehmen in die digitale Welt.» Bei 1,9 Millionen Kunden sei dies bereits erfolgt.

Mit dem Router muss das Telefon statt wie bisher in die Buchse an der Wand neu in den Router eingestöpselt werden. Auch mit den alten Wählscheibentelefonen funktioniert das, wenn man einen speziellen Verbindungsstecker kauft.

(oli/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Esther Kaderli am 08.11.2017 13:31 Report Diesen Beitrag melden

    Was bei Stromausfall?

    Dass bei Stromausfall dann kein Telefon mehr vorhanden ist, ist für ältere Menschen ohne Natel ein riesen Problem! Zudem war bei der Umstellung bei meinen Eltern der Kundendienst der Swisscom definitiv nicht allzu hilfreich/hilfsbereit.

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  • Stefan K am 08.11.2017 13:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schlechte Verfügbarkeit

    Habe nichts gegen die Umstellung, habe aber bei meiner Tante gesehen das man den neuen Router immer wieder mal restarten muss weil wmer nicht mehr richtig funktioniert. Es kann ja nicht sein das eine neue Technoligie einentiefere Verfügbarkeit hat.

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  • Elisabeth Fux Zermatt am 08.11.2017 13:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sehr anspruchsvoll

    Ja, bei meinen Eltern wurde das auch umgestellt. Mit dem Resultat das sie 2 wochen lang kein phone oder internet hatten. Die Monteure kommen irgendwann , geht dann trotzdem nicht, dann elektiker, dann wieder der monteur usw... Zum schluss haben sie die schlüssel vom Haus an den monteur gegeben und sind eine woche in die ferien gefahren. Auf das es bis Heute klappt. Bin ja gespannt

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Die neusten Leser-Kommentare

  • A.H. am 14.11.2017 13:29 Report Diesen Beitrag melden

    Bessere Lösungen

    Wir machen einfache Systeme immer anfälliger für Probleme. Dabei werden die Kosten + noch schlimmer, der Aufwand, auf die Endkunden abgewälzt. Alle reden von Energie sparen, doch ständig findet das Gegenteil statt (kein Router ohne Strom) Bessere + einfachere Lösungen für den Endkunden wären möglich gewesen, hätten bei der Swisscom jedoch ein paar Fr. mehr gekostet + so können dem Kunde auch noch Internet + TV aufgedrängt werden !!!! - da die Abo Auswahl sehr beschränkt ist.

  • J. Klontz am 10.11.2017 17:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Seit 20 Jahren normal

    Ist und bleibt einfach eine unsympathische Staatsfirma die ein bisschen Marktwirtschaft spielt. Ist nach SRF der zweite Moloch den man demontieren muss.

    • Ein Leser am 10.11.2017 19:12 Report Diesen Beitrag melden

      Swisscom

      Die freie Marktwirtschaft spielt schon lange nicht mehr, die Swisscom hat wieder das Monopol. Viele haben von Swisscom zu Sunrise gewechselt und waren nicht zufrieden und sind nun wieder bei Swisscom. Es gibt nur 3 Möglichkeiten für ein Anbieterwechsel und er Entscheid zwischen Pest und Cholera ist nicht so einfach.

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  • MarcoR am 09.11.2017 18:01 Report Diesen Beitrag melden

    Anbieter wechseln lohnt sich!

    Swisscom war einmal. Wechselt zu Sunrise bestes Netz und sehr guter Kundendienst. Versucht es, es lohnt sich auch finanziell.. ;-) Lieber Gruss

  • Beat am 09.11.2017 12:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    was wäre wenn?

    Wie können ältere Leute mit so einem Modem am Telefon bei Stromausfall den Arzt oder Rettungsdienst anrufen? Hat ja nicht jeder Senior ein mobil Telefon.

    • Housi am 09.11.2017 13:30 Report Diesen Beitrag melden

      Notversorgung

      @Beat: Das funktioniert nur mit einer USV. Für die relativ kleine Leistung genügt schon ein Gerät für ca. CHF 150.-. Allerdings müssen die Akkus alle 3-5 Jahre ersetzt werden, was nicht billig ist. So gesehen bringt die Umstellung auf IP-Telefonie dem Benutzer keinen Vorteil. Dafür mehr Aufwand und zusätzliche Kosten (Installationen, oft Neuanschaffung von Endgeräten, USV ..). Die einzigen, die einen Vorteil haben sind die Netzbetreiber, das sie in Zukunft nur noch eine einzige (IP) Plattform unterhalten müssen.

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  • Peter K. am 09.11.2017 12:02 Report Diesen Beitrag melden

    Router in der Zentrale

    Warum bietet man nicht die Möglichkeit, den Router in der Zentrale zu lassen - dort hat es immer Strom und die analoge Leitung zum Teilnehmer zu lassen? In Deutschland geht das.

    • bubu am 09.11.2017 17:15 Report Diesen Beitrag melden

      @Peter K.

      Die heute in Betrieb stehende Telefonie ist bereits digital. Ein analoger Telefonanschluss zuhause wird spätestens in der Zentrale digitalisiert. Auch hatten alle bisherigen Telefonzentralen eine Fernspeisung für das Telefon zuhause. d.h. bei Stromausfall funktionierte das Telefon immer noch. Mit IP ist nun Schluss damit!

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