Einstellungs-Rekord

07. März 2017 11:40; Akt: 07.03.2017 11:40 Print

Top-Managerinnen erobern die Führungsetagen

von I. Strassheim - Noch nie gab es so viele neue Top-Managerinnen: Ein Fünftel der vergangenes Jahr in die Firmenleitung Berufenen waren Frauen.

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Monika Ribar (56) ist eine feste Grösse im Frauen-Führungskarussell. Die ehemalige CEO des Logistikkonzerns Panalpina steht seit 2009 auf der Liste der 50 wichtigsten Unternehmerinnen der «Financial Times». Ribar ist seit Juni 2015 Verwaltungsratspräsidentin der SBB, im VR ist sie auch bei Sika und Lufthansa. Dazu gehört etwa Monika Rühl, Direktorin des Wirtschaftsdachverbands Economiesuisse. Sie ist die erste Frau auf diesem Posten. Die 51-jährige Diplomatin ist eine unkonventionelle Wahl. Sie gilt als ehrgeizige, diskrete und stille Schafferin. Rühl ist als Generalsekretärin von Bundesrat Johann Schneider-Ammann bestens in Bundesbern vernetzt - was ihr zum Vorteil für ihren künftigen Posten gereichen dürfte. Suzanne Thoma (53) ist CEO der BKW AG, der grössten Verteilnetzbetriebsgesellschaft der Schweiz, die eine Million Menschen mit Strom versorgt. Seit 2013 leitet die Chemieingenieurin das Unternehmen. Sie stellte mit Monica Dell'Anna, Leiterin des Bereichs Markt, eine Frau an einer Schaltstelle der Geschäftsleitung ein. Credit-Suisse-Verwaltungsrätin Iris Bohnet (rechts, hier an der Seite mit VR-Kollege Jean-Daniel Gerber), gilt als Starökonomin: Sie ist die erste Schweizerin, die an der renommierten Kennedy School in Harvard Professorin wurde. Die Schweizerin Beatrice Weder di Mauro, Professorin für Volkswirtschaftslehre an der Johannes Gutenberg Universität in Mainz, ist Mitglied des obersten volkswirtschaftlichen Beraterkreises in der Bundesrepublik, dem Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. (Keystone/Alessandro della Valle) Carolina Müller-Möhl ist Präsidentin der Müller-Möhl Group, VR NZZ, Orascom und Mitglied in diversen Stiftungen. Die 46-Jährige studierte politische Wissenschaften und gründete 2000 die Müller-Möhl-Group (MMM), um das Portfolio ihres verstorbenen Mannes Ernst Müller-Möhl zu bewirtschaften. Magdalena Martullo-Blocher ist Vizepräsidentin und CEO der Ems-Gruppe. Die 46-Jährige übernahm vor zehn Jahren den Posten von ihrem Vater, der SVP-Grösse Christoph Blocher. Sie war damals die jüngste Konzernchefin der Schweiz. Heute gilt sie als eine der erfolgreichsten Chefinnen der Schweiz. Simona Scarpaleggia (55) fing als Personalmanagerin bei Ikea Italien an und entwickelte ein Diversity-Programm. Dann stiess sie ins Management von Ikea Italien vor und übernahm 2013 die Leitung von Ikea Schweiz mit 3000 Angestellten und einem Umsatz von einer Milliarde Franken. Susanne Ruoff (*1958) ist Konzernleiterin der Schweizerischen Post. Ihren Posten erhielt sie unter anderem auch für ihre digitalen Kenntnisse, war sie doch während 20 Jahren bei IBM Schweiz tätig. Nadja Schildknecht ist Mitinhaberin und Geschäftsführerin des Zürcher Filmfestivals. Die 42-Jährige gründete nach ihrer Modelkarriere 2005 das Unternehmen, das ein Budget von 7 Millionen Franken hat. Das Festival lockt jedes Jahr mehr Zuschauer nach Zürich. 2013 waren es 71'000, neunmal mehr als 2005. Jeannine Pilloud, Leiterin Personenverkehr bei der SBB, studierte Germanistik und Architektur und ist ehemalige Spitzenschwimmerin. Ihr Lebenslauf ist erstaunlich bunt: So war die 51-Jährige bei IBM, bei der Bon-Appétit-Group und T-Systems tätig, ehe sie zur SBB kam. Jasmin Staiblin (45) hat eine rasante Karriere hingelegt: Die gebürtige Deutsche war Forschungsassistentin bei der ABB, dann Länderchefin ABB Schweiz und seit 2013 Chefin des Stromkonzerns Alpiq.

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Die Zahlen zeigen, dass Frauen auf dem Vormarsch sind: Von allen Neuzugängen in den Geschäftsleitungen der 100 grössten Schweizer Arbeitgeber waren im vergangenen Jahr 21 Prozent weiblich. Nach jahrelangem «Treten an Ort» gehe es nun Vorwärts, heisst es im am Dienstag publizierten neuen Schilling-Report. In den Verwaltungsräten der Unternehmen
wurden ebenfalls 21 Prozent der offenen Mandate mit einer Frau besetzt.

Der Frauenanteil insgesamt ist dagegen niedriger: In den Geschäftsleitungen sitzen 8 Prozent Frauen (im Vorjahr waren es 6 Prozent), so Headhunter Guido Schilling. Die Verwaltungsräte sind zu 17 Prozent weiblich. «Da die Umsetzung der Gender Diversity wesentlich von der Gesellschaft abhängt, sind weibliche Vorbilder wichtig, damit sich die nächste Generation an diesen orientieren kann.» Es müsse zur Selbstverständlichkeit werden, dass sowohl Frauen als auch Männer Karriere machen.

In mittelständischen Unternehmen der Schweiz ist der Anteil der Führungsfrauen insgesamt schon höher: Dort sitzen ein Fünftel Frauen, wie die rechtzeitig zum Frauentag am 8. März veröffentlichte Studie des Beratungsunternehmens EY ergab.

Mehr deutsche Topmanager in Schweizer Firmen

Was der Schilling-Report allgemein auch zeigt: Der Ausländeranteil in den Geschäftsleitungen der grössten Schweizer Firmen ist im vergangenen Jahr von 43 Prozent auf 45 Prozent gestiegen. Vor allem Deutsche und US-Amerikaner sind unter den neuen Top-Managern. Die Zahl der Schweizer und Briten ging hingegen zurück.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Knusti am 07.03.2017 13:21 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo und nicht mal Schweizerinnen

    Und wie viele arbeiten bei der Müllabfuhr!?

    einklappen einklappen
  • schreiber am 07.03.2017 13:19 Report Diesen Beitrag melden

    Moderne Sklaventreiber

    Weibliche Sklaventreiber sind nun an der Spitze. Toll! Was ist Neues dran? All diese Leute (weiblich/männlich) kommen von wohlhabenden Familien und haben mit ''harter Arbeit oder Qualifikation'' wenig zu tun. Der Teufelskreis dreht sich weiter für die Normalbürger.

  • Stille Arbeitersorgen.. am 07.03.2017 12:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Topverdiener

    Er verdient. XX 100'ooo.-..Sie verdient XX 100'000.-..und zusammen haben sie dann..das stille geniessen.. und der Büezer rackert und rackert..

Die neusten Leser-Kommentare

  • Die beste wurde vergessen am 08.03.2017 20:58 Report Diesen Beitrag melden

    Barbara Frei

    Immer wird Jasmin Staiblin erwähnt. Die hat bei Alpiq nicht viel geleistet ausser ein Millionengehalt zu garnieren. Warum wurde Barbara Frei vergessen, die ist darüber hinaus auch dynamisch uns sportlich

  • peter am 08.03.2017 10:38 Report Diesen Beitrag melden

    Gewinnsprünge danke Frauen?

    Gibt es auch Studien, die belegen, dass Unternehmen mit einer Frau am Steuer auch starke Gewinnsprünge macht?

  • Nachdenker am 08.03.2017 08:43 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Wunder...

    ... wenn sich Männer nur noch für Sneakers, Schminke, Hautpflegeprodukte und ihren straffen Body interessieren. Ich sah diese Entwicklung schon vor 20 Jahren kommen! Damals habe ich schon immer gesagt: " Die Männer sind die Frauen von morgen." Nun ist bald morgen :-/

  • mum am 08.03.2017 08:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Unterschied

    Unsere Topfrauen sollen wie die Deutschen sich sagen: ICH KANN!!!! Nicht wie bis anhin Ich will.

  • Dani am 08.03.2017 07:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Quotenfrau

    Solange Quotenfrauen eingesetzt werden, ist wahre Gleichberechtigung noch fern. Männer wehrt euch... ;-)