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Abriss mit Abgewetzt
12. Juni 2009 16:59; Akt: 12.06.2009 20:45 Print
Trendhose Jeans wird immer teurer
von Cyprian Zajac - Wegen ausgefallenen Mustern und Wascharten wird die ehemalige Arbeiterhose immer teurer. Die Näherinnen in den Fabriken verdienen aber immer gleich wenig.
Zwischen 500 und 800 Franken kosten laut einem Verkäufer des Jeansladen VMC in Zürich eine Jeans der In-Marke Prps. Diesen Preis seien viele bereit zu zahlen, um im Trend zu sein. Verglichen mit handgemachten, massgeschneiderten Jeans aus Japan ist das noch ein Schnäppchen. Solche Hosen können bis zu 6000 Franken kosten. Allgemein sind in den letzten Jahren die Preise massiv gestiegen. Laut Franco Profeta, Einkaufsverantwortlicher Einkauf Herren-Casual Jelmoli, lag der Preis für eine Markenjeans vor einigen Jahren noch zwischen 129 und 179 Franken. «Mittlerweile zahlt der Kunde für Markenjeans durchschnittlich zwischen 159 bis 300 Franken», sagt Profeta. Grund hierfür seien unter anderem die unzähligen neuen und aufwendigen Wascharten, welche den Trendhosen ihr «Gesicht» geben. Wenn man bedenkt, dass eine Jeans über Jahre getragen wird, so ist auch ein höherer Preis das Günstigste in Sachen Hosen was man tragen kann. In den letzten Jahren sind Jeans mit innovativen Waschungen immer beliebter geworden. Das Grundprodukt sei aber das Gleiche geblieben.
Kaputte Lunge wegen «Stone washed»
Dass in der Produktion von Jeans-Hosen vieles falsch läuft, zeigt auch der vor kurzem publik gemachte Fall aus der Türkei. Dort bearbeiten junge Männer und oft Kinder – der jüngste Arbeiter war 13 Jahre alt – die Jeans ohne Atemschutzgeräte oder Sicherheitsanzüge teils 16 Stunden pro Tag. Sie bestrahlen Hosen mit Hochdruckgeräten bis der blaue Jeans-Stoff heller wird und den gewünschten Vintage-Look erhält. Dabei entsteht giftiger Staub, den die Arbeiter einatmen. Die meisten Arbeiter leiden unter der Lungenkrankheit Silikose. Diese Krankheit greift die Lunge an, verringert das Lungenvolumen und kann zum Tod führen. Chancen auf Heilung gibt es keine, berichtet «Spiegel Online».
Der Grossteil der in Europa verkauften Jeans werden in Nähereien in Asien hergestellt. Laut einem Brancheninsider belaufen sich die Kosten für Herstellung und Material einer durchschnittlichen 150 Franken Markenjeans auf etwa 14 Franken. Ein weiterer Franken kostet der Transport. Zudem schlägt der Hersteller für die Marke fast 70 Franken drauf. Der Rest nochmals knapp 70 Franken gehen als Marge an den Händler. «Wie viel eine Näherin in einer Fabrik von diesen 150 erhält, weiss ich nicht», sagt der Insider. Laut Erklärung von Bern (EvB) sind es etwa 30 Rappen.
Auch bei einer Jeans für 300 Franken verdient eine Näherin nicht mehr. Laut Brancheninsider sind bei solchen Hosen die Material- und Herstellungskosten zwar höher. Preistreibend seien aber vor allem die teueren Maschinen, die für ausgefallene Wäschen benötigt werden. Aber auch die Margen für die Hersteller und Händler seien bei solchen Beinkleidern markant.
«Die Margen der Textilbranche relativieren sich, wenn man bedenkt, dass die Hersteller damit teuere Werbe- und Imagekampagnen finanzieren müssen, damit das Produkt Erfolg habe. Der Einzelhandel müsse wiederum Kosten für Personal, Lager und Ladenflächen decken»,erklärt Profeta.




























