Qualcomm-Übernahme

13. März 2018 02:21; Akt: 13.03.2018 08:56 Print

Trump verbietet teuersten Technologie-Deal

Die Übernahme des US-Chipherstellers Qualcomm durch den in Singapur ansässigen Konkurrenten Broadcom wird durch die US-Regierung blockiert.

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Wehrt sich vehement gegen den Übernahmeversuch aus Singapur: Qualcomm in San Diego. (Archivbild) (Bild: Keystone/Gregory Bull)

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Die US-Regierung untersagt die geplante 146 Milliarden Dollar schwere Übernahme des amerikanischen Chipherstellers Qualcomm durch den in Singapur ansässigen Konkurrenten Broadcom. US-Präsident Donald Trump unterzeichnete das Verbot am Montag.

Broadcom könnte der nationalen Sicherheit der USA schaden, erklärte Trump am Montag zur Begründung. Der Deal wäre der bisher teuerste Zukauf in der Technologie-Branche. Die Aktien von Qualcomm gaben nachbörslich fast fünf Prozent nach.

Qualcomm wehrt sich vehement gegen den Übernahmeversuch – und das macht den Vorstoss Trumps so ungewöhnlich: Üblicherweise griffen US-Präsidenten erst ein, wenn ein Deal stand.

Widerstand aus Washington gegen die Übernahme zeichnete sich bereits ab: Vor einigen Tagen leitete bereits die Behörde zur Überwachung von Auslandsinvestitionen eine Untersuchung ein. Broadcom ist dabei, den Unternehmenssitz von Singapur in die USA zu verlegen. Das sollte die feindliche Übernahme vereinfachen. Trumps Anordnung ist eher so formuliert, dass Broadcom auch dann der Kauf von Qualcomm untersagt bliebe. Zunächst gab es keine Angaben dazu, ob Broadcom Trumps Verbot vor Gericht anfechten könnte.

Konsolidierungswelle in Chipbranche

Die Chipbranche wird gerade von einer Konsolidierungswelle überrollt. Forschung und Entwicklung – auch angesichts neuer Halbleiter für die nächste superschnelle Datenfunk-Generation 5G – werden für die Anbieter immer teuer.

Qualcomm produziert Funkchips, die in vielen Telefonen für die Verbindung sorgen, sowie auch die Haupt-Prozessoren diverser Smartphones mit dem Google-Betriebssystem Android. Ausserdem arbeitet das Unternehmen auch im Auftrag von US-Behörden – was als Begründung für die Sorgen um nationale Sicherheit dienen kann.

Zuletzt wurde jedoch spekuliert, den USA ginge es um die Mobilfunk-Zukunft mit 5G. Qualcomm ist ein führender Entwickler der Technologie in Amerika und im Westen insgesamt.

Angst vor Verkauf nach China

Broadcom hatte bereits signalisiert, dass die Firma nicht besonders an der Fortführung von Qualcomms 5G-Aktivitäten interessiert sei. Insider befürchteten, dass Broadcom nach der Übernahme Teile von Qualcomm an Huawei in China verkaufen könnte. Huawei wird in den USA als Sicherheitsrisiko angesehen, während das Unternehmen jegliche Verstrickungen mit chinesischen Geheimdiensten zurückweist.

Broadcom hatte für Qualcomm in der Spitze 121 Milliarden Dollar geboten, plus die Übernahme von Schulden in Höhe von 25 Milliarden Dollar. Das heutige Broadcom ist bereits das Produkt einer Serie von Übernahmen: Der Netzwerk-Spezialist Avago aus Singapur hatte die Chipfirma Broadcom gekauft und deren Namen übernommen.

(chk/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Georg Bauer am 13.03.2018 04:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Richtig

    Hightech Firmen ins Ausland zu verkaufen ist wirklich das Dümmste was ein Staat zulassen könnte.

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  • Mike Zac am 13.03.2018 05:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ist auch gut so

    in der Schweiz würden die Behörden die Übernahme durch asiatische Unternehmen feiern. Warum auch nicht, hinter verschlossenen Türen fliesst reichlich Geld. Ob Arbeitsplätze, Kultur und Reichtum zerstört wird interessiert niemanden.

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  • Cavi33 am 13.03.2018 07:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kann ich nur begrüssen

    Trump ist einzige Westler der diese Käufe an die Chinesen unterbindet, sonst findet man keinen Westpolitiker der dieses Problem überhaupt erkannt hat.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Tiziano am 13.03.2018 19:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eine gute Nachricht nach dem anderen

    Genial, einer der dem perversen neukapitalismus die Stecker zieht. Der Typ ist genau auf meiner Wellenlänge, ist es der Beginn von Manager denken das wir nicht nur Nummer sind sondern Menschen die hart arbeiten sind, so wie vor 20 Jahren? Er zwingt das perverse Gewinnstreben mit immer billigeren weltweiten Produktion in Knie, und nicht mehr die Endlosschleife der Suche nach noch billigeren Produktionsstandorte.

  • Patrick am 13.03.2018 16:36 Report Diesen Beitrag melden

    Super so!

    Kann nur sagen, BRAVO! Bei uns sind ja nur die Bauern und Banken vollgeschützt. Der Rest also die Realindustrie ist doch den Politikern in Bern meistens völlig egal.

  • buhlmensuiss am 13.03.2018 13:30 Report Diesen Beitrag melden

    deutlich dass Herr Trump

    einige wichtige Sachen richtig macht. Da kann sich die Schweiz zuerst mal vieles abgucken.!!!!

    • marko 33 am 13.03.2018 19:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @buhlmensuiss

      Krass

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  • Argus am 13.03.2018 13:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht so dumm wie viele meinen

    Ich bin kein Fan von Präsident Trump, aber er macht vieles goldrichtig. Dieses Verbot ist die einzig richtige Entscheidung. Er ist eben doch nicht so naiv, dumm und unbeholfen, wie viele es immer wieder wahrhaben wollen. Er mag linkisch und auch undiplomatisch daherkommen, aber er ist intelligent und durchschaut die undurchsichtigen Machenschaften der Wirtschaft und Politik. Wir wehren noch öfters überrascht werden von ihm (vor allem die Linken und Globalisierer.

    • Cartman1993 am 13.03.2018 14:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Argus

      Nein diese Entscheide der us regierungen der letzten 20 Jahre von Bush über Obama bis Trump ihr veto einzulegen, wenn ausländische konzern us konzerne übernehmen wollen, ist dämmlich

    • R. A. Green am 13.03.2018 16:36 Report Diesen Beitrag melden

      Fan von wem denn

      Wieso auch Ihre Rechtfertigung: "Ich bin kein Fan von PT". Wenn man einer Meinung ist, ist man doch nicht automatisch ein Fan. Gleich wie im Sport, wenn der ZSC einmal gut gespielt hat und ich das anerkenne, bin ich deswegen noch lange nicht Fan dieses Clubs (werde es auch nie sein).

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  • marko 33 am 13.03.2018 10:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Super Entscheidung