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28. April 2017 06:50; Akt: 28.04.2017 10:21 Print

UBS-Aktienkurs hebt nach Gewinnsprung ab

Das Quartalsergebnis der Schweizer Grossbank hat selbst die Erwartungen der grössten Optimisten übertroffen. Die Investoren reagieren mit Aktienkäufen.

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Guter Start ins Jahr: Das UBS-Logo. (Bild: Keystone/Ennio Leanza)

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Die UBS hat im ersten Quartal einen Gewinnsprung gemacht. Unter dem Strich verdiente die Grossbank 1,3 Milliarden Franken. Das sind 80 Prozent mehr als im Vorjahr. Mit diesen Zahlen hat die UBS auch die optimistischsten Prognosen weit übertroffen. Analysten hatten im Durchschnitt gemäss der Nachrichtenagentur AWP mit einem Reingewinn von 916 Millionen Franken gerechnet.

Die UBS-Aktien setzen im frühen Freitagshandel denn auch zu einem Höhenflug an. Um 9.45 Uhr notieren die UBS-Valoren 2,7 Prozent höher auf 17,10 Franken. Das bisherige Tageshoch lag bei 17,37 Franken. Der Gesamtmarkt gemessen am SMI verliert zeitgleich 0,5 Prozent.

Lob auch von Skeptikern

Insgesamt kommt der Zahlenkranz bei den Experten gut an. Gelobt wird vor allem die Leistung des Investment Bankings und der Vermögensverwaltung sowie die Kostendisziplin der gesamten Bank. Etwas enttäuscht hat dagegen die Vermögensverwaltung in den USA.

BaaderHelvea, Morgan Stanley und die Bank Vontobel sprechen von einem «starken» Ergebnis, für die Deutsche Bank lieferte die UBS einen klaren «Beat». Und selbst der ansonsten pessimistisch gestimmte Experte von Bernstein räumt ein, dass die Gewinnentwicklung in den wichtigsten Geschäftsfeldern der UBS leicht über den Erwartungen liegt.

Begrüsst werden durchs Band die auf der Kostenseite erzielten Fortschritte. Wie die Zürcher Kantonalbank in einem Kommentar schreibt, ist die grosse Überraschung des heutigen Tages denn auch der rund 250 Millionen Franken tiefer als erwartet ausgefallene bereinigte Kostenblock.

Vergleich mit schlechtem Vorjahresquartal

Das Ergebnis sei sehr stark, befand auch UBS-Chef Sergio Ermotti in einem Communiqué von heute. Dieses zeige die Power und das Potential des Geschäftsmodells der Grossbank. Allerdings war das Vorjahresquartal relativ schwach gewesen. Damals hatte die UBS lediglich einen Reingewinn von 707 Millionen Franken erzielt, was seinerzeit das schlechteste Quartalsergebnis seit 2013 gewesen war.

Jetzt ist die Gewinnsteigerung höheren Erträgen zu verdanken. So nahm der Geschäftsertrag um 10 Prozent auf 7,5 Milliarden Franken zu. Auf der anderen Seite hatte die Bank die Kosten im Griff. Die operativen Ausgaben blieben gegenüber dem Vorjahr beinahe unverändert bei 5,8 Milliarden Franken.

Alle Bereiche besser

Dabei hat die Grossbank durchs Band zugelegt. Alle Geschäftseinheiten und Regionen hätten zur Gewinnsteigerung beigetragen, hiess es Communiqué. Am stärksten war der Anstieg im Investmentbanking. Hier schoss der Vorsteuergewinn um 90 Prozent auf 480 Millionen Franken in die Höhe.

Trotz geringer Volatilität und uneinheitlicher Aktivität der Kunden sei das Ergebnis sehr stark, schrieb die UBS. Insbesondere im Firmenkundengeschäft sprudelten die Erträge, während das Fremdwährungsgeschäft Federn lassen musste.

20,5 Milliarden Franken Neugelder

Auch in der Vermögensverwaltung für Reiche machte die UBS einen Satz. Der Vorsteuergewinn wuchs hier um gut 22 Prozent auf 940 Millionen Franken. In der Vermögensverwaltung in Amerika habe man gar ein Rekordresultat erzielt. Sowohl Transaktionen als auch Gebühren brachten mehr Geld in die Kasse. Zudem stiegen die Zinseinnahmen.

Die Vermögensverwaltung konnte netto Neugelder von 20,5 Milliarden Franken anlocken. Im Vorjahresquartal waren es allerdings gut 29 Milliarden gewesen.

Schweizer Geschäft solide

Das Schweizer Privat- und Firmenkundengeschäft zeigte sich solide. Der Vorsteuergewinn nahm um etwa 5 Prozent auf 418 Millionen Franken zu. Dies ist Kostensenkungen zu verdanken. Zudem profitierte die UBS vom Verkauf eines Hypothekarportfolios. Dieser Sondergewinn dürfte voraussichtlich nicht wiederkehren, hiess es.

In der Vermögensverwaltung für institutionelle Kunden wuchs der Gewinn um gut 14 Prozent auf 103 Millionen Franken. Auch hier waren geringere Kosten für das Plus ausschlaggebend.

Sparplan auf Kurs

Insgesamt sieht sich die UBS auf Kurs, die Kosten bis Ende Jahr um 2,1 Milliarden Franken gegenüber 2013 zu senken. Davon hat die Grossbank bisher 1,7 Milliarden Franken geschafft. Die Zahl der Vollzeitstellen sank um über 1100 auf 59'400 per Ende März.

Auch die Kapitalpolster wurden dicker. Die harte Kernkapitalquote (CET1) verbesserte sich seit Ende Dezember von 13,8 auf 14,1 Prozent. Die Verschuldungsquote (Leverage Ratio) des harten Kernkapitals wuchs von 3,5 auf 3,6 Prozent.

(sep/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Gratulant am 28.04.2017 06:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gratulant

    Das hört sich im Rahmen des täglichen CS Bashings richtig gut an. Gewinne sind immer noch das "Schmieröl" von Firmen. Ohne Gewinne kein Fortkommen. Schon gar nicht, wenn auf Verluste noch Bonis nachgeschossen werden. Gratulation an die ganze UBS Mannschaft

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  • Peter am 28.04.2017 07:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gratuliere

    Weiter so, UBS! Beste Grüsse von einem zufriedenen Kunden :))

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  • Leser 1 am 28.04.2017 06:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Im Vergleich

    Was macht die UBS besser als die CS? Zwei vergleichbare Banken in ähnlichem Umfeld, eine Top die anderFlop

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Die neusten Leser-Kommentare

  • play am 29.04.2017 12:45 Report Diesen Beitrag melden

    Plötzlich

    Plötzlich stört es viele nicht mehr das die Verzinsung und Umwandlungssatz bei z.B. Pensionskasse gesenkt wurden. Plötzlich jubelt man wieder über den sogenannten Gewinn beim ehemals grösstem Risiko für das Land. Plötzlich vergisst man all die Probleme und Gelddruckorgien auf der Welt. Ich weiss nicht warum Menschen bei all der immer genanten Bildung nur so einfach denken können.

    • Supermario am 02.05.2017 12:26 Report Diesen Beitrag melden

      Was plötzlich?

      Natürlich ist es "störend", dass die PK-Verzinsungen und UW-Sätze nicht mehr die gleiche Höhe erreichen (können) wie vor 10, 20 oder 30 Jahren. Nur hat das Null und Nichts mit der Gewinnentwicklung der Banken (Bildung sei dank!), als vielmehr mit der Gelddruckerei der meisten, westlichen Zentralbanken zu tun. Diesem Trend kann sich weder die SNB noch der Markt entziehen. Die für die Gewinnmargen relevanten Zinsdifferenzen bleiben bei den Geschäftsbanken grundsätzlich kaum verändert; ob die Zinsen nun hoch oder tief sind!

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  • Romeo am 29.04.2017 11:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Doppelmoral

    Ja, es ist essentiell, dass ein Unternehmen Gewinne erzielt. Aber wie ist die Frage! Gewinne werden privatisiert und die Kosten auf die Allgemeinheit verlagert. Oder wer bezahlt die 50+, welche auf die Strasse gesetzt werden? Oben drauf wird im gleichen Atemzug lamentiert, dass einen Fachkräftemangel herrsche. [habe (noch) einen Job und bin jünger]

  • Karl M. am 29.04.2017 10:03 Report Diesen Beitrag melden

    Alles ist relattiv

    Ich lach mich kaputt. Ich hatte in den 90ern mal ein paar UBS Aktien. Nach dem 2. Splitting hab ich alle verkauft: Wert damals um die 50 Franken pro Aktie.

  • Willi Zbinden am 29.04.2017 08:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    UBS im gleichen trot?

    Die UBS funktioniert noch nach den genau gleichen Prinzip wie früher es ist nur eine Frage der Zeit bis die Katastrophe auf ein neues zurück kehrt. Man sieht es jetzt bei der Credit Suisse unsere Politiker haben immer noch nichts gelernt.

    • Ex CS-Sklave am 29.04.2017 18:17 Report Diesen Beitrag melden

      Das stimmt ganz genau

      Ich habe viele Jahre in der CS gearbeitet. Da gab es einige Skandale der CS und danach kam die UBS mit sehr ähnlichen Skandalen. Es wechselt permanent hin und her. Heute ist es nicht anders und im Moment ist es die CS die Schlagzeile macht und bald wird die UBS wieder negative Schlagzeilen machen.

    • MadMax am 01.05.2017 11:35 Report Diesen Beitrag melden

      @ Ex CS-Sklave

      Das sehe ich auch so, denn das liegt an unserem Schuldgeldsystem, welches in den letzten Zügen liegt, da die Zinslast nicht mehr getragen werden kann, darum sind die Zinsen ja auch so tief unten. Der Finanz-Crash ist absehbar! Das kann man mit der bereits in Bern eingereichten Volksinitiative zum Vollgeld ändern, wir haben es an der Urne in der Hand. Man informiere sich über das Vollgeld.

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  • Emil Klöti am 29.04.2017 07:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    von den Analysten unterschätzt

    Ich würde gerne wieder mal lesen können von den Analysten richtig erkannt und vorausgesagt. Nur das kommt sehr selten vor. Denn, die Herren verdienen ebenfalls viel zu viel.