Managerlöhne

21. Juni 2010 09:30; Akt: 21.06.2010 23:03 Print

Banken-Kader sahnte 2009 mächtig abBanken-Kader sahnte 2009 mächtig ab

Die Rezession hat auf der Teppichetage keine Spuren hinterlassen: Die Lohnschere vergrösserte sich im letzten Jahr enorm. Vor allem bei der UBS ist das Lohngefälle gross.

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Trotz der Rezession hat sich bei vielen Schweizer Grossunternehmen das Lohn-Gefälle verstärkt. In 13 der 27 untersuchten Firmen stiegen im 2009 die Durchschnittslöhne für die Spitzenmanager stärker als die Tiefstlöhne.

Konkret vergrösserte sich der Graben bei den Grossbanken UBS und Credit Suisse, aber auch in anderen Branchen, beispielsweise beim Chemiekonzern Clariant oder beim Reisekonzern Kuoni.

Im Schnitt stieg der Lohn eines Konzernleitungsmitglieds im vergangenen Jahr bei den Unternehmen um 20 Prozent. Die Lohnschere - also das Verhältnis zwischen dem Durchschnittslohn auf der Teppichetage und jenem auf der untersten Gehaltsstufe der Unternehmen - vergrösserte sich um 18 Prozent. Seit 2002 hat sich die Lohnschere gar um 70 Prozent geöffnet.

Stärkster Anstieg bei der UBS

Am stärksten stieg im letzten Jahr das Lohngefälle bei der UBS, wie es in der Mitteilung des Gewerkschaftsdachverbands Travail.Suisse heisst. Bei der Grossbank verschlechterte sich das Verhältnis zwischen den Löhnen der Topmanager und dem Tiefstlohn von 1 zu 51 im 2008 auf 1 zu 190.

Dies entspricht einer Ausweitung der Lohnschere um 274 Prozent. Seit 2002 hat sich die Lohnschere bei der UBS allerdings um 25 Prozent geschlossen.

Bei der Credit Suisse (CS) betrug das Verhältnis zwischen den Topmanager-Löhnen und dem Tiefstlohn im 2009 gar 1 zu 590. Dies entspricht einer Steigerung von 203 Prozent im Vergleich zum 2008. Seit 2002 öffnete sich die Lohnschere um 151 Prozent.

Der Chef der Grossbank, Brady Dougan, erhielt mit 90 Mio. Fr. gemäss Travail.Suisse die höchste Vergütung im 2009. Das ist 1812 Mal mehr als der tiefste Lohn bei der Grossbank. Gemäss Studien- Projektleiterin Yvonne Debrunner ist in den 90 Mio. Fr. das im März ausgelieferte Aktienpaket im Wert von 70 Mio. Fr. enthalten, das von einem langfristigen Programm aus dem Jahr 2004 stammte.

CS-Zahlen kritisiert

Die CS kritisierte die von Travail.Suisse verwendete Zahl zum Lohn ihres Chefs. «Die korrekte Zahl wäre 19 Mio. Franken. Dougan erhielt für 2009 einen Fixlohn von 1,25 Mio. Fr. sowie einen gesperrten Bonus von 18 Mio. Franken,» sagte CS-Sprecher Marc Dosch. Travail.Suisse rechne Vergütungsanteile aus verschiedenen Jahren zusammen, was «irreführend» sei.

Platz zwei belegt Novartis-Präsident Daniel Vasella mit 43 Mio. Franken, was 752 Mal mehr ist als der Tiefstlohn beim Pharmakonzern, wie es weiter heisst. Vasella war 2009 sowohl CEO als auch Präsident von Novartis.

«Hörige Politiker»

Wegen der stetig steigenden Managerlöhne sei das wirtschaftliche Erfolgsmodell der Schweiz gefährdet, das auf Vertrauen, Anstand und einer funktionierenden Sozialpartnerschaft basiere, sagte Travail.Suisse-Präsident Martin Flügel vor den Medien in Bern.

Manager und Politik litten unter «fortschreitendem Realitätsverlust», sagte Flügel weiter. Zudem reagierten die meisten Politiker «heuchlerisch» auf die hohen Managerlöhne, weil sie den Managern «hörig» seien.

Weil die Selbstregulierung versagt habe, fordere Travail.Suisse «grundlegende Veränderungen». So soll eine Personalvertretung in den Verwaltungsräten Einsitz nehmen. Eine solche stärkt nach Ansicht des Verbandes die Ausrichtung des Unternehmens auf lange Frist und binde die kurzfristige Gewinnmaximierung zurück. Die Stärkung der Aktionärsdemokratie alleine reiche nicht aus.

Keine goldene Fallschirme

Darüber hinaus fordert Travail.Suisse eine Begrenzung der Boni auf einen Monatslohn und das Verbot von Abgangs- und Antrittsentschädigungen. Zudem sollen die Unternehmen Boni ab 1 Mio. Fr. nicht mehr vom Gewinn abziehen dürfen, sondern versteuern müssen. Die Aktionäre sollen zudem künftig nicht mehr nur über die Entschädigung des Verwaltungsrates, sondern auch über die Managersaläre bestimmen können.

(sda)

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  • Steve am 21.06.2010 20:35 Report Diesen Beitrag melden

    und je mehr man hetzt

    umso mehr wird noch schnell kassiert. man weiss ja nicht wann das Abzocken ein Ende hat also lieber noch genug einsacken. So einem Typen sollte man Tausender Noten zum essen auftischen bis er platzt.

  • Lotusblüte am 21.06.2010 17:50 Report Diesen Beitrag melden

    Boni hin und her

    Boniauszahlungen ok, aber nicht in der Höhe. Die Grossbanken sollten endlich schlauer werden und mehr auf die Kunden eingehen, anstatt Bonis in Millionenhöhe auszuzahlen. So kann man kein Vertrauen erlangen.Schande über die Konzernleiter und Verwaltungsräte sowie diejenigen, die Bonizahlungen genehmigen.

  • Rita Hess am 21.06.2010 15:43 Report Diesen Beitrag melden

    Wann hört das endlich auf?

    Die Götter in Weiss und die Bankenmanager können machen was Sie wollen, jedesmal werden Ihre Hinterteile vergoldet! Wenn ich die Macht hätte, müssten all diese Nutzniesser 1 Monat im Strassenbau und als Hilfskrat in den Spitälern oder Altersheimen arbeiten damit Sie endlich die Realität wieder sehen und auch erleben. Und endlich damit aufhören sich selber in den Himmel zu katapultieren!

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