Teures Pflaster

31. Mai 2017 08:08; Akt: 31.05.2017 15:20 Print

UBS verlagert 600 Stellen von Zürich nach Biel

Die Berner Uhrenstadt erhält ein Dienstleistungszentrum der Grossbank. Die UBS plant drei bis vier solcher Zentren, um Kosten zu sparen.

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Die Grossbank UBS will Kosten sparen und setzt deshalb auf eine Standortpolitik der «massvollen Regionalisierung». Bankangestellte ohne Kundenkontakt werden künftig vermehrt in mittelgrossen Schweizer Städten arbeiten, etwa in Biel, Schaffhausen oder Renens.

«Wir haben den Mietvertrag für ein ehemaliges Swisscom-Gebäude in Biel unterschrieben», bestätigt eine UBS-Sprecherin entsprechende Meldungen in verschiedenen deutsch- und Westschweizer Zeitungen vom Mittwoch. Dort sollen Ende 2018 oder Anfang 2019 die ersten UBS-Mitarbeitenden einziehen. Das Gebäude bietet Platz für bis zu 600 Angestellte.

In diesem sogenannten «Shared-Service-Center» sollen Tätigkeiten des Back-Office ausgeführt werden: IT-Dienstleistungen, Aktivitäten rund um die Kontoeröffnung, Wertschriftenabwicklung und die Erstellung von Steuerauszügen.

Sparpotential von 12 bis 15 Prozent

Parallel zum Aufbau des Centers in Biel will die UBS ein bestehendes im waadtländischen Renens vergrössern. Dort arbeiten bereits 350 bis 400 Mitarbeitende. Mit dieser breit angelegten Verlagerung von Angestellten aus Zürich in die Regionen will die UBS Kosten sparen. Beispielsweise in Biel liegen die Mieten, Löhne und weitere Aufwendungen tiefer als im Wirtschaftszentrum Zürich. «Ein Umzug nach Biel bringt eine Ersparnis von 12 bis 20 Prozent», sagte denn auch der operative UBS-Chef Axel Lehmann gegenüber der «Neuen Zürcher Zeitung NZZ».

Der Umzug nach Biel und der Ausbau von Renens sind Teil einer breit angelegten Regionalisierungsstrategie der UBS. So gab die Bank bereits Mitte November letzten Jahres bekannt, ein solches Service-Zentrum in Schaffhausen eröffnen zu wollen. Erste Mitarbeitende werden kommenden Herbst dorthin umziehen.

Damit wird die UBS die Deutsch- und die Westschweiz abdecken. Ein weisser Fleck auf der Schweizer Karte bleibt der Süden des Landes. Deshalb ist für Lehmann ein weiterer Standort «entlang der Gotthardroute » vorstellbar.

Regionalisierung ist für die UBS jedoch nicht nur die Devise in der Schweiz, sondern auch auf internationaler Ebene. Einfache Büroarbeiten lagert die Bank schon seit längerem in Länder wie Polen oder Indien aus. Laut «NZZ» arbeiten derzeit allein in den polnischen Städten Krakau und Wroclaw rund 3500 Angestellte für die UBS.

Zürich weiterhin von hoher Bedeutung

Auch für diese Service-Zentren im Ausland ist im Wesentlichen das Kostenargument ausschlaggebend. Doch mit steigenden Löhnen, etwa in Polen, verringert sich der Vorteil gegenüber Standorten in der Schweiz. Hinzu kommt, dass aus regulatorischer Sicht bestimmte Tätigkeiten nicht ins Ausland verlagert werden dürfen. Gewisse Daten, wie beispielsweise solche zur Identifikation von Kunden in der Schweiz, dürfen nicht an Standorten im Ausland aufbewahrt werden.

Doch hat die Regionalisierung auch innerhalb der Schweiz ihre Grenzen. Denn in kleinere Städte werden vor allem Tätigkeiten mit einem mittleren Anforderungsprofil verlagert. Die Wirtschaftsmetropole Zürich wird jedoch erste Wahl bleiben für hochqualifizierte Angestellte. Vor allem ausländische Mitarbeitende schätzen die zentral gelegenen Arbeitsplätze.

Auch wenn es nun für einige der betroffenen Mitarbeitenden bitter sein wird, dass sie von Zürich in Regionen wie Schaffhausen, Biel oder Renens zur Arbeit müssen, so sind solche Service-Center für die Schweiz insgesamt doch von gewissem Vorteil. Denn die peripheren kleineren Städte können ihre wirtschaftliche Basis verbreitern, argumentiert die «NZZ». Und Zürich wird zusehends in Konkurrenz zu den globalen Wirtschaftsmetropolen treten, wie London, Singapur oder Amsterdam.

(rub)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Senior am 31.05.2017 09:04 Report Diesen Beitrag melden

    Swiss first!

    Das finde ich eine gute Lösung. Auf alle Fälle besser als Jobs ins Ausland zu verlagern! Kenne diese Region gut, da bin ich froh für viele Leute die Arbeit suchen, dabei in einer Region, mit noch bezahlbaren Lebenshaltungskosten bleiben kann.

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  • swiss am 31.05.2017 09:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    endlich

    Endlich mal eine Grössere Firma die sich in der Schweiz verlagert und nicht direkt ins Ausland geht, nur weils da Billiger ist.

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  • anna am 31.05.2017 09:14 Report Diesen Beitrag melden

    naja

    Da werde die Zürcher Bänker staunen. In Biel ist es fast wie in Zürich ;-)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Cavi33 am 31.05.2017 22:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hätte auch anderes sein können

    Lieber nach Biel als ins Ausland, spielt nämlich keine Rolle wo interne Bankgeschäfte abgearbeitet werden. Der Bielersee ist eine schöne Gegend und es lässt sich auch wohnen.

  • Bieler am 31.05.2017 20:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ici c'est Bienne

    Salt und die Telefonsuskunft 1818 sind auch in Biel situiert. Warum? Biel, auch bekannt als die Stadt der Sprachen, redet Deutsch und Französisch. Dazu kommt noch dass hier viele Italiener wohnen. So hat man gleich 3 der 4 Landessprachen mit einer einzigen Stadt abgedeckt. Nirgendwo sonst in der CH hat man es einfacher auf Sprachresourcen zuzugreiffen.

  • Nordewest-Schweizer am 31.05.2017 19:53 Report Diesen Beitrag melden

    Affront gegenünber Basel

    Unglaublicher Affront gegenüber der Region Basel, zuerst werden nach der Fusion Basler UBS Stellen nach Zürich verlegt und jetzt verscherbelt sie man nach Biel und Richtung Schaffhausen. Dann der verhöhnerische Kommentar des UBS Operativ-Chef, dass man gerne Stellen in der Schweiz verteilen will, nach Westen, Norden und vielleicht auch nach Süden. Hallo UBS, Ihr seit zum grossen Teil auch aus dem Bankverein entstanden, stellt auch sicher, dass in Basel Stellen wieder geschaffen werden anstatt sie in der ganzen Schweiz zu verstreuen. Ich werde diese Bank zumindest nicht mehr unterstützen.

  • lukas meier am 31.05.2017 19:06 Report Diesen Beitrag melden

    Wahrheit

    Jaja, mehr schein als sein. Ich bin selber Mitarbeiter bei der UBS, die erste Verlagerung geht nach Schaffhausen und die zweite nun nach Biel. Wisst Ihr wie viele Menschen ihren Job dadurch verlieren? Wieso geht man so nah an die Grenzen? Damit man günstige Arbeitskräfte importieren kann. Bitte zuerst überlegen und dann seinen Senf dazu abgeben.

    • Al C am 01.06.2017 12:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @lukas meier 

      Ein gaaanz normler Vorgang. Zürich war vor 2 Jahren schon viel zu teuer. Aber es konnten ein paar Visionäre ihr fürstliches Salär rechtfertigen. Nicht schade für ZH.

    • Alain D am 02.06.2017 12:15 Report Diesen Beitrag melden

      Nein Lüge

      Also ich wohnte Jahre in Biel und dort sind sie sehr weit von jeder Grenze und noch weiter von Grenzgängern ! Hopp Biel !

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  • Matthias Wagner am 31.05.2017 19:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Cx

    Hat doch sage und schreibe ca 15 Jahre gedauert bis da einer meint er erfinde das Rad neu und zur glorreichen Erkenntnis kommt, dass der Standort Zürich für die damals dort zentralisierten Backoffices schon immer zu teuer war! Wahrlich eine Meisterleistung!

    • Al C am 01.06.2017 12:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Matthias Wagner 

      Die sog. "Externen Berater" haben das damals sicher "sehr" plausibel angeordnet. Gesunder Menschenversrand susgeschlossen. Tagesansätze von 2000 Franken und mehr! Bravo

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