Mitten im Prozess

10. Februar 2018 06:10; Akt: 10.02.2018 07:39 Print

Uber und Waymo beenden Streit um Roboterautos

Die Google-Schwesterfirma Waymo hat Uber vorgeworfen, illegal ihre Robotertechnologie zu nutzen. Nun haben sich die beiden Unternehmen überraschend geeinigt.

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Streit um Robotertechnologie: Uber und die Google-Schwesterfirma Waymo erzielen eine Einigung. (Bild: Keystone/Gene J. Puskar)

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Uber und die Google-Schwesterfirma Waymo haben überraschend ihren Streit um den Vorwurf des Diebstahls von Roboterwagen-Technologie beigelegt. Mitten im Prozess in San Francisco gaben die Unternehmen am Freitag eine Einigung bekannt. Als Teil des Deals bekommt Waymo eine Beteiligung von 0,34 Prozent an dem Fahrdienst-Vermittler. Nach den Konditionen der Einigung ist der Anteil rund 245 Millionen Dollar wert, weil Uber dabei insgesamt mit 72 Milliarden Dollar bewertet wurde.

Waymo hatte Uber vor einem Jahr verklagt. Der Vorwurf: Über einen ehemaligen Top-Entwickler seien Geschäftsgeheimnisse und Roboterwagen-Technologie zum Fahrdienst-Vermittler gelangt. Der Prozess begann diese Woche. Der neue Uber-Chef Dara Khosrowshahi schrieb in einem offenen Brief am Freitag, er glaube zugleich weiterhin nicht, dass seine Firma Waymo-Technologien verwendet habe. Aber es seien Schritte ergriffen worden, damit die selbstfahrenden Autos von Uber nur hauseigene Technologien verwendeten.

Knall vor einem Jahr

Im Mittelpunkt des Streits stand die Technik der sogenannten Laserradare - der rotierenden Geräte, mit denen die Fahrzeuge ihre Umgebung abtasten. Einer der führenden Spezialisten, der die Technologie zunächst für die Google-Roboterwagen und dann für die neugegründete Schwesterfirma Waymo entwickelte, ist Anthony Levandowski. Er verliess Waymo Anfang 2016 und gründete das auf selbstfahrende Lastwagen spezialisierte Start-up Otto, das wenige Monate später für 680 Millionen Dollar von Uber gekauft wurde. Levandowski wurde danach zum Chef des Roboterwagen-Programms von Uber.

Im Februar 2017 kam aber der Knall: Waymo verklagte Uber und gab an, Levandowski habe vor seinem Abgang 14'000 Dokumente heruntergeladen. Uber bestritt stets, dass die vertraulichen Unterlagen es jemals zum Fahrdienst-Vermittler geschafft haben. Uber habe Levandowski angewiesen, die Daten zu vernichten, als die Firma davon erfahren habe. Levandowski selbst machte von seinem Recht Gebrauch, die Aussage zu verweigern, um sich nicht selbst zu belasten. Khosrowshahi schrieb am Freitag, die Übernahme von Otto hätte anders laufen müssen.

Krisenherde löschen

Levandowski kam zu Uber in der Ära des Mitgründers und langjährigen Chefs Travis Kalanick. Der wurde im vergangenen Sommer von Investoren vom Chefposten verdrängt, nachdem Uber Diskriminierung, Sexismus und schlechtes Management vorgeworfen wurden. Khosrowshahi versucht seit Herbst, die Firma in ruhigeres Fahrwasser zu bringen und unter Kalanick entstandene Krisenherde zu löschen. Er betonte in dem Brief von offenen Brief am Freitag, die Google-Mutter Alphabet sei nicht nicht ein Konkurrent, sondern auch ein Partner. Alphabets Investmentfirma ist bereits seit 2013 ein Investor bei Uber, was den Konflikt noch heikler machte.

Nach Informationen der Website «BuzzFeed» hatte Uber zunächst Anfang der Woche eine 500 Millionen Dollar schwere Einigung vorgeschlagen. Waymo forderte aber Garantien dafür, dass bei dem Fahrdienst keine Technologien der Google-Schwester genutzt werden. Aus dem Khosrowshahi-Brief geht hervor, dass Uber am Ende auf die Forderung einging - wenn auch bei einem halbierten Gesamtwert des Deals.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • LASH am 10.02.2018 09:06 Report Diesen Beitrag melden

    Jaja, Roboterautos

    Ersetzt uns alle einfach durch Maschinen. Vielleicht gibt es dann keine Kopfschmerzen wegen zu vielem Nachdenken mehr und die Pharmaindustrie könnte sich auf Wesentliches wie Gewinnoptimierung konzentrieren. Okay, der war jetzt frech. Entschuldigung...... schäm...

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  • ZoE. am 11.02.2018 08:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Roboterautos

    In einigen jahren wird man wahrscheinlich verhaftet, wenn man selbst fährt. Nie im leben würde ich in so ein auto steigen, ausser es wird alles normale abgeschafft, was wahrscheinlich irgendwann soweit sein wird.

Die neusten Leser-Kommentare

  • ZoE. am 11.02.2018 08:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Roboterautos

    In einigen jahren wird man wahrscheinlich verhaftet, wenn man selbst fährt. Nie im leben würde ich in so ein auto steigen, ausser es wird alles normale abgeschafft, was wahrscheinlich irgendwann soweit sein wird.

  • LASH am 10.02.2018 09:06 Report Diesen Beitrag melden

    Jaja, Roboterautos

    Ersetzt uns alle einfach durch Maschinen. Vielleicht gibt es dann keine Kopfschmerzen wegen zu vielem Nachdenken mehr und die Pharmaindustrie könnte sich auf Wesentliches wie Gewinnoptimierung konzentrieren. Okay, der war jetzt frech. Entschuldigung...... schäm...

    • E. Hofer am 10.02.2018 09:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @LASH

      Im Gegenteil, KI kann gerade auch im Gesundheitsbereich viel Gutes bewirken. Bessere und günstigere Diagnostik, Früherkennung, vielleich auch gehen für Querschnittsgelähmte, reaktive Prothesen. Auch die Autoindustrie zielt auf weniger Unfälle, besseren Verkehrsfluss, weniger Umwelteinflüsse. Logisch macht der Schnellste und Beste damit Gewinn. Zum Glück gibt es diesen Wettbewerb.

    • Chrigu am 10.02.2018 11:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @E. Hofer

      Kosteneinsparungen werden zu einem kleinen Teil an die Kunden weitergeben, ein grosser Teil an Aktionäre und Verwaltungsräte. Leer gehen die Angestellten aus. so läuft das.

    • Techir am 10.02.2018 17:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @LASH

      Bin ja voll das Tech-Kind aber ihr kommentar war schon noch recht zynisch und hat mich sehr amüsiert.

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