Novartis-Chef gesteht Fehler ein

11. Mai 2018 07:37; Akt: 13.05.2018 08:20 Print

«Ich ging frustriert und müde ins Bett»

Novartis-CEO Vasant Narasimhan hat sich per Mail an seine Mitarbeiter gerichtet. Er nahm Stellung zur Millionen-Zahlung an Trumps Ex-Anwalt.

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In einer internen Mail äusserte sich Novartis-Chef Vasant Narasimhan zu den Ereignissen der letzten Tage. Am Mittwoch war bekannt geworden, dass der Schweizer Pharmakonzern insgesamt 1,2 Millionen Dollar auf das Konto von Trumps Ex-Anwalt Michael Cohen überwiesen hat. Von diesem Konto aus sind Zahlungen an die Pornodarstellerin Stormy Daniels geflossen.

«Gestern war kein guter Tag für Novartis», schrieb Narasimhan am Donnerstag in der internen Nachricht, die dem US-Nachrichtenportal «Stat» vorliegt.« Viele von Ihnen werden enttäuscht und frustriert sein», richtet sich der CEO an seine Mitarbeiter.

«Frustiert und müde»

«Es war ein Fehler, diese Verbindung einzugehen», schrieb Narasimhan. Auch für seine Familie sei es ein schwieriger Tag gewesen. Auch er selbst sei «frustriert und müde» ins Bett gegangen.

Am Mittwoch erklärte Novartis, dass ein einjähriger Vertrag mit dem Unternehmen Essential Consultants des Trump-Anwalts Michael Cohen im Februar dieses Jahres ausgelaufen sei.

Novartis reagiert auf Daniels' Anwalt

Novartis sei im November vom Büro von Sonderermittler Robert Mueller im Zusammenhang mit Essential Consultants kontaktiert worden. Mueller untersucht mutmassliche Absprachen zwischen Russland und Trumps Wahlkampfteam 2016.

Novartis reagierte auf Ausführungen von Daniels-Anwalt Michael Avenatti. Dieser hatte erklärt, der Schweizer Konzern gehöre zu jenen Unternehmen, die Zahlungen an Cohens Firma Essential Consultants geleistet hätten. Andere seien der US-Telekomkonzern AT&T und Korea Aerospace Industries.

Daniels erhielt 130'000 Dollar

Avenatti hatte am Dienstag auch ausgeführt, Cohen habe kurz nach Trumps Wahlsieg 2016 von einem russischen Oligarchen aus dem Umfeld von Präsident Wladimir Putin eine Zahlung von 500'000 Dollar erhalten.

Daniels, deren richtiger Name Stephanie Clifford ist, hatte nach eigener Darstellung eine längere Affäre mit Trump. Nach übereinstimmender Darstellung erhielt sie von Cohen 130'000 Dollar. Die Zahlung wurde über Essential Consultants abgewickelt. Daniels gab an, das Geld sei als Schweigegeld geflossen. Trump weist eine Affäre mit ihr zurück.

Abendessen mit Trump

Novartis zufolge schloss der Konzern im Februar 2017, nachdem sich Trump Gesundheitsthemen zugewandt hatte, einen einjährigen Vertrag mit Essential Consultants zu marktüblichen Konditionen über 1,2 Millionen Dollar ab. Der Konzern betonte, dass Novartis-Chef Vasant Narasimhan in keiner Weise in die Sache verwickelt sei. Die Zahlung habe insbesondere in keinem Zusammenhang mit der Teilnahme des Novartis-Chefs Narasimhan an einem Abendessen mit Trump beim Weltwirtschaftsforum in Davos gestanden. Narasimhan steht seit Februar an der Spitze des Unternehmens.

In US-Medien wurde angesichts jüngst bekannt gewordener Zahlungen an Cohen spekuliert, dass sich dieser womöglich von Unternehmen als Türöffner für Trump bezahlen liess. Das Weisse Haus bezog dazu am Mittwoch keine Stellung und verwies auf Trumps persönliche Anwälte.

(chi/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • OM Gott am 11.05.2018 07:57 Report Diesen Beitrag melden

    Willkommen im Club

    Oh musste der feine Herr CEO für einmal wie die meisten Arbeiter frustriert und müde ins Bett. Mir kommen die Tränen....

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  • Std am 11.05.2018 07:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ist ok!

    Nicht weiter tragisch, völlig normal! Ich bin auch teils frustriert und gehe müde ins Bett. Dafür kriege ich jedoch leider keine X- Millionen CHF! Also von daher gibt es schlimmeres!

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  • Toni am 11.05.2018 07:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Realist

    Korruptionfälle in Schweizer Firmen vermehren sich ...Und dann soll mir kein Schweizer erzählen das die Schweiz nicht korrupt ist!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Matthias am 11.05.2018 21:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    xxx

    Normale Mitarbeiter, denn auch der CEO ist ein Mitarbeiter, werden sofort entlassen, und mit Sicherheit müssen normale Mitarbeiter über die Klinge springen !!!! Ein CEO ist ein Mitarbeiter in der Funktion eins Chefes und NICHTS mehr, er ist kein Unternehmer oder Investor, das darf nie vegessen werden.

  • Lilian am 11.05.2018 17:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dreckig

    Das machen alle grossen Firmen.Keine ist besser.

  • Frustibus am 11.05.2018 17:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auch frustriert, aber anderer Grund

    1.2 Mio. weg, ohne realen Gegenwert. Die Medikamentenpreise aber bleiben unverändert hoch, damit holt man das schon wieder rein. Ja liebe Politiker, wie lange bleibt ihr noch untätig, oder profitiert ihr auch?

    • Hosche am 13.05.2018 12:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Frustibus

      Dir ist aber schon bewusst, dass diese 1,2 Millionen Peanuts für Novartis sind? Im Hinblick auf die Medikamentenpreise nicht mal das.

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  • Urs Schwyzer am 11.05.2018 14:53 Report Diesen Beitrag melden

    Lach- und Krachgeschichten

    Wer geht denn schon frei-willig mit einem D.T. ins Bett? Klar muss er dafür Geld hinlegen... Super auch, dass wir nun endlich wissen was und wer mit unseren Krankenkassenprämien noch so alles bezahlt wird

    • Jörg Frei am 11.05.2018 19:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Urs Schwyzer

      alle hinter gitter sass sind die grössten kostentreiber der KKs

    • Hosche am 13.05.2018 12:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Urs Schwyzer

      Mit unserern KK-Prämien? Der Schweizer Markt ist nur ein kleiner Bereich von Novartis.

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  • Jala Himmelaya am 11.05.2018 13:32 Report Diesen Beitrag melden

    Indiana Jhones

    Korruption und Masslosigkeit nimmt kein Ende ,jeder ist Käuflich , kommt darauf an , mit welchem Betrag