USA

07. Dezember 2017 03:57; Akt: 07.12.2017 04:13 Print

VW-Manager muss 7 Jahre ins Gefängnis

Ein 48-jähriger Manager von Volkswagen wurde in den USA für die Vertuschung der Abgasmanipulationen verurteilt.

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Der VW-Manager wurde während eines USA-Aufenthalts verhaftet: Volkswagen in Michigan. (Archivbild) (Bild: AFP/Jeff Kowalsky)

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Wegen Vertuschung der Abgasmanipulationen bei Volkswagen ist ein Manager des Konzerns in den USA zu einer siebenjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Wie ein Sprecher des Bundesgerichts in Detroit mitteilte, wurde gegen Oliver S. am Mittwoch ausserdem eine Geldstrafe von 400'000 Dollar verhängt.

Der 48-Jährige hatte sich im August der Verschwörung zum Betrug an den Vereinigten Staaten sowie des Verstosses gegen das Luftreinhaltegesetz schuldig bekannt. Ansonsten hätte ihm womöglich eine noch deutlich härtere Strafe gedroht.

Der VW-Manager befindet sich seit Anfang Januar in den USA in Untersuchungshaft. Er war während eines Urlaubs im US-Bundesstaat Florida festgenommen worden. Seine bisherige Haftzeit wird ihm den Gerichtsangaben zufolge auf seine Strafe angerechnet.

Existenz der Software verschwiegen

S. arbeitete von 2012 bis Anfang 2015 in der VW-Niederlassung in Auburn Hills im Bundesstaat Michigan, danach kehrte er in die Wolfsburger Konzernzentrale in Deutschland zurück. Bei zwei Gesprächen mit Vertretern der kalifornischen Umweltbehörde Carb verschwieg er bewusst die Existenz der Software, mit der Volkswagen die Emissionswerte bei Dieselfahrzeugen nach unten manipulierte.

Der 48-jährige Oliver S. hatte sich im August aufgrund einer Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft der Verschwörung zum Betrug an den USA sowie des Verstosses gegen das Luftreinhaltegesetz schuldig bekannt.

Drohende Haftstrafe von bis zu 20 Jahren

Er wusste nach eigenem Eingeständnis seit dem Sommer 2015, dass die Emissionswerte von Stickoxid mittels einer Software nach unten manipuliert wurden.

Im Gegenzug liessen die Bundesanwälte damals mehrere weitere Anklagepunkte fallen, womit S. eine womöglich noch deutlich höhere Strafe erspart blieb. Gestrichen wurde unter anderem der Vorwurf des betrügerischen Einsatzes von Telekommunikationsmitteln, für den allein ihm eine Haftstrafe von bis zu 20 Jahren gedroht hätte.

Verteidiger David DuMouchel versuchte am Mittwoch, für S. eine relativ milde Strafe von 40 Monaten Haft und 100'000 Dollar Geldzahlung zu erreichen. Er argumentierte unter anderem damit, dass S. aus fehlgeleiteter «Loyalität» zu seinem langjährigen Arbeitgeber gehandelt habe – fand damit bei Richter Cox aber kein Gehör.

Weitere fünf Manager unter Anklage

Die US-Justiz hat wegen der Manipulationen noch fünf weitere VW-Manager angeklagt, die sich aber ausserhalb der USA aufhalten. Da Deutschland seine Staatsbürger nicht an andere Länder ausliefert, befinden sie sich bei einem Aufenthalt in ihrem Heimatland ausserhalb des Zugriffs der US-Justiz.

Ausserdem wurde im August der VW-Ingenieur James L. zu 40 Monaten Haft und einer Geldstrafe von 200'000 Dollar verurteilt.

(chk/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dodo am 07.12.2017 05:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unfaires spiel

    Ja in den USA läuft die Anklage wie geschmiert während in der EU und DE es tolleriert wird. Und wir bleiben auf den Kosten sitzen. Aber wehe versteckt ein normaler Bürger Geld in ein anderes EU Land. Dann schnappt der Hai zu. Einmal mehr der Beweis das die EU im eigenen Interesse handelt.

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  • Maler50 am 07.12.2017 04:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traurig aber wahr

    Die obersten Bosse in Deutschland sind schon wieder auf der Sache unbeschadet davon gekommen. Die Kleinen hängt man y die großen lässt man laufen!! Traurig aber wahr!!!

  • Mech am 07.12.2017 06:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    sind wirklich slle gleich?

    Der Top Manager Martin Winterkorn ist wohl fein raus als er das sinkende Schiff anfangs der Krise verlassen hat. Er kann es sicher mit Geld regeln.

Die neusten Leser-Kommentare

  • KaiN Spam am 07.12.2017 15:14 Report Diesen Beitrag melden

    Selber schuld

    Der Herr Manager war international zur Verhaftung ausgeschrieben. DE liefert aber eigene Staatsbürger nicht aus. Wäre er in DE geblieben wäre er sicher gewesen. Was macht der Herr stattdessen? Er fliegt für die Ferien in dei USA. Selber schuld, kann ich da nur sagen...

  • Patriot am 07.12.2017 14:23 Report Diesen Beitrag melden

    Boykottiert dieses Land

    Was ist denn mit all denn Schrottmühlen wo in Amerika herum gurken. Das ganze ist ein Riesen Witz und hier wurde einfach mal ein schuldiger gesucht.

  • andi am 07.12.2017 14:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gehts noch?

    jetzt muss ein manager wegen den abgaswerten ins gefängniss? in den USA, wo alle ein riesen pick-up mit mindestens 5liter v8 fahren? ich bin auch dafür, dass man auf die umwelt schaut, aber die amis sollen mal nicht so laut schreien sie sind die schlimmsten!!

    • F anatic am 07.12.2017 15:00 Report Diesen Beitrag melden

      Abgaswerte

      Es geht wie bereits mehrmals erwähnt NICHT um die Nichteinhaltung der Abgaswerte sondern um das Betrügen! Auch wenn es ein anderes Thema als die Abgaswerte wären, würde er verklagt werden. ;-)

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  • Oliver am 07.12.2017 13:59 Report Diesen Beitrag melden

    fehlgeleitete Loyalität -> Bauernopfer

    es muss ja schliesslich ein Exempel statuiert werden. Hab aber anderswo gelesen, dass er an Anfang der Untersuchungen 2015 in Meetings mit den Behörden hätte schon auspacken können, es aber nicht tat (fehlgeleitete loyalität, , oder meinte er noch, VW stehe voll hinter ihm ?). Paradoxal ist aber doch, dass die USA sonst ja nicht gerade den Umweltschutz sehr hoch plazieren (Spritsaufende CO2 Schleudern, usw) ... naja anderes Land, andere Sitten. Nur Schade kommen die echten Drahtzieher Winterkorn und co nicht dran ...

  • DRIVER I am 07.12.2017 13:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gesetze mit Biss

    Wow, im schweizerischen Rechtssystem wird jahrelang untersucht, damit man im besten Fall eine bedingte Strafe aussprechen kann, oder noch besser einen Freispruch und die Verfahrenskosten zu Lasten der Allgemeinheit. Bei uns lohnt sich z. B. Steuerbetrug selbst dann wenn man erwischt wird. In Amerika interessiert es nicht wer der Angeklagte ist, einmMerin Winterkorn würde bei entsprechender Beweislage für 200 Jahre in den Knast wandern.