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Neue Methode
05. Dezember 2012 18:48; Akt: 05.12.2012 18:48 Print
Vaterschaftstest für gefälschte Produkte
Welches der beiden Sackmesser ist das Original? Eine Spin-off-Firma der ETH Zürich hat eine neue Methode entwickelt, um Produkte-Fälschungen auf die Spur zu kommen.
Ein Vaterschaftstest mit DNS, der Trägerin der Erbinformation, soll helfen Produktefäschern auf die Spur zu kommen. Dafür wird bei der Herstellung eines Produkts dem Ausgangsmaterial synthetisch hergestellte DNS beigemischt, wie die ETH am Mittwoch in ihrer Onlinezeitung «ETH Life» schrieb. Die DNS verhält sich wie eine natürliche DNS: Mit einer Gen-Analyse kann das Ausgangsmaterial identifiziert werden.
«Es funktioniert wie ein Vaterschaftstest», sagt Produktleiter Max Grass von der Spin-Off-Firma «Genuine-ID». Damit die DNS während der Produktion oder durch den Gebrauch des Produkts nicht verändert oder zerstört wird, wird sie in kleinste Glaskügelchen eingebracht, die nicht mit anderen Stoffen interagieren.
Für die spätere Analyse genügt schon ein Milligramm des Ausgangsmaterials. Die DNS könne festen Stoffen wie Plastik und Textilien, Flüssigkeiten wie Cremes oder Ölen und sogar Lebensmitteln oder Medikamenten beigemischt werden, da sie sie gesundheitlich unbedenklich sei, schreibt die ETH.
Interessant für Versicherungen
Weiter könnten Versicherungen die Methode einsetzen, zum Beispiel um bei Schäden an Gebäuden nachzuweisen, dass der verwendete Zement den geforderten Qualitätsansprüchen entspricht. Damit wäre der Hersteller nicht haftbar. Die Methode sei auch vor Gerichten zugelassen.
«Der Preis des Produkts liegt im Rappenbereich pro Kilogramm Endmaterial und verteuert das Endprodukt nur geringfügig», sagt Max Grass. Die im Juni 2012 gegründete Spin-off-Firma bietet die DNS-Kügelchen im Gesamtpaket mit der Gen-Analyse an.
Entwickelt hat die Methode der Firmengründer Robert Grass vom Institut für Chemie und Bioingenieurwissenschaften der ETH Zürich. Dass sie im Prinzip funktioniert, haben die Jungunternehmer mit Tests an verschiedenen Materialien überprüft. Nun suchen sie nach Abnehmern, laut Max Grass wollen erste Firmen das Verfahren prüfen.
Milliardengeschäft mit Fälschungen
Mit gefälschten Produkten - Uhren, Taschenmessern oder gar Medikamenten - werden weltweit Milliarden von Franken erwirtschaftet. Hersteller versuchen, ihre Produkte mit speziellen Verpackungen, Hologrammen, das Auftragen von Farbe oder Kennzeichnen durch Codes zu sichern.
Diese sind laut Max Grass jedoch nicht so fälschungssicher wie die DNS. Für einen Nachbau der gesamten eingebetteten DNS würde ein Fälscher mit den heutigen Techniken 1900 Jahre benötigen, sagt er.
(sda)
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Alle 11 Kommentare

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Warum so kompliziert?
Habe vor 1-2 Jahren schon von Spraydosen gehört, mit deren Inhalt Autoteile entsprechend markiert werden können. Das Prinzip ist also nicht neu. Hoffentlich sind es die DNS Internals. Mit Kryptographie, ist dies aber relativ problemlos sicherzustellen. Man könnte aber auch einfach einen NFC Chip o.ä. einbauen. Wenn der sich mit einer falschen ID meldet -> Fälschung. Wäre bequem brührungslos auswertbar und für alle Produkte einsetzbar. Sogar an den Flughäfen könnten mit einfachen Lesern die Ware überprüft werden. Mit einer App, könnten sogar die Touristen Kopien sofort erkennen.
Uralte Idee
Wird bereits lange z.B. bei gewissen Munitionstypen usw. gemacht. Einfach nicht mit DNS sondern andern Nachweisstoffen. Da wo es halt Sinn macht.
Kopie ist manchmal au "Original"
Da viele Markenprodukte in Billiglohn Länder hergestellt werden, werden von Mitarbeitern Originalprodukte abgezweigt und als Kopie verkauft!