Zusätzlicher Anreiz

26. März 2013 07:35; Akt: 26.03.2013 08:18 Print

Vermieter locken mit iPads und Bargeld

von Sabina Sturzenegger - Der Immoverwalter Livit greift auf ungewöhnliche Mittel zurück: Schnell entschlossene Mieter bekommen Bargeld, Gutscheine oder Monatsmieten geschenkt. Die Branche staunt.

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In Betroffen sind (rot): Monthey (1), Münchwilen (2), Lenzburg (3), Baden (4), Horgen (5), Locarno (6), Bülach (7), Hinwil (8), Aarau (9), Jura-Nord vaudois (10), Höfe (11). Die Bezirke «unter Beobachtung» sind violett eingefärbt: Zug (A), Dietikon (B), Affoltern (C), Bremgarten (D), Lausanne (E), March (F) und Dielsdorf (G). In der sowie Monthey; auch sie liegen an der Peripherie der beliebten Wohnregionen am Genfersee. Das Bild zeigt den grossen Umzug des Karnevals von Monthey. Auch im bestehen Anzeichen für eine Blasen-Situation. Betroffen sind Gebiete, die im Einzugsgebiet von Zürich liegen. Im Bild: Die Gemeide Münchwilen. Die Distanz nach Zürich beträgt rund 50 Kilometer. Als heisse Region betrachten die Studienautoren auch den Kanton Aargau, unter anderem die Städte ... ...und . Lenzburg ist ohne Stau mit dem Auto nur rund 30 Minuten von Zürichs Stadtzentrum entfernt. Noch schneller ist die SBB: Die Zugfahrt dauert 22 Minuten. Von stark steigenden Preisen für Wohneigentum gehen die Experten auch in der Region aus. Im Bild: Ein Gebäude der Grossbank Credit Suisse. Auch im Ein etwas anderes Bild der Blasen-Gefahr zeigt die Karte von Wüst & Partner: Die Fieberkurve 2011 zeigt in 102 Gemeinden Anzeichen einer Überhitzung. Besonders gefährdet sind das die Kantone Genf und Waadt sowie in der Deutschschweiz die Regionen Zimmerberg, Pfannenstil und das Engadin. Völlig anders präsentierte sich die Situation 1997. Damals herrschte die Stufe «sehr grosse Überhitzungsgefahr» fast nur in der Region Basel.

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Wer vor dem 12. April einen Vertrag für eine 3,5-Zimmer-Attikawohnung in Bachenbülach unterschreibt, bekommt die Miete von knapp 2400 Franken einen Monat lang geschenkt. Der neue Mieter einer 3,5-Zimmer-Wohnung in Horgen darf dafür Möbel im Wert von 3000 Franken einkaufen. Und im Zürcher Stadtteil Wollishofen gibt es beim Abschluss eines Mietvertrages für eine 4,5-Zimmer-Wohnung einen iPad 4 und den Parkplatz für ein halbes Jahr geschenkt.

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Das sind ein paar der Angebote, die Livit, der zweitgrösste Immobilienverwalter der Schweiz, zurzeit in Inseraten und auf seiner Homepage anpreist. Auffallend: Die meisten Angebote mit Zusatzanreizen sind für die Agglomeration Zürich. Und: Es sind viele Neubauwohnungen darunter.

Schlecht zu vermieten?

Der Verdacht liegt nahe, dass diese teuren Bleiben zurzeit schwer zu vermieten sind. «Das ist nicht zwingend so», sagt Livit-Sprecher Beat Gmünder. Bei der Vermarktung von Neubauprojekten habe sich dieses Vorgehen seit Längerem etabliert. «Zusatzanreize bei der Vermietung von Wohnungen anzubieten gehört heute grundsätzlich zum üblichen Vorgehen», sagt Gmünder. Es werde aber eher noch zurückhaltend angewendet.

Beim Hauseigentümerverband (HEV) ist man über das Vorgehen von Livit erstaunt. «Es handelt sich dabei um eine sehr spezielle Massnahme, die bei uns nicht bekannt war», sagt HEV-Direktor Ansgar Gmür. Er fühle sich an die Neunzigerjahre erinnert, als den Mietern ebenfalls Geld gezahlt wurde, damit sie eine Wohnung nehmen.

«Nullsummenspiel» für Verwalter

Dennoch sieht Gmür kein Problem damit – weder für die Mieter noch für die Verwalter oder die Branche. «Für Livit dürfte es sich um ein Nullsummenspiel handeln.» Das Unternehmen werfe zwar Geld auf für iPads, Gutscheine und Gratis-Mieten, könne dafür aber Inserate- und Plakatkosten sparen. «Die Mieter profitieren ebenfalls, sie bekommen ja etwas geschenkt», sagt Gmür. Und letztlich diene die Massnahme der Senkung der Leerwohnungsziffer. «Das ist super», findet der HEV-Chef.

Beim Mieterverband hat man lediglich einen kleinen Einwand: «Die Mieter müssen sehr schnell entschlossen sein, eine Wohnung zu mieten, damit sie in den Genuss der Zusatzleistung kommen», sagt Peter Macher. Im übrigen handle es sich um einen «Vermarktungsdreh», der sich sicher für die Vermieter rechne, gegen den aber juristisch nichts einzuwenden sei.

Keine Entscheidungshilfe bei Wohnungsmiete

Den potenziellen Mieterinnen und Mietern scheint die Aktion laut Livit zu gefallen: «Der Anklang bei den Mietinteressenten ist gross und die Rückmeldungen sind positiv», sagt Sprecher Gmünder. Allerdings, das gesteht auch Gmünder ein, miete niemand nur wegen der Zusatzanreize eine Wohnung. «Es kann aber sicher schon mal das berühmte Zünglein an der Waage spielen, damit man sich für eine Wohnung entscheidet.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Andrew am 26.03.2013 16:45 Report Diesen Beitrag melden

    Nie wieder Livit

    Kenne Livit selbst und ist eine Chaotenverein, brauchte über 3 Monate mit Betreibungsandrohung bis sie mir die Kaution zurückgezahlt haben. Auch sonst hatten sie die Organisation nicht im Griff. Kenne auch sonst nieman der mit Livit gute Erfahrung gemacht hätte. Finger Weg!!!

  • Henry am 26.03.2013 09:05 Report Diesen Beitrag melden

    Shala

    Passt auf bei den Shala Immobilien. die sind noch unseriöser als die livit

  • Emil Steiner am 26.03.2013 11:34 Report Diesen Beitrag melden

    Halter Zürich genauso wie Livit

    Nicht nur Livit die schlecht ist und arrogant. Z.B Halter Zürich ist das Ebenbild von Livit arrogant und nicht zu gebrauchen! Mein Tipp: Niemals eine Wohnung von Halter und Livit mieten man hat nur ärger und das höre ich auch von vielen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • D.C am 27.03.2013 21:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einfach absolut nummer 1

    Super Liegenschaft, super Mitarbeiter. Immer Hilfsbereit und freundlich. Merkt euch wie mann in Wald ruft kommt es retour. Seit 35 Jahre Mieter der Livit. Dankeschön für die super Mietzeit.

  • Peter F. am 26.03.2013 21:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Positiv

    Ich wohne seit Jahren in einer Wohnung der Livit und kann nur positiv berichten. Die Verwaltung ist stets schnell im Antworten und bemüht, die Wünsche zu erfüllen. Auch haben wir einen Hauseart, der sich um die Mieter kümmert. Die Livit macht auch nur den Auftrag für die Eigentümerschaft, ihr arbeitet in eurem Betrieb ja auch auf Gewinn - so wie auch Livit. Mann darf auch mal positiv sein!!

    • Pascal F. am 27.03.2013 15:52 Report Diesen Beitrag melden

      Richtig,

      als Angestellter von Livit darf man ruhig mal anderer Meinung sein als seine Kunden.

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  • Martin am 26.03.2013 18:05 Report Diesen Beitrag melden

    Könnte man besser investieren!

    Anstatt iPads abzugeben, würden die das Geld lieber in Waschmaschinen investieren, so dass jede Mietpartei mind. 1 mal pro Woche waschen könnte! Ich habe schon ein paar Wohnungen von denen besichtigt. Teilweise 10 Parteien und 1 Waschmaschine! Nicht mal ein Trockner! Ist doch ein Witz oder? Wann kapieren das die Vermieter: Ob 1 Maschine 4 mal hintereinander oder 2 gleichzeitig laufen, es braucht genau gleich viel Strom, aber die Wäsche ist in der Hälfte der Zeit erledigt!

  • Neutral am 26.03.2013 17:25 Report Diesen Beitrag melden

    Livit!?

    Ich wohne in einer günstige Wohnung (Livit). Meine Wohnung hat Schimmel und vom Hauswart höre ich nur ich soll mehr lüften. Wenn etwas kaputt geht müssen sie auf ihr Recht beharren. 2 Jahre gewartet bis Livit mir den Elektriker vorbei schickt - Küchenlampe fackelte. 3x Wurde mir vom Hauswart Starter und Lampe verrechnet und ich soll genau in die Mitte des Knopfes drucken dann würde die Lampe nicht fackeln. Bin schon eine Frau aber nicht doofe. Einmal Livit nie mehr Livit.

    • Claudia Reichen am 26.03.2013 21:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Knausrig!

      Genau, geht etwas kaputt, muss lange gewartet werde, immer wieder nachgefragt! Eine Steckdose muss selber bezahlt werden, teuer, da veraltet ... die hohen Instandhaltungskosten übernimmt der Mieter oder lässt es sein!

    • Andreas Probst am 26.03.2013 22:57 Report Diesen Beitrag melden

      Knallharte Livit

      Schön gesagt - einmal Livit, nie mehr Livit... Liebe Livit-Mieter, schaut doch nur mal die total überissenen Nebenkostenabrechnungen an (4,8% Verwaltungshonorar und so). Das genau diese Firma mit solchen Lockvogelangeboten um die Mieter buhlt, ist nicht erstaunlich. Die Livit-Mieten sind nämlich eh knallhart berechnet, es soll ja niemand das Gefühl haben, er/sie bekomme etwas geschenkt - sicher ganz zuletzt bei Livit!

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  • Andrew am 26.03.2013 16:45 Report Diesen Beitrag melden

    Nie wieder Livit

    Kenne Livit selbst und ist eine Chaotenverein, brauchte über 3 Monate mit Betreibungsandrohung bis sie mir die Kaution zurückgezahlt haben. Auch sonst hatten sie die Organisation nicht im Griff. Kenne auch sonst nieman der mit Livit gute Erfahrung gemacht hätte. Finger Weg!!!