Studie

26. April 2014 05:57; Akt: 28.04.2014 15:51 Print

Verwaltungs-Angestellte sind am unproduktivsten

von Yves Hollenstein - Laut einer aktuellen Studie verbringen wir 40 Prozent unserer Arbeitszeit mit unnötigen Dingen. Doch nicht in allen Berufen sind die Zustände gleich schlimm.

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Der Eindruck täuscht: Einen Grossteil unserer Arbeitszeit verbringen wir mit unproduktiven Dingen. (Bild: Keystone/AP/Miguel Villagran)

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Warten auf die Anweisung vom Chef, der Drucker funktioniert schon wieder nicht oder man steckt im Stau: Ursachen, warum man seine eigentlichen Arbeiten nicht innert nützlicher Zeitfrist erledigen kann, gibt es zur Genüge.

Rund 40 Prozent unserer Arbeitszeit verbringen wir mit nicht-wertschöpfenden Aufgaben. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Managementberatung Factor P. Diese analysierte 300 verschiedene Arbeitsprozesse auf unterschiedlichen Hierarchiestufen. Insgesamt wurden dabei 2400 Arbeitsstunden betrachtet.

Zu viel Zeit im Auto

Am unproduktivsten sind jene Angestellten, die administrativ tätig sind, also Jobs in der Verwaltung oder im Backoffice haben. Diese Berufsgattung nützt laut der Studie nur gerade die Hälfte ihrer Arbeitszeit produktiv. Die meiste Zeit wird in dieser Berufsgattung mit Informationsbeschaffung vergeudet.

Viel Arbeitszeit verloren geht auch bei den gewerblichen Berufen wie beispielsweise Schreiner oder Elektriker. Bei diesen schlagen Fahrten im Auto, etwa auf Baustellen, oder das Reparieren von Maschinen besonders zu Buche. Bei Büroangestellten geht hingegen «nur» ein Viertel der Arbeitszeit für Mehrarbeit drauf. In dieser Berufsgruppe sind vor allem nicht genau definierte Verantwortlichkeiten oder das Korrigieren von Fehlern die Hauptursache für Zeitvergeudung.

Doch auch die Chefs sind nicht immer produktiv. Nach der Studie verbringen sie nur gerade 13 Prozent ihrer Arbeitszeit mit Führungsaufgaben. Den Rest stecken sie in Planung, Fehlerbehebung und das Reagieren auf ungeplante Vorkommnisse.

Agieren statt reagieren

Natürlich könne niemand nur produktiv arbeiten, sagen die Studienautoren. Allerdings bestünden für beinahe jedes Unternehmen Optimierungsmöglichkeiten. Dazu müssten aber Prozesse neu strukturiert und standardisiert werden. «Ziele erreicht man nicht, in dem man auf Vorgänge reagiert, sondern indem man proaktiv agiert», wird der Studienautor Alexander Maier in der «Wirtschaftswoche» zitiert.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bestätiger am 26.04.2014 08:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kann ich bestätigen

    Wundert mich überhaupt nicht. Meine Freundin arbeitet auch in der Verwaltung. Was sie jemals erzählt ist wirklich zum Teil erschreckend. Sie bestätigen zum Teil das Klischee des typischen Verwaltungsbeamten. Würde man so in der Privatwirtschaft arbeiten, wäre eine Firma schon längst Konkurs.

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  • Rosa Hösli am 26.04.2014 09:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unsinn

    Wie soll denn der Handwerker sonst auf die Baustelle kommen als mit dem Auto? Ist es etwa produktiver, wenn die Baustelle zum Handwerker kommt? Man sollte mal Studien machen über Unproduktivität und vor allem Unsinn von Studien.

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  • Jeanette K. am 26.04.2014 10:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unproduktiv

    In den Verwaltungen hat es auch viel zu viele "Chef's" die von ihrer meist nichts verstehen und unproduktiv arbeiten.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • M.H. am 27.04.2014 21:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stress

    Hallo vergesst nicht, wir sind Menschen und keine Roboter!!!

  • Hans Peter Hort am 27.04.2014 15:37 Report Diesen Beitrag melden

    Unqualifizierte Interpretation

    Die dümmste Interpretation in dieser Studie ist wohl der folgende Satz, Zitat: "Die meiste Zeit wird in dieser Berufsgattung mit Informationsbeschaffung vergeudet". Wie, bitte, soll ein Angestellter eines Backoffices oder einer Verwaltung seine Kunden korrekt informieren können, wenn ihnen die Informationen fehlen?

  • paul meier am 27.04.2014 12:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nicht besser bei unseren firmen

    ist ja klar jeder hat angst er wird entdeckt das er nicht ausgelastet ist ! bei uns in der ch ist es ja das gleiche je weniger sie produktiv arbeiten desto mehr sitzungen und externe anlässe werden besucht !!

  • Angestellter am 27.04.2014 11:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stimmt schon

    Ich bin normaler Sachbearbeiter einer polizeilichen Behörde. Es gibt Tage da gibt es praktisch nichts zu tun, dann wird halt TV geschaut oder mit dem Handy gespielt. An anderen Tagen wiederum gibt es sehr sehr viel zu tun. Ich muss schon sagen, dass ich noch nie so einen Schoggijob hatte, aber es liegt nicht an uns, dass wir oft keine Arbeit haben.

  • Mandy am 27.04.2014 09:54 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht alle gleich

    Es ist doch wie überall, es gibt solche und solche. Es kommt immer drauf an, an wen man gerade gerät, mal hat man Glück und wird top bedient, mal hat man Pech und es klappt nicht. Ich habe jedenfalls auch schon Handwerker beobachtet wo ich mich gefragt habe, ob die zwischen den Pausen auch mal arbeiten. Deswegen würde ich aber nicht die Handwerker generell als unproduktiv bezeichnen.