Gerichtsurteil in Kanada

09. November 2012 11:32; Akt: 09.11.2012 12:53 Print

Viagra-Patent aberkannt - Pfizer tobt

Ärger für den amerikanischen Pharmakonzern: Das Oberste Gericht Kanadas hat der US-Firma das Patent für Viagra entzogen. Der Hersteller hatte den Berhörden nur mangelhaft über das Produkt Auskunft gegeben.

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Viagra-Produktin in einem Pfizer Werk. (Bild: Keystone/AP/amr Nabil)

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Nach kanadischem Recht müsse ein Erfinder genaue Auskunft über sein Produkt und dessen Funktionsweise geben, um dafür das exklusive Verkaufsrecht zu haben. Dieses Gesetz kostete Pfizer das Viagra-Patent. Das Pharmaunternehmen habe gewusst, jedoch nicht bekanntgemacht, dass Sildenafil der einzige von mehreren Bestandteilen der Pille sei, der bei impotenten Männern eine Erektion auslöse.

«Das Patentsystem beruht auf einem 'Geschäft' oder einer Gegenleistung», erklärte das Gericht. Der Erfinder bekomme für eine begrenzte Zeit das Exklusivrecht für sein neues Produkt, müsse dafür aber seine Erfindung offenlegen, damit die Gesellschaft von dem Wissen profitiere. «Wenn es keine vollständige Offenlegung gibt, kann es keine exklusiven Monopolrechte geben», hiess es zur Begründung des Urteils.

Billiges Viagra

Das israelische Generikaunternehmen Teva hatte gegen Pfizer geklagt in der Hoffnung, schon vor Auslaufen des Viagra-Patents ein gleichwertiges Medikament auf den Markt bringen zu können.

Teva kündigte nun in einer Stellungnahme an, bald mit der Produktion zu beginnen. Mit dem künftigen Produkt würden die Kunden «Millionen sparen». Zudem werde das Medikament für Menschen zugänglich sein, die es sich sonst nicht leisten könnten.

(sda)