Managerlöhne

12. Mai 2017 15:16; Akt: 12.05.2017 15:16 Print

Volk möchte staatliche Eingriffe bei Boni

Der Ruf nach staatlichen Regulierungen bei Managerlöhnen wird wieder lauter. Das ist das Ergebnis einer neuen Umfrage.

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Vier Jahre ist es her, seit die sogenannte Abzockerinitiative vom Schweizer Stimmvolk deutlich angenommen wurde. An der Höhe der Boni und den Löhnen der Topmanager hat sich seither kaum etwas geändert. Und das Thema beschäftigt die Bevölkerung weiterhin, wie eine neue Umfrage der Beratungsfirma HCM Hostettler & Company zeigt.

Umfrage
Haben Sie 2016 von Ihrem Arbeitgeber einen Bonus erhalten?
29 %
65 %
6 %
Insgesamt 1910 Teilnehmer

Rund zwei Drittel der Befragen erklärten, dass überrissene Boni ein Systemproblem und keine Einzelfälle seien. Und: Der Ruf nach staatlichen Eingriffen wird wieder lauter. Fast jeder Zweite möchte, dass der Staat die Höhe von Vergütungen für Manager stärker regelt. Frauen und Befragte der Westschweiz sprechen sich eher für stärkere Regulierungen aus.

Lohngrenze, aber wie hoch?

In den Befragungen in den Vorjahren fielen die Werte jeweils etwas tiefer aus. Am stärksten war der Wunsch nach staatlichen Eingriffen bei der erstmaligen Durchführung der Umfrage 2010. Fast 65 Prozent gaben damals an, dass der Staat die Managerlöhne vermehrt regeln soll. Der tiefste Wert gab es 2014, als sich das rund 42 Prozent wünschten. Seither nimmt der Wunsch nach Regulierungen wieder zu.

«Unternehmen sollten diesen Ruf nach staatlichen Eingriffen ernst nehmen. Handeln sie nicht von sich aus, droht eine noch stärkere Regulierung», sagt Stephan Hostettler, Geschäftsführer von HCM Hostettler & Company.

Viele Befragte sind der Ansicht, dass die Verwaltungsräte, die die Löhne absegnen müssen, ihre Verantwortung seit der Annahme der Abzockerinitiative nicht genügend wahrnehmen. Die Umfrage zeigt auch, das sich fast drei Viertel eine Lohnobergrenze wünschen. Über die Höhe dieser Grenze besteht aber keine Einigkeit. Am meisten wurde der Betrag von 1 Million Franken genannt.

(lin)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • allright am 12.05.2017 15:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Beispiele

    Am Beispiel der CS sehen wir nur, je höher die Boni, desto noch gierigen und noch unfähiger die CEOs.

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  • Schweizer Bürger am 12.05.2017 15:22 Report Diesen Beitrag melden

    PRIVATwirtschaft

    Warum? Die Firmen gehören doch nicht der Öffentlichkeit, d.h. die Aktionäre können mit ihrem Umsatz machen, was sie wollen! Wichtiger finde ich den Schutz der ganz normalen Arbeitnehmer!

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  • Karl am 12.05.2017 15:31 Report Diesen Beitrag melden

    Aktionär

    Nicht der Staat muss hier eingreifen, sondern der Aktionär. An der GV an kann jeder Ja oder Nein zu den Boni sagen. Wo ist das Problem?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • ramsy_zh am 16.05.2017 07:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Typische Neiddebatte..

    Ich verstehe trotzdem nicht warum der Staat die Gehälter/Boni von privaten Unternehmen regeln sollte. Darüber haben doch nur die Eigentümer (Aktionäre) der betreffenden Unternehmen zu entscheiden.

    • Miraculix06 am 17.05.2017 00:45 Report Diesen Beitrag melden

      Irrsinnig

      Da gebe ich ihnen ganz recht - das ist nur wieder eine von den Medien lancierte Neiddebatte. Es ist und bleibt in der Verantwortung der Aktionäre resp. der Besitzer eines Unternehmens, die Höhe der Gehälter von Führungskräften zu bestimmen. Der Staat hat sich da tunlichst herauszuhalten. Und den "Angestellten" unter der Leserschaft sage ich: Schweigt oder werdet selber selbständig. Dann wisst ihr endlich mal, wie es sich anfühlt, Besitzer eines Unternehmens zu sein und Führungs-, Organisations- und last but not least auch finanzielle Verantwortung zu übernehemen!!!!

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  • Nick P. Wild am 16.05.2017 07:14 Report Diesen Beitrag melden

    Steuern über Steuern

    Firmen die Boni an Manager bezahlen, während Angestellte keine vergleichbare Boni erhalten, oder Salärkürzungen oder gar Kündigungen hinnehmen müssen, müsste es steuerlich untersagt sein, diese Boni als Abzug zuzulassen. Im Gegenteil. Diese Boni sollten im 100-fachen Betrag als Einkommen aufgerechnet und versteuert werden müssen. Auch Firmenteile im Ausland müssen Weltweit in der Schweiz aufgerechnet werden, um Gewinnverschiebungen zu unterbinden.

  • Paul am 16.05.2017 06:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nadelstreifgangster

    Und die sollten auch als solche behandelt werden.

  • Mike Keller am 16.05.2017 04:51 Report Diesen Beitrag melden

    Staatlich endlich Gerechtigkeit schaffen

    Es sollte Gesetzlich geregelt sein das Boni und Prämien ab einem Jahreseinkommen von mehr als 1 Mio. Franke nicht bezahlt werden dürfen! Stattdessen müsste man das überschüssige Geld lieber gerecht an die Belegschaft (alle unter 1Mio. Jahresgehalt) verteilt werden, die ja eigentlich die treibende Kraft sind, weshalb die Oberen Etagen überhaupt erst auf Gehälter über 1Mio. im Jahr kommen, gleichzeitig sollten die Gehälter auf ein Gesetzliches Maximum begrenzt werden (Bsp. 2Mio./Jahr).

  • Nina am 15.05.2017 13:43 Report Diesen Beitrag melden

    Nichts mit Neid zu tun

    Aber ganz viel mit gesundem Menschenverstand und verlorenem Gewissen