Dotcom-Bubble 2.0

10. April 2012 18:38; Akt: 10.04.2012 18:38 Print

Wann platzt die Facebook-Blase?

von Sabina Sturzenegger - Facebook kauft den Internet-Fotodienst Instagram – für 1 Milliarde Dollar. Ist diese kleine Firma wirklich so viel wert? Oder sind wir wieder so weit wie im Jahr 2000?

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Ist da nur Luft drin? Mit dem Kauf von Instagram heizt Facebook neue Spekulationen über eine IT-Blase an. (Bild: Thinkstockphotos)

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Wenn die Angst umgeht, eine neue IT-Blase könnte entstehen, ist meist Facebook involviert. Schon als Mark Zuckerberg mit dem Social-Network-Riesen seinen Börsengang angkündigte, fürchtete sich mancher vor einer neuen Dotcom-Blase. Eine Internet-Firma, die 100 Milliarden Dollar Wert sein soll – da kommen die Erinnerungen an die 2000er-Blase hoch.

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Die neuste Angstwelle wurde durch die Meldung ausgelöst, dass Facebook den Fotosharing-Dienst Instagram für eine Milliarde Dollar kaufen will. «Dreht das Silicon Valley jetzt völlig durch?» fragte sich das deutsche «Handelsblatt» bereits. Eine Milliarde Dollar für Instagram, für «ein Mini-Unternehmen ohne Gewinn», scheine dann doch sehr viel Geld zu sein, so die Online-Zeitung.

Intransparente Bewertung von Instagram

Instagram beschäftigt in San Francisco zurzeit 13 Mitarbeiter und erzielt keinen nennenswerten Umsatz. Gemäss der «New York Times» und dem Online-Portal «AllThingsDigital» hat das Startup letzte Woche eine Finanzierungsrunde über 50 Millionen Dollar abgeschlossen, wobei eine Unternehmensbewertung von 500 Millionen Dollar zu Grunde gelegt wurde. Diese Zahlen sind weder offiziell noch will sich jemand auf sie berufen.

Auch die Analysten sind vorsichtig: «Die Transparenz ist bei Instagram nicht gross, da keine öffentlichen Finanzzahlen vorliegen», sagt Christian Fröhlich von der ZKB. Die Angst vor einer Blase sei deshalb nicht überraschend: «Eine Milliarde Dollar für Instagram erscheint auf den ersten Blick ein hoher Preis.»

Nicht vergleichbar mit 2000

Dennoch sieht Fröhlich im Moment keine klaren Hinweise auf eine Blasenbildung wie anno dazumal: «Vergleichbar mit der Blase im Jahr 2000 ist es sicher nicht. Heute sind die Bewertungen der neuen IT-Firmen nachvollziehbarer als damals, ihre Qualität ist viel besser. Firmen wie Facebook, aber auch der Social-Gaming-Anbieter Zynga machen Gewinn.»

Fröhlich weist aber auch darauf hin, dass man sich im IT-Bereich in einem riskanten Sektor befinde. «Es ist klar: Nicht alle dieser neugegründeten Internet-Firmen werden überleben. Die eine oder andere ist zudem sicher überbewertet.»

1 Milliarde für ein 18-monatiges Baby

Ob dies auch auf Instagram zutrifft, ist zumindest im Moment unklar. Die Milliarde Dollar, die Zuckerberg am Osterwochenende für das 18-monatige Baby gezahlt hat, lässt sich aber auch anders erklären: Er musste schnell handeln, Geld durfte keine Rolle spielen. Denn das grösste und erfolgreichste Social-Media-Netzwerk der Welt hat bis jetzt den Trend des mobilen Fotosharing-Booms verschlafen.

So war Facebook zwar von Beginn weg im App-Store inklusive Foto-Upload verfügbar, doch das Unternehmen musste sich zwei Jahre später vom Newcomer Instagram «die Butter vom Brot nehmen lassen», wie Internetexperte Nils Jacobsen schreibt. Wenige Wochen vor dem Börsengang habe Mark Zuckerberg deshalb das einzig Richtige gemacht, «echte CEO-Qualitäten» bewiesen und für sein Versäumnis «eine dicken Scheck» an Instagram ausgezahlt.

Einfach nur «cool»

Für andere ist die Kauf-Aktion von Facebook einfach nur «cool», so kurz vor dem Börsengang, wie Bloggerin Alexia Tsotsis twitterte. Zumindest für die Instagram-Investoren stimmt das, denn für sie hat sich Zuckerbergs Entscheid gelohnt: Sie haben ihren Einsatz innert einer Woche schlicht verdoppelt.

Ob Instagram von Facebook - entgegen den Beteuerungen von Zuckerberg und Systrom - geschluckt und vollständig integriert wird, und ob daraus jetzt «Facetagram» wird, wie es bereits auf verschiedenen Internet-Portalen heisst, ist vorerst zweitrangig.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ted B. am 10.04.2012 19:20 Report Diesen Beitrag melden

    Zuckerberg weiss was er tut

    Jedes Jahr erscheinen solche Artikel. Trotzdem ist FB jedes Jahr stärker, grösser und reicher. Google+ war innovativ und zeitweise besser. Aber innert Wochen wurden diese Funktionen auf FB adaptiert. Die FB-Vorherrschaft wird zementiert. Zuckerberg hat viele Kritiker, aber bekanntlich macht Erfolg neidisch. Er scheint auf dem richtigen Weg zu sein.

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  • Pirat2222 am 10.04.2012 20:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Game-Factor

    Allein schon durch die Games haben sich wohl Millionen von Usern x Accunts angelegt. Somit sind die 800 Millionen wohl nur eine Wolke und fernab der Realität. Ich kenne Leute die es auf lockere 10 Accounts bringen, um ihre Bonus-Punkte abkassieren zu können. Und das sind noch keine Fanatiker! Also teilt mal getrost durch 4, dann sind wir schon etwas näher an der Wirklichkeit.

  • Furzgesicht am 10.04.2012 19:45 Report Diesen Beitrag melden

    Austritt.

    Ich habe meinen Account gekündigt (löschen kann man ihn ja nicht). In den Wochen zuvor wurde die Freundesliste durch Austritte ständig kürzer. Man kann davon ausgehen, dass die Erfolgswelle von FB bald Vergangenheit sein wird. Das Problem wird sich von selbst lösen. Schliesslich hat jeder nach einigen Monaten genug davon, ständig zu erfahren, wer gerade Kaffee trinkt oder sich auf dem Balkon sonnt. Sonst gibt es ja nichts aufregendes zu lesen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter am 11.04.2012 19:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Behalte meine fb aktien

    Ich habe bereits aktien von fb(mitarbeiter gewesen) diese wurden bei der ausgabe zu 25.- bewertet,ich werde die eine weile halten bevor ich sie verkaufe.hatte das gleiche bei google und halte sie immer noch

    • Yves Laurent am 12.04.2012 09:37 Report Diesen Beitrag melden

      Richtig so!

      Behalte Deine Aktien - die Facebook Marketcap wird sich vervielfachen!

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  • crypt(name) am 11.04.2012 16:34 Report Diesen Beitrag melden

    Datenkrake Facebook

    Warum habe ich das Gefühl, dass in einem Monat die AGB in Instagram ganz anders aussehen, obwohl man nicht mal darüber informiert wurde? Ist doch mehr als klar, dass Facebook noch mehr Fotos (Daten) haben möchte. Bye Bye Instagram!

  • j.becker am 11.04.2012 16:22 Report Diesen Beitrag melden

    2000-er Blase?

    Was geschah im Jahr 2000 ???

  • Doofi am 11.04.2012 13:06 Report Diesen Beitrag melden

    Zuckerberg

    Der Zuckerberg hat bald einen Geldberg.

  • Andreas am 11.04.2012 10:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Imobilien, Ökostrom, Facebook etc.

    Blasen gibt es überall, man muss einfach früh genug die Luft raus lassen, damit sie nicht platzen.