Steiler Sinkflug

17. November 2012 08:17; Akt: 17.11.2012 11:01 Print

Was mit der Apple-Aktie los ist

von Hans Peter Arnold - Innert weniger Wochen verliert Apple 153 Milliarden Franken an Wert. Experten begründen den Absturz auch mit dem umkämpften Tablet-PC-Markt.

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Die Innovationskraft von Apple ohne Steve Jobs könnte nachlassen, warnen Experten.

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Der Höhenflug von Apple ist zumindest an der Börse vorerst vorbei: Nachdem die Aktie am 21. September an der US-Technologiebörse Nasdaq den Höchststand von 700 Dollar erreicht hat ging es unaufhaltsam bergab. Seither hat die Aktie 23 Prozent an Wert eingebüsst. Die Marktkapitalisierung schmolz um 153 Milliarden Franken. Allerdings ist Apple beim aktuellen Kurs von 537 Dollar immer noch 505 Milliarden Dollar (476 Milliarden Franken) wert.

Zwar geben die meisten Analysten entweder für Apple ein positives Kaufsignal oder ein neutrales Rating. Schliesslich befinde sich der US-Konzern nach wie vor in einer hervorragenden Wettbewerbsposition. Doch die Risiken steigen. «Die Innovationskraft ohne Steve Jobs könnte nachlassen. Preisbewusste Konsumenten und ein härterer Konkurrenzdruck könnten für sinkende Margen sorgen», kommentiert John Bright, Analyst von Avondale Partners. iPhone und iPad sollten in den kommenden drei Jahren für ein zweistelliges Gewinnwachstum sorgen. Allerdings dürften die Zuwachsraten von 59 Prozent in diesem Jahr auf 19 Prozent in 2015 sinken.

«Entzauberung der Apple-Aktie»

Jeffrey Gundlach, CEO der Investmentfirma Doubleline Capital, geht davon aus, dass die Apple-Kurs weiter fallen wird. Gundlach rechnet mit einem Preissturz auf 425 Dollar. Gegenüber dem Sender CNBC erklärte Grundlach, dass Apple an Innovationskraft verloren habe.

Das deutsche «Handelsblatt» spricht von der «Entzauberung der Apple-Aktie». Die Konkurrenz schlafe nicht. Das sei ein Grund, warum die Aktie seit September auf Talfahrt ist: «Der Absturz kam quasi mit Ansage, denn an grossen Innovationen wie in der Vergangenheit fehlte es zuletzt. Die Präsentation des iPhone 5 – der Goldesel des Konzerns – überzeugte die Börsianer, die kleine Revolutionen gewohnt sind, nicht wirklich.»

Hart umkämpfter Tablet-Markt

Am meisten sorgen sich Experten über die zunehmende Konkurrenz auf den Tablet-Markt. Wie verschiedene Indikatoren zeigen, boomt das Tablet von Samsung (Galaxy Tab 2 10.1) wie auch das Samsung Note und Smartpohone S3. Aber auch das neue Tablet von Sony (Xperia Tablet S) findet eine grosse Fangemeinde. Ebenfalls hohe Resonanz erhält das neue Bond-Smartphone Xperia T.

Zwar versucht Apple mit dem neuen iPad Mini entgegenzuwirken. Apple konnte aber auch damit die Börse nicht wirklich überzeugen. Damit nicht genug: Seitdem sich die Investoren in Vorfreude auf das iPhone 5 auf Apple-Aktien stürzten, dreht sich am Markt alles um Lieferprobleme.

Der Support ist aber auch unter den Analysten immer noch gross. Apple sei für 2013 mit einem frischen Produktportfolio in fast allen Schlüsselbereichen sogar besser aufgestellt als 2012, wird Ittai Kidron, Analyst bei Oppenheimer & Co. im «Wall Street Journal» zitiert.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • BB am 17.11.2012 10:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eigenbrötler

    Eigentlich finde ich die Apfelprodukte gut.Solange ich aber Apple nicht mit meinen anderen Produkten vernünftig verwenden kann und noch ein Vermögen für Zuberhör ausgeben muss kommt mir dieses Produkt nicht ins Haus.Dies wird auch der Grund sein,warum der Aktienwert sinkt.Die Manager haben halt kein Gefühl für den Markt.

  • Rita Stauffer am 17.11.2012 09:18 Report Diesen Beitrag melden

    Krampfhafte Suche nach Innovationen

    Nicht nur "Enzauberung", sondern auch handfeste Probleme. Z.B. Lieferfrist: Ein Technik-Freak mag ja vielleicht ein halbes Jahr auf ein iPhone warten. Aber professionelle Kunden können nicht einfach beliebig die Beschaffung von Arbeitsgeräten hinauszögern. Doch mittlerweile hat jedes neu eingeführte Apple Produkt inakzeptable Lieferfristen, momentan sind es die neuen iMacs. Ein anderes Beispiel sind neu angepriesene Software-Features, welche sich in der Praxis mehr schlecht als recht herausstellen, wie die Karten-App bei iOS oder die fehlende "Speichern unter" Funktion unter Mac OS Lion.

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  • Thomas Dal Ponte am 17.11.2012 10:51 Report Diesen Beitrag melden

    Wertverlust der Aktie

    Liebes 20min-Team bitte ändert den Text dahingehend, dass nicht die Aktie 153Milliarden an Wert verliert, sondern Börsenwert des Konzerns um 153 Mrd. gesunken ist. Wäre eine Aktie 153 Mrd. teuer gewesen, hätten sich diese wohl nur wenige leisten können. (ich hätte sie aber jederzeit gerne zu diesem Preis verkauft) Liebe Grüsse Thomas

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Marc am 20.11.2012 10:07 Report Diesen Beitrag melden

    Sehr schön

    Zurück wo du hergekommen bist :-) mich freut diese Entwicklung. Apple war total überbewertet.

  • Kunde 72 am 17.11.2012 23:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer hat Steigerungspotential?

    Microsoft macht Druck. Vehement und sicher noch stärker in der nächsten Zeit. Und sie haben nun endlich auch super Smartphone (WINP8) und Tablet Software. Vergleicht man z. Bsp. die Börsenkapitalisierung von Nokia (neue Lumia 920 und 820 mit WINP8 locker auf Augenhöhe mit Iphone 5), welche gerade mal knapp 10 Milliarden ist, mit Apple, welche jetzt nach dem Absturz doch immer noch ca. 50 (!) Mal höher ist und schaut gleichzeitig in die Zukunft, dann weiss man, wo man lieber raus- und wo dafür reingeht. Von Apple zu Nokia. Investoren wollen in Aktien mit richtigem Steigerungspotenzial.

  • Think Diffrent am 17.11.2012 18:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Inovativ ist

    Ihr meckert alle das Apple keine Inovation mehr zu biten hat .Was kann man noch erfinden ? Was haben alle anderen Hersteller dieses Jahrzent für "Inovationen" gebracht.Denkt mal darüber nach!

    • Mike am 18.11.2012 11:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Man muss nichts erfinden um inovativ zu sein

      Erfolg kann man auch haben in dem man ein besseres oder/und billigeres Produkt auf dem Markt bringt. Das Smartphone und das iPad sind nicht von Apple erfunden worden. Solche Produkte gab es früher schon, doch kein Unternehmen schaffte es, diese erfolgreich zu vermarkten. Apple hat also auch nichts Erfunden, sondern nur verbessert und gut vermarktet. Wie es scheint sind ihnen die guten ideen langsam ausgegangen und nun fallen die seit langem überbewertete Aktien. Zum Glück habe ich meine Aktien bei $690 verkauft.

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  • absorber am 17.11.2012 16:46 Report Diesen Beitrag melden

    Ein ganz normaler Vorgang.

    Mir macht die Gesamtsituation an den Märkten mehr Sorgen als die Kurskorrektur, die zwangsläufig einsetzen musste. Inovation ist zur Zeit auch bei anderen Unternehmen nicht zu sehen. Entsprechen sinkt auch da die Gewinnerwartung bei den Aktionären. Den Schadenfrohen hier kann man nur einen kleinen Wink geben. Geht es so schief, wie ihr es erhofft habt, dann werden ihr schon morgen nicht mehr das Geld verdienen können, der Eure heutige Schadenfreude möglich macht. Dann kommt nämlich etwas, was ihr noch gar nicht richtig kennen lernen musstet. Existenzangst!

    • Hans Grunder am 17.11.2012 20:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @absorber

      da kann ich nur beifall klatschen, gute einschätzung

    • Investor am 17.11.2012 23:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Sehe ich anders

      Ne, Aktionäre, die bei Apple rausgehen, investieren früher oder später in Firmen, welche bei den Produkten auf Apple aufgeholt haben, Börsentechnisch aber (noch) völlig in den Keller gerutscht waren, siehe z.Bsp. Nokia, HTC und vorher Samsung. Man investiert nur in einen Hype, solange der voll auf der Welle reitet. So entstehen auch solche exorbitanten Börsenkapitalisierungen wie bei Apple bis September 12. Investoren die das nicht wahrhaben wollen und sich daran festkrallen sind natürlich frustriert und schreiben dann von Existenzängsten. Man diversifiziert wohl jetzt besser, was Apple angeht

    • Herbert am 18.11.2012 08:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Zu Bericht 'absorber'

      Gut geschrieben.

    • @absorber am 18.11.2012 23:41 Report Diesen Beitrag melden

      Von wegen Beifall und gute Einschätzung

      So ein Schwachsinn "absorber"! Bloss weil Apple keine Innovationen hat, heisst dies noch lange nicht, dass andere Unternehmen nicht innovativ sind oder dies gar das Ende der Welt bedeutet. Und soviel zu Verallgemeinerungen, Apple hat in 3 Monaten 22% verloren der Dow Jones bloss deren 4% und Samsung beinahe 10% zugelegt.

    • Beat Müller am 19.11.2012 09:28 Report Diesen Beitrag melden

      @absorber

      So eine Laienanalyse "absorber"! Bloss weil Apple keine Innovationen hat, heisst dies noch lange nicht, dass andere Unternehmen nicht innovativ sind oder dies gar das Ende der Welt bedeutet. Und soviel zu Verallgemeinerungen, Apple hat in 3 Monaten 22% verloren der Dow Jones bloss deren 4% und Samsung gar 10% zugelegt.

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  • Analyst am 17.11.2012 16:00 Report Diesen Beitrag melden

    Mehrere Faktoren

    Konkurrenz ist aufgewacht, offene vs. geschlossene Apple-Welt, kritischere Fangemeinde, die echte Innovation ist passiert, zu rasche Taktfolge neuer Angebote, Lieferantenprobleme, Zusatzkosten für Adapter aufgrund veränderter Schnittstellen, z.T. keine DVD-Laufwerke mehr (weshalb wohl?), neue Releases z.T. mit Schwachstellen (aber immer noch solid), Preisniveau, teure Abos, Folgekosten, eingetrübte Wirtschaftslage und Aussichten...