Gisel im Gegenwind

02. März 2018 10:09; Akt: 02.03.2018 11:54 Print

«Meinen Rücktritt schliesse ich aus»

Raiffeisen-Chef Patrik Gisel hat sich bei der Medienkonferenz betroffen gezeigt über die Ereignisse im Fall Vincenz. Er wollte lieber über Zahlen sprechen als über den Skandal.

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Patrik Gisel, CEO der Raiffeisen Gruppe, spricht an der Bilanzmedienkonferenz 2018 und sagt: «Ich bin erschüttert von den Ereignissen im Fall Vincenz.» «Einen Rücktritt schliesse ich aus», sagt Patrik Gisel im Rahmen der Bilanzmedienkonferenz. Der ehemalige Raiffeisen-Chef und ehemalige Aduno-Verwaltungsratspräsident Pierin Vincenz soll in Untersuchungshaft. Dies hat die Zürcher Staatsanwaltschaft am Donnerstag beantragt. Das Verfahren der Zürcher Staatsanwaltschaft wurde bereits am Mittwoch eröffnet: Sie ermittelt gegen Vincenz wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung. Am Dienstag führte die Zürcher Staatsanwaltschaft zusammen mit der St. Galler Staatsanwaltschaft Hausdurchsuchungen an Vincenz' Wohnsitz durch. Für den Ex-Banker kam die Razzia völlig überraschend. «Als gestern Morgen früh die Polizei vor der Tür stand, war das für mich ein Schock», sagte er. In Bedrängnis kommt durch die Untersuchungen auch der aktuelle Raiffeisen-Chef Patrik Gisel. Trotzdem: «Er wird bleiben, sofern ihm keine Verfehlungen nachgewiesen werden können», sagt Peter V. Kunz, Professor für Wirtschaftsrecht an der Universität Bern. Raiffeisen - im Bild nochmals Raiffeisen-Chef Patrik Gisel - hat am Mittwoch selbst Strafanzeige gegen ihren ehemaligen Chef Pierin Vincenz eingereicht. Vincenz, hier am Zürcher Sechseläuten 2013, war von 1996 bis 2015 für die Raiffeisen-Bank tätig. Der Bündner galt lange Zeit als Vorzeigemanager der Schweizer Bankenszene. Gefeiert wurde er auch wegen seiner lockeren Art und seiner gewissen Coolness.

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Die Raiffeisenbank hat heute Rekordzahlen für das letzte Geschäftsjahr bekanntgegeben. Die Öffentlichkeit interessiert momentan aber nur eins: der Fall Vincenz. Gegen den Ex-Lenker der Raiffeisen läuft derzeit ein Strafverfahren wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung. Seit drei Nächten sitzt Vincenz in Untersuchungshaft. Derweil versucht sich der jetzige Raiffeisen-Chef Patrik Gisel in Schadenbegrenzung und hat diese Woche Anzeige gegen Vincenz eingereicht. Letztlich werfen die Vorwürfe gegen Vincenz auch kein gutes Licht auf Gisel. Er war über zehn Jahre lang Vincenz' Stellvertreter und Weggefährte.

Für die heutige Bilanzmedienkonferenz in Zürich hat die Raiffeisenbank zwar angekündigt, sich nicht über die Entwicklungen im Fall Vincenz zu äussern. Dennoch muss die Bank sich wohl unangenehmen Fragen stellen.

20 Minuten ist live an der Medienkonferenz im Zürcher Hotel Hyatt mit dabei. Verfolgen Sie das Wichtigste im Live-Ticker.

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(dob)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rene am 02.03.2018 10:39 Report Diesen Beitrag melden

    fällt das nur mir auf?

    "Lustig", Vinzenz (Privatwirtschaft) wird sofort weggesperrt wärend Ruoff (Staat) noch frei herumläuft

    einklappen einklappen
  • Wadenbeisser am 02.03.2018 10:21 Report Diesen Beitrag melden

    Filzpartei

    Genau zum richtigen Zeitpunkt kommt jetzt diese Geschichte von Raiffeisenbank ? Zum Wohle der Filzpartei und der Post wird diese Untersuchung jetzt schön unter dem Deckel gehalten !

  • Reh Schärschieren am 02.03.2018 10:45 Report Diesen Beitrag melden

    Wer weiss was noch alles kommt

    Es kommt knüppeldick, er muss einigen grossen Tieren auf die Zehen getreten sein...sonst würden sie ihn nicht den Krokodilen zum Frass vorwerfen!?

Die neusten Leser-Kommentare

  • LM AA am 05.03.2018 20:20 Report Diesen Beitrag melden

    Aller guten Dinge sind drei

    Nach Ruoff und Gisel, nun auch ich: ich schliesse meinen Rücktritt aus.

  • rakete am 04.03.2018 09:43 Report Diesen Beitrag melden

    Banker Absprung

    noch 2-3 Wochen Teppich kehren, und seine Meinung wird sich ganz schnell ändern, abtreten mit goldenem Fallschirm. Die Banker werden es nie lernen.

  • E. Xpat am 04.03.2018 09:04 Report Diesen Beitrag melden

    Ja was glaubt ihr denn.....

    Warum akzeptiert ihr eigentlich das alles ? Ob Raiffeisen, Kantonalbank oder CS, UBS und CO - alle haben das selbe Ziel: möglichst viele Kunden übers Ohr hauen - das war immer so und bleibt so.

  • Dagobert am 04.03.2018 08:44 Report Diesen Beitrag melden

    Das würde ich auch

    denn mit einem Rücktritt ist der Selbstbedienungsladen zu und die Chance für dubiose Geschäfte dahin. Haste noch nicht genug im Hals? Lieber kriminell als arbeitslos? Keine Angst, es gibt noch genug Banken.

  • René Rossi am 04.03.2018 08:43 Report Diesen Beitrag melden

    Immer die Gleichen

    Diese Gierschlunde können den Hals nicht voll genug kriegen. Rausschmiss und Gefängnis