Von 19 bis 25 Grad

11. Januar 2018 05:43; Akt: 11.01.2018 05:43 Print

So warm ist es im Zug tatsächlich

von R. Knecht - Seit Dienstag ist es in einigen Schweizer Zügen 2 Grad kühler – zumindest teilt das die SBB mit. Pendler haben nachgemessen.

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In der Zürcher S-Bahn soll die Temperatur von 22 auf 20 Grad sinken. Pendler haben für 20 Minuten nachgemessen. Während es in der S16 von Zürich HB nach Herrliberg-Feldmeilen am Abend des 9. Januar noch 22 Grad warm war ... ... lag die Temperatur auf der gleichen Linie am nächsten Morgen bei unter 20 Grad. In der S11 von Zürich nach Winterthur lag die Temperatur hingegen schon am 9. Januar bei rund 20 Grad. Anders in der S2 zwischen Zürich HB und Flughafen: In dieser S-Bahn war die Temperatur bei der Messung am 9. Januar nicht auf 20 Grad runtergeschraubt. In der S12 von Winterthur nach Stadelhofen herrschten gegen Mittwochmittag auch rund 21 Grad. Wie sieht es in den Fernzügen aus? Am Dienstagabend lag die Temperatur im IR17 von Zürich nach Olten bei knapp 21 Grad. Am nächsten Morgen waren es noch knapp 20 Grad. Etwas wärmer war es im Intercity nach Basel: 22,4 Grad am Abend ... ... und 21,4 Grad am nächsten Morgen. Auffällig ist, dass die Fernzüge in der Regel am Abend etwas wärmer sind. So auch im IC nach Zug: knapp 22 Grad am Abend ... ... und 1 Grad kühler am nächsten Morgen. So etwa auch im Interregio zwischen Zürich HB und Luzern. Am Abend 22,4 Grad ... ... am Mittag des nächsten Tages waren es noch 21,2 Grad. Im Intercity von St. Gallen nach Zürich kletterte die Temperatur am Mittwochnachmittag bereits auf 23,8 Grad. Besonders warm ist es mit über 23 Grad in der Sihltalbahn. Sowohl am Abend ... ... als auch morgens. Höchstwerte wurden zudem am Abend im IC von Zürich nach Spiez gemessen ... Am Mittwochmorgen war es im IC von Bern nach Zürich ebenfalls überdurchschnittlich warm. Zu den kühlsten S-Bahnen gehört die S23 von Zürich nach Frauenfeld. Am Mittwochmorgen lag die Innentemperatur in der S23 bei 19,5 Grad. Viele Pendler fanden Temperaturen unter 21 Grad eher kühl. So etwa in der S9 von Bülach nach Zürich HB am Morgen des 10. Januar. In der S8 von Winterthur nach Zürich HB hingegen lag die Temperatur bei fast 22 Grad, was allerdings weder als besonders warm noch als aussergewöhnlich kalt wahrgenommen wurde. Mit der Temperatursenkung in den Zürcher S-Bahnen will die SBB Energie sparen. Im Bild: Die Temperatureinstellung eines Eurocity. Die Temperatur im Zug ist immer wieder ein Thema. Im Sommer berichten Pendler immer wieder, es sei zu heiss. Im Winter 2015 haben sie hingegen im Waggon gerade mal 16 Grad gemessen. «Ich nehme morgens immer extra eine Jacke mit, nur damit ich die Zugfahrt aushalte», sagte damals eine Leserin.

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Die SBB testet derzeit eine Temperatursenkung in einigen Zürcher S-Bahnen. Demnach soll die Innentemperatur der Züge neu statt 22 nur noch 20 Grad Celsius betragen. Pendler haben für 20 Minuten auf verschiedenen Strecken die effektive Temperatur in den Zügen gemessen.

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Im Experiment kamen herkömmliche Raumthermometer aus dem Elektronikhandel für etwa 14 Franken zum Einsatz. Messungen fanden grösstenteils am Abend des 9. und am Morgen des 10. Januar statt.

Temperatursenkung bemerkbar

Die von der SBB angekündigte Temperatursenkung spiegelte sich auch prompt auf dem Thermometer wider. Dabei fällt auf, dass nicht alle S-Bahnen betroffen sind – nicht einmal alle der gleichen Linie. So herrschte am Dienstagabend in der S16 zwischen den Stationen Zürich Hauptbahnhof (HB) und Herrliberg-Feldmeilen eine Temperatur von 22 Grad, am nächsten Morgen waren es noch 19,7 Grad.

In der S11 von Zürich HB nach Winterthur war die Temperatur bereits am Abend des 9. Januar auf rund 20 Grad gesenkt. Solange man die Jacke anbehält, sei das eine angenehme Temperatur, meldet die Pendlerin, die in diesem Zug die Messung durchführte.

Anders war es am Abend im Interregio von Zürich HB nach Zug. Dort herrschten 21,8 Grad. «Sofort werden alle Jacken um mich herum ausgezogen», sagt die Pendlerin. Mehrere Pendler nahmen Unterschiede von rund 1,5 Grad auch körperlich wahr. Temperaturen um 20 Grad wurden eher als kühl empfunden, während 22 Grad vielen schon zu warm war.

Am Morgen ist es in Fernzügen kühler

Tendenziell ist die Temperatur im Fernverkehr am Morgen etwas niedriger als am Abend. Sowohl im Interregio zwischen Zürich HB und Zug als auch im Intercity zwischen Basel und Zürich HB gab es abhängig von der Tageszeit einen Unterschied von 1 Grad. Im Verlauf des Tages könne die Temperatur wegen der Sonne und durch die von Passagieren abgestrahlte Wärme etwas steigen, sagt SBB-Sprecher Reto Schärli.

Auch in einigen S-Bahnen herrschten morgens etwas niedrigere Temperaturen. Auf der Strecke zwischen Frauenfeld und Zürich HB etwa waren es in der S23 am Dienstagabend 20,6, am nächsten Morgen 19,5 Grad.

Sihltalbahn ist ein Ausreisser

Besonders warm ist es in der Sihltalbahn. In der S4 zwischen Selnau und Sihlau herrschten sowohl am Abend als auch am Morgen über 23 Grad. SZU-Sprecher Armin Hehli sagt, dass der Sollwert für diese Linie eigentlich 22 Grad sei. Es komme aber auch darauf an, wo im Zug man die Messung durchführe. Der einzige andere untersuchte Zug, in dem es noch wärmer war als in der Sihltalbahn, ist der Intercity von Zürich HB nach Bern (25,1 Grad – der höchste Wert im Experiment) und zurück (23,8 Grad).

Den niedrigsten Messwert las eine Pendlerin am Mittwochmorgen im Interregio von Olten nach Zürich vom Thermometer ab. Sie sass in einem 19,0 Grad kühlen Zug. Alle anderen Werte unter 20 Grad stammen aus den Zürcher S-Bahnen.

Sollwert von 22 Grad, Schnitt von 21,8 Grad

Aus sämtlichen Messungen resultiert ein Schnitt von 21,8 Grad. SBB-Sprecher Reto Schärli sagt, der Sollwert betrage in allen von der SBB betriebenen Zuglinien 22 Grad. Zudem erklärt er, dass die Schwankungen vorkommen, weil die Heizsysteme der Züge nicht so schnell auf wechselnde äussere Einflüsse reagieren könnten.

Einigen Pendlern ist ausserdem aufgefallen, dass es am Morgen in den Zügen zieht – vor allem in der Nähe von Treppen und Türen. Sprecher Schärli bestätigt, dass Zugluft insbesondere in S-Bahnen durch häufiges Öffnen der Türen verursacht werde.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Warm Duscher am 11.01.2018 06:29 Report Diesen Beitrag melden

    Super-Beschäftigung

    Super, jetzt haben die Pendler endlich ein neues Hobby und müssen nicht mehr die ganze Fahrt am Telefon verbringen.

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  • Zugpersonal SBB Depot Zürich am 11.01.2018 06:21 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht im ernst?

    1. Die Sihltahlnbahn gehört nicht zur SBB. 2. Standen einige Züge in der Sonne? 3. Wie viele Menschen wahren in den Zügen- Körperwärme? 4. Wie lange standen die Türen offen vor der Messung? Ihr Schlaumeier...

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  • Anatoll S. am 11.01.2018 06:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unwichtig? Ja oder nein!

    Sorry, aber in anderen Ländern wo ich herkomme, ist man(n) froh, wenn die Verkehrsmittel überhaupt beheizt sind. Reden wir hier über Luxus Probleme? Ich würde mir das Geld sparen und davon lieber etwas Trinken gehen, als die Raumtempertur zu messen....

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Chrümel am 11.01.2018 17:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Handy

    Fehlt nur noch der Einwand, dass die Temperaturen fürs Handy zu kalt sind

  • John Wayne am 11.01.2018 10:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    19Grad

    Also ich habe lieber 19 als 25 Grad! Da muss man halt ausgerüstet sein. Optimal wären wohl 21-22Grad.

  • Joschkys Gotti am 11.01.2018 10:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    empfindlich

    Der ständige Durchzug ist für mich ein Problem. Von der Decke strömt mehr oder weniger stark kalte Luft runter. Im Sommer muss ich jeweils die Schultern und Nacken bedecken, weil der Zug Nackenstarre auslöst. Sommer wie Winter kann es sich auf der Kopfhaut wie kalte Nadeln anfühlen. Manchmal bläst es auch zu kalt von den Schlitzen unten am Fenster.

  • c.c. am 11.01.2018 10:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was soll das?

    Weiss nicht was der Ganze wirbel soll....? Die SBB soll diese 2 grad runter gehen von (20 auf 18 grad) und damit hat es sich. Warum muss es bei der Öffentlichkeit so breit geklopft werden? Macht Euch mal gedanken, was wirklich hinter dem steckt.

  • Rolf am 11.01.2018 10:38 Report Diesen Beitrag melden

    Und im Sommer?

    Bitte, bitte, messt doch mal im Sommer, wenn wir von Zürich ins Tessin, bei klimatisierten 18 Grad, schlottern müssen. Ich habe immer einen Winterpullover dabei.