Trotz mehr Umsatz

24. März 2009 12:56; Akt: 24.03.2009 12:57 Print

Weniger Gewinn für BLS CargoWeniger Gewinn für BLS Cargo

Die BLS Cargo AG bekommt die Auswirkungen der Wirtschaftskrise zu spüren. Die Nachfrage nach Gütertransporten ging ab Ende 2008 stark zurück. Im laufenden Jahr hat sich die Situation weiter verschärft.

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Möglicherweise haben wir den Tiefpunkt noch nicht erreicht, gab sich BLS Cargo-Chef Dirk Stahl am Dienstag vor den Medien vorsichtig. Bis April 2009 hätten die Kunden viele Zugsfrequenzen abbestellt.

Zu spüren bekam und bekommt die international tätige BLS Cargo den dramatischen und strukturellen Markteinbruch bei der europäischen Automobilindustrie sowie bei der internationalen Containerschiffahrt und dem Hafenumschlag.

Massnahmenpaket

Durch den Nachfragerückgang hat die BLS Cargo Überkapazitäten bei den Lokomotiven und den Lokführern. Nun versucht das Unternehmen, Loks und Lokführer vorübergehend inner- oder ausserhalb der BLS-Gruppe einzusetzen. So vermietet BLS Cargo etwa Lokomotiven an die BLS für deren Personenverkehr.

Ziel sei es, die Krise ohne Kündigungen zu überstehen, betonte BLS-CEO Bernard Guillelmon. «Wir werden uns auch mit der Frage befassen, ob im zweiten Halbjahr 2009 Kurzarbeit ein Thema sein könnte, ergänzte Stahl. Die BLS Cargo will im laufenden Jahr 9 Mio. Franken einsparen.

10 Prozent mehr Verkehrsleistung

2008 war für BLS Cargo indessen noch ein erfreuliches Jahr, auch wenn sich im vierten Quartal die Wirtschaftskrise bemerkbar machte. Die Verkehrsleistungen nahmen insgesamt um 10 Prozent auf 3697 Millionen Nettotonnenkilometer zu. Der Marktanteil im Alpentransit durch die Schweiz stieg von 40 auf 43 Prozent.

Ein überdurchschnittliches Wachstum von 23,3 Prozent verzeichnete BLS Cargo am Gotthard. Demgegenüber stagnierte der Verkehr auf der Lötschberg-Simplon-Achse. Stahl begründete das Wachstum am Gotthard mit neuen Produkten und einer teilweisen Verlagerung von Lötschbergverkehr bei bestehenden Produkten.

Bei der rollenden Autobahn verzeichnete das Unternehmen ein Wachstum von fünf Prozent. Damit liege man aber weit hinter den Erwartungen. Grund sei der letztjährige Streik in der SBB- Werkstätte in Bellinzona, die für BLS Cargo Wartungsarbeiten durchführt.

Währungseffekte drücken Gewinn

Die Rechnung schloss BLS Cargo 2008 mit einem Gewinn von 3 Mio. Franken ab, deutlich weniger als im Jahr zuvor mit 14,9 Mio. Franken. Der starke Gewinnrückgang ist laut Stahl vor allem auf die Veränderung des Wechselkurses zum Euro zurückzuführen.

Der betriebliche Gesamtertrag nahm um 5,1 Prozent auf 201,5 Mio. Fr. zu. Das Betriebsergebnis EBIT (nach Abschreibungen, vor Zinsen) beträgt 11,2 Mio. Fr. Im Vorjahr waren es noch 13,5 Mio. Fr. gewesen.

DB Schenker-Anteil erhöht

Aus strategischer Sicht sieht sich die BLS Cargo auch dank neuer Aktionärsstruktur für die Zukunft gerüstet. Rückwirkend auf 1. Januar 2008 erhöhte die deutsche DB Schenker den Aktienanteil an BLS Cargo von 20 auf 45 Prozent. Die BLS AG hält aber an der Mehrheitsposition fest und ist im Besitz von 52 Prozent der Aktien.

Noch hängig ist die Partnerschaftsofferte an die defizitäre SBB Cargo. Hier strebt die BLS Cargo zusammen mit DB Schenker eine Produktionszusammenarbeit mit SBB Cargo an. «Keine Beteiligung», wie Guillelmon präzisierte. Der Ball liege bei der SBB. Diese prüft verschiedene Offerten und will voraussichtlich Mitte Jahr entscheiden.

(sda)

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