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Bushmaster-Verkauf
18. Dezember 2012 22:37; Akt: 18.12.2012 22:37 Print
Wenn Lehrer in Waffenfirmen investieren
von Peter Blunschi, New York - Amerikas Waffenbauer geraten nach dem Massaker von Newtown wirtschaftlich unter Druck: Bushmaster, der Hersteller der Tatwaffe, soll verkauft werden.
Ein Sturmgewehr vom Typ AR-15. Ein solches Fabrikat der Firma Bushmaster wurde beim Amoklauf in Newtown verwendet. (Bild: Keystone/Erik S. Lesser)
Die politische Debatte über die Folgen des Amoklaufs von Newtown hat gerade erst begonnen. Noch ist unklar, ob sie zu einer Verschärfung der Waffengesetze führen wird. Die Befürworter wollen darauf nicht warten, sie nehmen Amerikas Waffenhersteller direkt ins Visier. Und das mit Erfolg: Am Dienstag kündigte Cerberus Capital, ein Gigant unter den Private-Equity-Firmen, den sofortigen Verkauf der Freedom Group an. Zu diesem Konglomerat diverser Waffenbauer gehören unter anderem Remington und Bushmaster.
Bildstrecken Amoklauf in der Primarschule von NewtownObama kämpft mit den Tränen Infografik Amok im Schulhaus Video
Das Land der Feuerwaffen
Mit einem Sturmgewehr dieses Unternehmens hatte der 20-jährige Adam Lanza am letzten Freitag seine Mutter, 20 Primarschüler und sechs Angestellte der Sandy-Hook-Grundschule in Newtown getötet. «Wir sind schockiert und tief betroffen», heisst es in der Mitteilung von Cerberus. Die Tragödie von Newtown sei ein «Wendepunkt» in der nationalen Debatte über Waffenkontrolle. Man wolle sich nicht in die politische Diskussion einmischen, so Cerberus weiter. Mit dem Verkauf werde man vielmehr «den Interessen der Investoren» gerecht.
Ethisch anrüchiges Investment
Cerberus, benannt nach dem Höllenhund der griechischen Mythologie, hatte Bushmaster 2006 gekauft und mit zehn weiteren Waffenherstellern zur Freedom Group fusioniert. Sie machte in den ersten neun Monaten dieses Jahres einen Umsatz von fast 680 Millionen Dollar. Der sofortige Verkauf scheint vordergründig durch die Befürchtung motiviert, neue Waffengesetze könnte dem Geschäft schaden. In Wirklichkeit jedoch geriet Cerberus unter massiven Druck eines gewichtigen Investors: Der kalifornischen Lehrerpensionskasse.
Die zweitgrösste Pensionskasse der USA hat rund 750 Millionen Dollar bei dem Finanzinvestor angelegt und damit indirekt bei der Freedom Group. Nach dem Massaker von Newtown dämmerte es den kalifornischen Lehrern offenkundig, dass ein solches Investment ethisch anrüchig ist – immerhin gehören zu den Opfern des Amoklaufs auch vier Lehrerinnen, die Rektorin und die Schulpsychologin von Sandy Hook. Ein Sprecher der Pensionskasse kündigte am Montag gegenüber «Fortune» an, man werde die Anlagestrategie «überprüfen».
Credit Suisse mischt mit
Cerberus hat die Botschaft verstanden und damit bewiesen, dass wirtschaftlicher Druck oft mehr bewirkt als politische Debatten. Eliot Spitzer, der frühere Gouverneur von New York, hatte am Montag im Online-Magazin Slate die Richtung vorgegeben: «Lasst uns die Eigentümer der Waffenfabrikanten unter Druck setzen – insbesondere Cerberus Capital.» Und das könnte nur der Anfang sei, denn einige der grössten US-Waffenbauer gehören laut der «New York Times» Private-Equity-Firmen.
So befindet sich etwa Colt Defense teilweise im Besitz eines Fonds, der von der Schwizer Grossbank Credit Suisse gemanagt wird. Colt Defense, ein Ableger des aus zahlreichen Westernfilmen bekannten Revolver-Herstellers, produziert in erster Linie für Gesetzeshüter und das Militär. Unter seinen Produkten findet man Waffen, von denen man hofft, «dass sie niemals in die Hände von Konsumenten fallen», so die «New York Times».
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Alle 31 Kommentare

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waffenverbot bringt nichts!
da amokläufe geplante taten sind, werden die amokläufer auch zu ihren waffen kommen. nicht das werkzeug ist das problem, sondern die gesellschaft. das kinder kinder töten ist doch nicht normal!!
Aufklären
Also halbautomatische Waffen, das sind Waffen die nach einem Schuss selber nachladen. Für jeden Schuss muss man den Abzug betätigen. Bei vollautomatischen Waffen, zieht man einmal den Abzug und es schiesst, bis keine Kugel mehr im Magazin ist. Pistolen sind auch halbautomatisch, genauso wie gewisse Büchsen und Flinten. Der Typ vom Massaker hat Pistolen verwendet und kein Bushmaster AR-15. Der Schütze von Washington hat ein AR-15 verwendet, aber als Scharfschützengewehr. Dazu muss es nicht halbautomatisch sein.
kannst Du dir sparen
Die meisten Leser hier und beinahe alle Politiker haben keine Ahnung von Feuerwaffen und deren Funktionsweise......
@martin
beim täter wurden pistolen gefunden, jedoch die opfer wurden mit einem gewehr getötetn.. eines von vielen komischen facts..
Sicherheitspersonal als einzige Lösung
Nicht die Waffen töten, sondern der Mensch.. Solange an Schulen nicht speziell geschultes Sicherheitspersonal (bewaffnet!) eingeführt wird, können Amokläufe weder verhindert noch deren Ausmass verringert werden.