Patienten-Rundumschutz

18. November 2011 15:32; Akt: 19.11.2011 11:42 Print

Wenn der Roadtrip zum Horrortrip wird

von Elisabeth Rizzi - Ein Unfall oder eine Erkrankung im Ausland kann einen teuer zu stehen kommen. Denn ohne ausreichenden Versicherungsschutz droht eine happige Rechnung. Doch das lässt sich verhindern.

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Selbst in Europa kann man punkto Krankenversicherungs-Deckung böse Überraschungen erleben, wenn man im Urlaub krank wird oder verunfallt. (Bild: Keystone)

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Das Christmas Shopping in New York, der Indian Summer-Trip in Kanada oder die Zen-Tour in Nippon haben etwas gemeinsam: Wer als Tourist hier erkrankt oder verunfallt, muss tief in die Tasche greifen.

Die obligatorische Grundversicherung deckt zwar auch die Behandlungskosten im Ausland, aber ausserhalb der EU oder EFTA bloss bis zum doppelten Betrag, der in der Schweiz bezahlt würde. Die Behandlungen in den USA, Kanada, Japan und weiteren Ländern können rasch um einiges teurer werden.

Und auch in Europa können ausschliesslich Grundversicherte nicht unbekümmert sein. Denn einerseits akzeptieren nicht alle Ärzte und Apotheker die europäische Krankenversicherungskarte. Andererseits ist für die Kostenbeteiligung an Behandlungen die Gesetzgebung des jeweiligen Landes massgebend. Ein Beispiel: In Belgien und Frankreich ist der Selbstbehalt mit 20 bis 40 Prozent mehr als doppelt so hoch wie in der Schweiz.

Befristet oder ganzjährig

Mit einer zusätzlichen Versicherung kann man der Deckungslücke Abhilfe schaffen. Dabei gibt es zwei grundsätzlich unterschiedliche Lösungen: Die Reiseversicherung für die Dauer des Urlaubs und die ganzjährige Versicherung. Für Urlauber, die nur alle paar Jahre die Schweizer Grenzen verlassen, lohnt sich ersteres. Für Personen, die sich regelmässig im Ausland bewegen, ist eine Ganzjahresversicherung sinnvoller.

Mondial Assistance bietet mit «Private Medical» einen auf die Reisedauer zuschneidbaren Rundum-Versicherungsschutz bei Krankheit und Unfall (Privatbehandlung und Heilungskosten). Für einen 17-tägigen Urlaub belaufen sich die Kosten auf 40 Franken.

Auch Krankenversicherer wie etwa die CSS führen eine Reiseversicherung. Mit bloss 18 Franken für 17 Tage ist die Lösung von CSS zwar deutlich billiger. Allerdings bekommen Versicherte damit auch nur eine Minimallösung. So deckt die Versicherung nebst Rücktransporten und Rettungsaktionen alle notfallmässigen Kosten für Arzt, Medikamente und Spitalaufenthalte, die durch Ihre Kranken- und Unfallversicherung nicht gedeckt sind; dabei ist aber keine Behandlung in Privatabteilungen bzw. Privatspitälern garantiert.

An Orten mit einem tiefen medizinischen Standard in öffentlichen Spitälern – wie etwa in Schwellen- und Drittweltländern – kann das zu einem Problem werden. Für Personen, die sich ohnehin nur innerhalb Europas bewegen, ist das demgegenüber ein Luxusproblem.

Privatdeckung für Unfälle?

Je nach Gesundheitszustand und je nach dem, wie lange man sich im Ausland befindet, stellt sich auch die Frage: Soll man sowohl für Krankheit als auch für Unfall eine Privatlösung wählen, oder genügt eine Versicherung für Unfälle? Gerade bei jungen, gesunden Personen bietet es sich an, für Krankheiten einen allgemeinen Versicherungsschutz zu wählen und nur für Unfälle eine Police für die weltweite Behandlung in Privatabteilungen abzuschliessen.

Bei Versicherern wie etwa Swica kann man für eine Monatsprämie von 10.80 Franken eine weltweite Privatversicherung für Unfälle abschliessen (Infortuna). Dazu kommt eine weltweite (allgemeine) Kostendeckung für Notfälle im Ausland (Completa Top) für 23.30 Franken.

Ähnlich hält es die Groupe Mutuel. Hier kann man separat für bloss 5 Franken Monatsprämie die Zusatzkosten für Notfälle weltweit (allgemein) versichern. Mit dem Zusatzprodukt «ActiVita» lässt sich zudem eine Privatbehandlung bei Unfällen in der Schweiz und im Ausland für 10 bis 12 Franken pro Monat sicherstellen.

Wer eine Halbprivat-, Privat- oder Flexversicherung abgeschlossen hat, bekommt bei Krankheit automatisch eine volle oder teilweise Deckung bei Spitalaufenthalten im Ausland.
Bei manchen Anbietern kann man in diese Versicherungen auch die Unfalldeckung mit einschliessen; etwa bei Helsana. Hier kostet die zusätzliche Versicherung gegen Unfall mit «Hospital Plus» (halbprivat) und «Hospital Flex» rund 5 Franken. Dies Lösung bietet für wenig Zusatzkosten einen Rundumschutz. Diese Möglichkeit sollten auch selten ins Ausland Reisende beachten, bevor sie eine zusätzliche Reiseversicherung abschliessen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Reisebüro am 19.11.2011 09:18 Report Diesen Beitrag melden

    Werbung pur

    Ich würde mal sagen, da macht jemand extrem stark Werbung.....!!

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  • Marc Schmidt am 20.11.2011 12:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Geld mehr für Ferien

    Jetzt bin ich so Super versichert. Nun habe ich kein Geld mehr für Ferien. Ist doch wieder mal Angstmacherei. Jetzt müssen wir alle sofort eine solche Police abschließen. Die Versicherungen werden sich bestimmt freuen.

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  • Pragmatiker am 19.11.2011 16:13 Report Diesen Beitrag melden

    USA teuerer?

    Mitnichten! Die werden nämlich nach Leistung bezahlt. Ich musste es schon ein paar mal in Anspruch nehmen und die Behandlungskosten sind da VIEL tiefer als in der Schweiz. Eine Zusatzversicherung ist schon gut... aber nur für den Versicherer, nicht für den Versicherten!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Marc Schmidt am 20.11.2011 12:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Geld mehr für Ferien

    Jetzt bin ich so Super versichert. Nun habe ich kein Geld mehr für Ferien. Ist doch wieder mal Angstmacherei. Jetzt müssen wir alle sofort eine solche Police abschließen. Die Versicherungen werden sich bestimmt freuen.

    • Silvia von Ah am 31.07.2012 09:30 Report Diesen Beitrag melden

      Gespart dank Vergleich

      Quatsch. Es geht nicht darum möglichst viele Versicherungen abzuschliessen! Sondern die Richtigen! Und eben nicht doppelt und überversichert sondern informiert und optimal versichert zu sein. Ich habe damit letztes Jahr mehr als 3000 Franken gespart. Weil ich ein besseres Model für mich fand und dadurch eine andere überflüssige Versicherung kündigen konnte.

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  • Beat am 20.11.2011 11:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rega!

    Für Fr. 30.- Jahresbeitrag fliegt die Rega mich nach Hause, egal aus welchem Land...

    • Urs Möri am 01.11.2012 11:49 Report Diesen Beitrag melden

      Rega Gönnerbeitrag braucht es nicht

      Die Rega fliegt dich eh nach Hause. Die 30 Franken sind für die Katze. Bezahlen tut sowieso deine Reiseversicherung oder Krankenversicherung. Rega ist eine 100% Abzocke

    • Silvan Consil am 28.12.2012 16:38 Report Diesen Beitrag melden

      Kein Rechtsanspruch auf Leistung ( REGA)

      ACHTUNG!!! Bei der REGA besteht kein Rechtsanspruch auf Hilfe. Z.B Wenn man im Ausland oder auch CH Hilfe braucht und die REGA per Zufall voll ausgelastet ist, so kann man mal warten und Hoffen das man trotzdem abgeholt wird. Ist eben nur ein Gönnerbeitrag und keine Jahresprämie die man für eine Leistung zahlt.(Es besteht also kein Rechtsanspruch auf die Hilfe der REGA)

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  • Lena Leuthold am 20.11.2011 08:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Plauderzeugs

    Alles schon erlebt - dank Swica und ETI-Schutzbrief bestens betreut im Privatspital in Aegypten. Dann Rückflug mit REGA! Nur mit Basisversicherung KK ohne Zusatz oder Reiseversicherung .... nein danke! Aber nur mit Boboli geht's im Ausland oft schon mit der Apotheke! Der ständige Vergleich und die Schimpferei über unser Gesundheitswesen ist nicht angebracht!

    • Silvia von Ah, Zürich am 31.07.2012 09:34 Report Diesen Beitrag melden

      Zusatzversicherung oder nicht?

      Ich bin der Meinung ein Vergleich ist absolut angebracht. Unsere Prämien in der Schweiz varieren dermassen stark - DAS ist abnormal. Nicht die Deckung. Vor allem sehen die Versicherungen zu, dass man die Leistungen möglichst schlecht vergleichen kann. Und die Bedürfnisse von einem 20 Jährigen sind nun mal Anders als wenn man 30, 40 0der 60+ ist! Das muss man beachten. Eine günstige OKP (die gesetzlich bestimmt ist in der Leistung) dafür aber eine gute Zusatzversicherung kann nach 30 absolut sinnvoll sein! Denn nach 40 wird es richtig schwierig noch in eine "Zusatz" aufgenommen zu werden.

    • Margrith Brögli-Schärer am 03.11.2012 12:19 Report Diesen Beitrag melden

      zusatzversicherung

      Silvia ja mit ihrer Ansicht bin ich dabei mann darf ja leider den Versicherungen nicht mehr trauen. zusatz ja, Rega empfehlenswert, = TCS

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  • albert bänziger am 19.11.2011 19:43 Report Diesen Beitrag melden

    anwalt

    beim abschluss einer versicherung gleich den anwalt mitbuchen! ich rede aus erfahrung.

  • Pragmatiker am 19.11.2011 16:13 Report Diesen Beitrag melden

    USA teuerer?

    Mitnichten! Die werden nämlich nach Leistung bezahlt. Ich musste es schon ein paar mal in Anspruch nehmen und die Behandlungskosten sind da VIEL tiefer als in der Schweiz. Eine Zusatzversicherung ist schon gut... aber nur für den Versicherer, nicht für den Versicherten!