Neue Richtlinien

22. Mai 2018 21:49; Akt: 22.05.2018 21:49 Print

Wer im Starbucks sitzt, muss nichts bestellen

Mit einer neuen Richtlinie reagiert Starbucks auf Rassismusvorwürfe in den USA. Gäste dürfen nun die Räumlichkeiten nutzen, ohne zu konsumieren.

Diese Aufnahmen haben in den USA für Furore gesorgt. Sie zeigen, wie zwei Afroamerikaner in einem Starbucks-Café in Philadelphia festgenommen werden. (Video: Storyful/AP)
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Starbucks hat am Samstag neue Richtlinien zur Nutzung seiner Räumlichkeiten bekannt gegeben. Diese erlauben allen, in den Cafés Platz zu nehmen und die Toiletten zu benutzen, ohne etwas kaufen zu müssen, wie «ABC News» berichtet.

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Die Bekanntgabe kommt fünf Wochen nach dem Vorfall, bei dem zwei schwarze Männer im Starbucks in Philadelphia festgenommen wurden, weil sie nichts bestellt hatten. In der Folge sah sich der Kaffeeanbieter mit schweren Rassismusvorwürfen konfrontiert.

«Jeder ist ein potenzieller Kunde»

Das Unternehmen erklärte daraufhin, dass die alten Richtlinien nicht eindeutig und nicht strikt genug gewesen seien. Die Entscheidung darüber, ob und wann jemand in einem Café sitzen durfte, ohne etwas zu bestellen, oblag den jeweiligen Managern.

Starbucks habe nun seinen Arbeitnehmern nahegelegt, dass jeder, der ein Café betritt, als potenzieller Kunde wahrgenommen werden soll. «Wir sind bestrebt, eine Kultur der Wärme und der Zugehörigkeit zu schaffen, in der jeder willkommen ist», schreibt das Unternehmen in einer Stellungnahme. Dennoch sollen Angestellte weiterhin umgehend die Polizei alarmieren, wenn sie eine Gefährdung der Sicherheit erkennen.

Zur Frage, ob die neue Regelung auch für Schweizer Filialen gelte, bezieht Starbucks wie folgt Stellung: «Wir können bestätigen, dass die Third-Place-Richtlinie spezifisch für Geschäfte in den USA geschaffen wurde. Auch in der Schweiz überprüfen wir weiter unsere Richtlinien und werden sicherstellen, dass sich unsere Gäste stets willkommen fühlen».

Gäste wollten auf einen Kollegen warten

Der eingangs erwähnte Vorfall ereignete sich im April dieses Jahres. Zwei schwarze Männer warteten in einem Starbucks in Philadelphia auf einen Kollegen. Da er noch nicht eingetroffen war, hatten sie noch nichts bestellt. Einem Angestellten kam dies verdächtig vor. Auch eine Erklärung der Situation liess er nicht gelten. Nachdem er die Männer zum Gehen aufgefordert hatte, rief er die Polizei. Diese führte die beiden ab – just in dem Moment traf der erwartete Kollege ein. Auch dessen Erklärungen, dass es sich um ein Missverständnis handle, konnte die Situation nicht entschärfen.

Zu einem späteren Zeitpunkt musste Starbucks eingestehen, dass sich viele weisse Gäste ähnlich verhalten wie die zwei schwarzen Männer. Nur werden sie deswegen nicht gleich weggeschickt. Die Empörung – besonders auf Social Media – war gross. Viele riefen zum Boykott der Café-Kette auf.

Starbucks-Chef Kevin Johnson entschuldigte sich bei den Männern für das Vorgehen. Gleichzeitig kündigte er die entsprechende Änderung der Starbucks-Geschäftspraktiken an.

(kaf)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mike Zac am 22.05.2018 22:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wegen Rassismus?

    Ist das euer ernst? Wenn demnächst bei der SBB ein armer Flüchtling wegen Schwarzfahrens gebüsst wird, erlaubt man dann aus Mitleid allen Flüchtlingen gratis bei der SBB zu fahren? Die Unternehmer haben mehr Schiss vor einem PR Skandal als Vernunft in der Birne.

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  • wianve am 23.05.2018 03:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer bezahlt die Kosten?

    Ich als Gast schätze es nicht, wenn anderen die Tische ohne Konsumation weggenommen werden. Am Ende sind die Plätze von sich büromässig Einrichtenden noch mehr belegt. Die brauchen ja bekanntlich ganze Tische, wehe man wagt es in ihre Nähe zu sitzen.

  • TheEngineer am 22.05.2018 22:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Anstand mehr zu erwarten

    Muss man unbedingt reglementieren! Früher gab es no h Anstand. Es käme mir nie in den Sinn in ein Lokal zu gehen und auf deren Kosten zu konsumieren. Toilette reinigen und Wartung darf der Betreiber dann auch noch zahlen. Alles muss gratis sein heute. Wir werden sehen wo das hinführt!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Kevin am 23.05.2018 11:21 Report Diesen Beitrag melden

    potentieller umsatz

    von potentiellen kunden kann kein unternehmen leben. es ist schlicht und einfach frech in ein lokal zu sitzen ohne etwas zu konsumieren. weist Starbucks dann auch nur noch potentiellen Umsatz aus und zahlt potentiell einen lohn?

  • Dave am 23.05.2018 11:17 Report Diesen Beitrag melden

    Viel Glück dann

    Jetzt weis ich wo ich jederzeit aufs Klo kann und sicher nie etwas konsumieren werde. Aber Starbucks ist das völlig selber schuld, die versuchen sich seit jeher diesem SJW Bob anzubiedern. Ihr werdet die NIE zufrieden stellen, irgendwann merkt ihr es auch.

  • Connie am 23.05.2018 11:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht gut

    Ich gehe nicht gerne in Starbucks Kaffee drinken ist zu teuer und schmeckt nicht.

  • Linksgrün am 23.05.2018 10:18 Report Diesen Beitrag melden

    Ganz toll

    Dann werden ich und meine Gang von nun an den ganzen Tag dort rumhängen und im Internet surfen. Viel luxeriöser als in unseren Wohnwagen und erst noch gratis. Da entfällt im Winter auch das Holzhacken und heitzen tagsüber. Dank an die Schwarze Bevölkerung.

  • brro am 23.05.2018 09:50 Report Diesen Beitrag melden

    PR-Kaffee

    Tja, wenn dann ganze Trauben von Randständigen im Laden Party machen, dann ist die humanitäre Fete bald wieder vorbei ; )