Winterartikel

08. Februar 2012 23:35; Akt: 09.02.2012 07:56 Print

Wer von der Kältewelle profitiertWer von der Kältewelle profitiert

Des einen Leid, ist des andern Freud. Während die Leute in der Schweiz wegen der sibirischen Kälte frieren, machen die Detailhändler das grosse Geschäft.

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Die Eiseskälte Anfang 2012 zaubert wahre Kunstwerke in die Landschaft. Wie etwa diesen Baum, den die exponierte Lage am Genfersee mit einem zotteligen Kleid überzogen hat. Diesen Brunnen in Reiden LU hat die Kälte in eine eindrückliche Skulptur verwandelt. Nein, Baden ist hier definitiv nicht mehr empfohlen. Die Schweiz friert zu. Bei wärmeren Temperaturen ist das ein Schiff - gesehen in Versoix am Genfersee. Da hilft ein Feuerzeug schon lange nicht mehr. Dieser Twingo wartet in Versoix auf mildere Temperaturen. Dieser Suzuki am gleichen Ort übrigens auch. Die Promenade in Nyon ist ebenfalls eine einzige Eisskulptur. Diese Abfallkübel in Genf sind randvoll. Da wächst doch was. Geknipst in Zürich. Eiskalt in Genf. Diese Pflanzen in Yverdon haben es schwer. Ein Sprung ins kühle empfiehlt sich hier nicht. Auch die Ufer am Bielersee sind eine einzige Rutschpartie. So schön ists in Versoix. Bloss nicht zu lange gucken: Fernrohr auf dem Uetliberg in Zürich. Eis-Stalaktiten bei Savognin. Das ist der Tinguely von Freiburg. Nyon ist kräftig vereist... ...das setzt den Masten zu. Diese Tafel am Genfersee wartet auf den Sommer. Diese auch. Anlegen unmöglich! Geknipst am Genfersee. Eiszapfen auch in Davos. Der Brunnen steht in Burgdrof, das Loch ist gestopft. Dieser Drache am Alfred-Escher-Brunnen speit kein Feuer. Hunderte Leser-Bilder erreichten uns in den letzten Tagen. Sie alle machen die Kälte sichtbar. Und alle sind sie spektakulär. Aber schauen Sie selbst. So schön kann der Winter sein. Auf dem Üetliberg ist alles weiss. Nur die Sonne des Planetenwegs leuchtet in Gelb. Nur noch Wagemutige posieren vor der Kamera. Und ganz, ganz Wagemutige tun dies fast nackt. Unser Vorschlag: Das ist unser Top-Kandidat fürs neue Phänomen «Frosting». Sogar Eisblumen haben sich gebildet. Geniessen Sie diese Impressionen ... ... am besten in der warmen Stube. Am Samstagmorgen (4. Februar 2012) am Hafen von Coppet am Genfersee. Das ist der bisherige Minus-Tempreatur-Rekord, der die Redaktion erreicht hat. Bieten Sie mehr? «Wär ich doch in Indonesien geblieben», schreibt Leser-Reporter René zu diesem Bild. «So ist es besser!» «D'Oh!» würde Homer Simpson nur noch sagen. Da hats dem Leser doch prompt ein Duff-Bier verjagt. Bei diesen Temperaturen nützen auch die Red HOT Chilli Peppers herzlich wenig. Ein traumhafter Wintertag beginnt auf der Belalp im Wallis. In Oberwald, ebenfalls im Wallis, ist es um 9.30 Uhr ziemlich frisch ... «Brrr.. Das ist keine Kälte in Basel ... sondern », findet Leser-Reporter Danijel. Auch der olympische Brunnen in Lausanne friert. Heiliges Kanonenrohr: So sieht es am 3. Februar in der Nähe des Hafens von Versoix am Genfersee aus. Versoix am Mittag des 3. Februar 2012. Da wächst sogar dem Hund ein Bart. «Eine frostige Bescherung» schreibt uns ein Leser-Reporter zu diesem Bild. Einen vereisten Brunnen hat Leser-Reporter Malik fotografiert. Leider hat er verschwiegen, wo sich der Brunnen befindet. Auch Hospental friert. Traumhafter Sonnenuntergang bei minus 10 Grad in Lyss BE. Da lupfts dem Tisch doch glatt den (Schnee-)Deckel! Einen gefrorenen Brunnen hat auch Leser-Reporter Edon vor die Linse gekriegt. Leser-Reporterin Valerie meldet, dass auch die Veveyse im Kanton Freiburg langsam aber sicher zufriert. Der Genfer-See bei Coppet bietet spektakuläre Ansichten. Bald findet man den Weg zum Schneebärgli gar nicht mehr ... Am Morgen danach auf dem Balkon eines Leserreporters ... Auf der Ebenalp im Kanton Appenzell Innerrhoden. Bevor sich Leser-Reporter Patrik allerdings aus dem Haus gewagt hat, hat er erst mal einen Blick aus dem Fenster geworfen. Der Bodensee bei Arbon TG. Vor dem Theater in Basel. Dieses Velo wurde in Geroldswil bei -12 Grad aufgenommen. Velofahren? - Fehlanzeige. Der Strand von Chez le Bart NE. Trotz strahlendem Sonnenschein ist ein Bad hier nicht verlockend. Der Sendeturm auf dem Titlis hat eindeutig ganz, ganz kalt. Ob der so wohl noch senden kann? Mächtige Eisgebilde haben sich auch am Alfred-Escher-Brunnen vor dem Zürcher Hauptbahnhof gebildet. Bereits in der Nacht auf Freitag war der Brunnen völlig mit Eis überzogen. Dieses Eis-WC fand der Leser am Donnerstagabend, 2.2.2012, auf der Zugfahrt von Bern nach Burgdorf. Cola-Dosen sollte man bei dieser Kälte nicht auf dem Balkon lassen, sonst hauts den Boden raus. Glasflaschen würden bei den Temperaturen wohl bersten - ausser das Bier ist bereits geöffnet. So kann Kälte auch aussehen: Ein überfülltes Wartehäuschen am Donnerstagabend in Lenzburg. Die Sihl in Zürich am Freitag: Zur Hälfte ist sie schon zugefroren. «Im Wasser schwimmen Mini-Eisschollen», schreibt der Leser-Reporter. Leserreporter Daniel Mathys schreibt: «Heute morgen 05.40 Uhr in Kandersteg: Ein frostiger Feierabend bei -24 Grad.Gute Nacht!» - das wünschen wir auch. Macht ganz den Eindruck, als wäre es dieser Brunnenfigur in Zürich zum Kotz... zumute. Aufgenommen am Genfersee. «Le Vully in Richtung Gruyere», schreibt uns Leserreporter Daniel Everett. Skijöring in Gstaad bei eisigen -16 Grad.

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Die Kältewelle hat auch ihre guten Seiten - zumindest für die Detailhändler. Die eisigen Temperaturen bescheren ihnen Mehreinnahmen. Der Absatz von Winterartikeln und Kälte-Ausrüstung befindet sich momentan im Höhenflug.

Die Migros spricht von einer «sensationellen» vergangenen Woche. Der Absatz von Handschuhen, Mützen oder Eiskratzern für Autos schnellte in die Höhe, sagte Pressesprecherin Martina Bosshard gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Auch Thermowäsche und Winterstiefel seien derzeit sehr gefragt.

Die Supermärkte des «orangen Riesen» sind nicht die einzigen, die von der Kälte profitieren. Auch bei den «SportXX»-Filialen läuft das Geschäft «ausserordentlich gut», sagte Bosshard, ohne präzise Zahlen nennen zu können.

Zehnfache Absatzsteigerung gegenüber Vorjahresperiode

Die Verkaufszahlen von Coop veranschaulichen den Effekt der Kälte auf den Absatz noch deutlicher. Die Nachfrage für bestimmte Artikel sei um das Zehnfache gestiegen, sagte Sprecherin Denise Stadler.

Insbesondere Auftausalz, Schneeschaufeln und Eiskratzer erfreuen sich grosser Nachfrage. Diese Artikel wurden im Vergleich zur selben Woche im Vorjahr zehnmal mehr verkauft. Schneeketten wandern achtmal, Frostschutzmittel viermal öfter über den Ladentisch.

Auch Freizeitartikel werden vermehrt eingekauft. Schlitten und Bobs verkaufen sich viermal besser als vor einem Jahr. Heizdecken und Kissen sind dreimal gefragter als Anfang Februar 2011. Handschuhe, Kappen, Schals und Strumpfhosen verkaufen sich ebenfalls dreimal besser im Vergleich zur Vorjahresperiode.

Noch genug Artikel an Lager

Trotz grosser Nachfrage: Den Läden gehen im Moment die Artikel noch nicht aus. Weil der Winterverkauf vor der Kältewelle schleppend verlief, seien die Lagerbestände noch hoch.

Mit Ausnahme von einzelner Schneeketten-Modelle stösst Coop auf keinerlei Lieferprobleme.

(sda)

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  • Schneemann am 09.02.2012 08:40 Report Diesen Beitrag melden

    spannende Info

    unglaubliche Erkenntnis, hätte ich nie gedacht.

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