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Währungen
13. Juli 2010 14:06; Akt: 13.07.2010 14:20 Print
Weshalb die Chinesen auf den Euro setzen
von Sandro Spaeth - Die Euroländer sind angeschlagen. Trotzdem kauft die chinesische Nationalbank wie wild Euros. Ein gefährliches Spiel – oder weise Voraussicht?

Yuan und Euro: Die Chinesen kaufen ein (Bild: Keystone)
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Griechenland am Abgrund
Noch vor kurzem machte sich die Volksrepublik Sorgen über die Schuldensituation in der Euro-Zone. Der Grund: Neben den 1770 Milliarden Dollar Währungsreserven horten die Chinesen auch rund 500 Milliarden Euro in Anleihen von europäischen Ländern. Verliert der Euro an Wert, verlieren auch Chinas Anlagen.
Renminbi gleich YuanDer Renminbi, übersetzt «Volkswährung», ist die Währung der Volksrepublik China und wird meist Yuan genannt. Er ist nicht frei konvertibel und kann deswegen nicht gehandelt werden. International wird er mit CNY abgekürzt, in China auch mit RMB. Der Yuan wurde kurz nach der Machtübernahme der Kommunisten und der Gründung der Volksrepublik China 1949 eingeführt.
Nun melden jedoch Händler, dass die chinesische Nationalbank massiv Euro kaufe. Ist die Angst um den angeschlagenen Euro bereits wieder verflogen? Tatsächlich scheint die chinesische Zentralbank zu intervenieren: «Man sah über Nacht eine Aufwertung des Euros gegenüber des Yuan um ein halbes Prozent», sagt ein Marktbeobachter zu 20 Minuten Online.
Schlitzohrige Chinesen
Wollen die Chinesen also bewusst den Euro stützen? Schaut man den Euro-Dollar Kurs an, so ist die europäische Einheitswährung seit Anfang Juni von 1.19 Dollar je Euro auf bereits 1.25 Dollar geklettert. «Die Intervention Chinas hat aber wenig mit Stützung zu tun – die Chinesen sind Schlitzohren: Sie kaufen, weil es billig ist», sagt Cash-Guru Fredy Herbert. Vom Dollar abkehren werden sich die Chinesen wohl nicht: «Die Chinesen wollen einfach weiter diversifizieren, also nicht alle Reserven in Dollar horten», sagt ZKB-Ökonom Anastassios Frangulidis. Der Cash-Curu meint lapidar: «Mit so viel Devisen ist es höchste Zeit, auf einem zweiten Bein zu stehen.»
Das Reich der Mitte besitzt grosse Macht: So ist die chinesische Wirtschaft in den letzten 30 Jahren durchschnittlich um 10 Prozent pro Jahr gewachsen und auch das Ansehen der Zentralbank, der People’s Bank of China, ist gestiegen. So hat sie Ende Juni auf Druck der USA die feste Bindung der Landeswährung Renminbi an den Dollar aufgehoben. Hat die People’s Bank of China mit ihren Interventionen nun den Eurokurs in der Hand? «Wenn China tatsächlich den Entscheid treffen würde, im grossen Stil Euro zu kaufen, könnte das Land den Eurokurs beeinflussen», erklärt Frangulidis. Er gibt aber zu bedenken, dass Euro und Dollar die am meisten gehandelten Währungen sind. «Ein Player alleine kann da nicht allzu viel ausrichten.» Die Bewegungen wären eher kurzfristig – und nicht der Beginn einer starken Euroaufwertung.
Verschwiegene Notenbank
Für Frangulidis ist klar: «Die chinesische Notenbank würde ihre Intervention nicht im Vorhinein ankündigen, sondern erst danach öffentlich kommunizieren.» Gerüchte um eine Intervention der Bank of China könnten aber das Verhalten der anderen Marktteilnehmer beeinflussen. Trotzdem dürften die Spekulanten nicht auf ein schnelles Aufwerten des Euros setzten. «Grosse Investoren setzen sich aus fundamentalen Gründen gegen den Euro», so Frangulidis.
Chinas Wirtschaft brummt
Laut Experten weiss man nie, welche strategischen Überlegungen tatsächlich hinter Währungskäufen stehen. So sagte ein Marktbeobachter zu 20 Minuten Online: «Vielleicht wollten die Chinesen mit dem Euro-Kauf vorsorglich etwas Druck von ihrer Währung nehmen. Der Grund: Diese Woche präsentiert China wichtige Industriezahlen. «Weil die Nationalbank bereits um die guten Zahlen weiss – welche die Währung unter weiteren Aufwertungsdruck bringen dürfte – hat man vorsorglich eingegriffen.»


























