Kleine Charakterstudie

31. März 2018 12:04; Akt: 03.04.2018 09:50 Print

Wetten, Sie kennen diese Typen aus Ihrem Büro?

von V. Sadecky - Vom Mr. Beschäftigt bis zur Hypochonderin: Jeder hat Kollegen, die einfach nerven. Eine Typologie aus dem Büroalltag.

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Sie leben nur für die Firma und sind sich zu schade, die Spülmaschine einzuräumen: Wer in einem Büro arbeitet, dem begegnen immer wieder Kollegen mit den gleichen Marotten.Eine kleine Auswahl: Der Kollege, der sich ständig in den Vordergrund drängt, per Zufall gerade dann rauchen geht, wenn das der Chef auch tut, beim Weihnachtsessen immer am Tisch der Geschäftsleitung sitzt und gerne mit Anglizismen wie «No-Brainer» und «Business Case» um sich wirft. Doch so toll, wie er tut, ist er eigentlich nicht. Bei der Informatik-Helpline steht ihr Name auf der schwarzen Liste. Die Technik-Oma ist zwar erst Mitte 20 und hat nie eine Welt ohne Internet und Computer gekannt. Trotzdem ist sie eine Null, wenn es darum geht, den Drucker mit ihrem PC zu verbinden oder ein Sicherheitsupdate zu installieren. Seine französische Bulldoge heisst Olivier oder Stella. Das Tier ist sein emotionaler Support im brutalen Büroalltag. Wenn er Bestätigung braucht, die er von seinen Kollegen nicht bekommt, schaut er in die treuen, feuchten Augen seines Hundes – und alles ist wieder gut. Stella stellt keine Fragen. Dieser Zeitgenosse hat noch nicht mitbekommen, dass viele Überstunden heutzutage kein Grund mehr zum Angeben sind. Er hat sich mit seiner 60-Stunden-Woche freiwillig eine Work-Work-Balance geschaffen und beantwortet Mails immer innert fünf Minuten – egal, zu welcher Tageszeit. Die Firma ist sein ein und alles: Am liebsten würde er sich das Firmenlogo auf die Brust tätowieren lassen. Er verwechselt sein Telefon offenbar mit einem Megafon. Der Schrei-Telefonierer möchte, dass alle mitbekommen, wie wichtig er ist. Wenn er Anstalten macht, zum Hörer zu greifen, verabschieden sich seine Tischnachbarn hastig in die Kaffeepause oder versuchen, sich mit Kopfhörern zu schützen. Sein Gelärme hat nur ein Ziel: Seinem Chef und den Kollegen zu zeigen, dass ohne ihn der Laden nicht laufen würde. Die Krankheitstage-Liste führt sie seit Jahren an. Sie putzt ihre PC-Tastatur vor Arbeitsbeginn und desinfiziert sich alle fünf Minuten die Hände. Auf ihrem Pult hat es mehrere angebrochene Packungen mit Vitamin-C-Tabletten, und sie ist auch im Sommer in einen dicken Schal gewickelt. Dieser Typ scheint immer sehr, sehr beschäftigt. Doch eigentlich tut er nur so, als ob er hart arbeiten würde. Um diesen Eindruck zu vermitteln, hat er eine ganze Kiste von Tricks. Mails programmiert er zum Beispiel so, dass sie mitten in der Nacht abgeschickt werden, damit sein Chef denkt, er würde morgens um zwei Uhr arbeiten.

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Sie leben nur für die Firma und sind sich zu schade, die Spülmaschine einzuräumen: Wer in einem Büro arbeitet, dem begegnen immer wieder Kollegen mit den gleichen Marotten. Eine kleine Auswahl:

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Welchen Typ kennen Sie aus Ihrem Büro?

Mr. Beschäftigt
Dieser Typ scheint immer sehr, sehr beschäftigt. Doch eigentlich tut er nur so, als ob er hart arbeiten würde. Um diesen Eindruck zu vermitteln, hat er eine ganze Kiste von Tricks. Mails programmiert er zum Beispiel so, dass sie mitten in der Nacht abgeschickt werden, damit sein Chef denkt, er würde morgens um zwei Uhr arbeiten. Im Büro flucht und jammert er gerne lautstark darüber, wie viel er zu tun hat. Sein Lieblingssatz, wenn man sich ihm nähert: «Jetzt nicht.»

Die Putz-Allergikerin
Diese alteingesessene Kollegin arbeitet schon seit vielen Jahren auf der Abteilung. Mit der Spülmaschine ist sie in dieser Zeit aber noch nie in Berührung gekommen. Sie hat schliesslich nicht an einer Top-Uni studiert, um niedere Arbeiten im Büro zu verrichten. Ihre von Lippenstift verschmierten Tassen lässt sie darum immer im Lavabo zurück. Irgendein Praktikant wird sich schon dann darum kümmern.

Der Firmen-Sklave
Dieser Zeitgenosse hat noch nicht mitbekommen, dass viele Überstunden heutzutage kein Grund mehr zum Angeben sind. Er hat sich mit seiner 60-Stunden-Woche freiwillig eine Work-Work-Balance geschaffen und beantwortet Mails immer innert fünf Minuten – egal, zu welcher Tageszeit. Die Firma ist sein ein und alles: Am liebsten würde er sich das Firmenlogo auf die Brust tätowieren lassen.

Der Hunde-Papi
Seine französische Bulldoge heisst Olivier oder Stella. Das Tier ist sein emotionaler Support im brutalen Büroalltag. Wenn er Bestätigung braucht, die er von seinen Kollegen nicht bekommt, schaut er in die treuen, feuchten Augen seines Hundes – und alles ist wieder gut. Stella stellt keine Fragen. Stella versteht. Dass die Kollegen manchmal wenig Verständnis für den Geruch nach nassem Hund im Büro aufbringen wollen, sieht der Hunde-Papi allerdings nicht ein.

Die Technik-Oma
Bei der Informatik-Helpline steht ihr Name auf der schwarzen Liste. Die Technik-Oma ist zwar erst Mitte 20 und hat nie eine Welt ohne Internet und Computer gekannt. Trotzdem ist sie eine Null, wenn es darum geht, den Drucker mit ihrem PC zu verbinden oder ein Sicherheitsupdate zu installieren. Und darauf ist sie auch noch stolz.

Der Schrei-Telefonierer
Er verwechselt sein Telefon offenbar mit einem Megafon. Der Schrei-Telefonierer möchte, dass alle mitbekommen, wie wichtig er ist. Wenn er Anstalten macht, zum Hörer zu greifen, verabschieden sich seine Tischnachbarn hastig in die Kaffeepause oder versuchen, sich mit Kopfhörern zu schützen. Sein Gelärme hat nur ein Ziel: Seinem Chef und den Kollegen zu zeigen, dass ohne ihn der Laden nicht laufen würde.

Die Hypochonderin
Die Krankheitstage-Liste führt sie seit Jahren an. Sie putzt ihre PC-Tastatur vor Arbeitsbeginn und desinfiziert sich alle fünf Minuten die Hände. Auf ihrem Pult hat es mehrere angebrochene Packungen mit Vitamin-C-Tabletten, und sie ist auch im Sommer in einen dicken Schal gewickelt. Sie hasst Klimaanlagen und knallt jedes Fenster theatralisch zu, das länger als zehn Sekunden geöffnet ist.

Der Blender
Der Kollege, der sich ständig in den Vordergrund drängt, per Zufall gerade dann rauchen geht, wenn das der Chef auch tut, beim Weihnachtsessen immer am Tisch der Geschäftsleitung sitzt und gerne mit Anglizismen wie «No-Brainer» und «Business Case» um sich wirft. Doch so toll, wie er tut, ist er eigentlich nicht.

Haben wir noch einen Typen vergessen? Welche Kollegen nerven Sie im Arbeitsalltag am meisten? Erzählen Sie Ihre Erfahrungen im Kommentarfeld.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • E. Gänger am 31.03.2018 13:00 Report Diesen Beitrag melden

    Der Einzelgänger

    Schert sich einen Dreck was andere denken, machen, reden, oder wie sie privat sind. Gibt im Gegenzug aber auch nur das nötigste von sich preis. So einer bin ich. So geht es mir am besten und so muss ich mich nicht ab anderen nerven.

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  • Larry am 31.03.2018 12:15 Report Diesen Beitrag melden

    Der Einmischer

    Klinkt sich in jedes Gespräch ein, gibt seinen Senf dazu, korrigiert andere und weiss es besser. Ungefragt notabene.

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  • Bu Reau am 31.03.2018 12:13 Report Diesen Beitrag melden

    Der Daueresser und -trinker

    Dies ist ein weiterer Typ. Er muss immer etwas mampfen oder Kaffee trinken an seinem Schreibtisch und schmatzt, schlürft und schluckt dabei so laut, dass es nervt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Banana Joe am 31.03.2018 21:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Immer-Lustige

    Auf ihn ist Verlass: bei jeder Begegnung lässt er einen Spruch los. Dieser ist selten lustig, hat häufig etwas leicht provokatives und die scherze wiederholen sich. Meistens begegnet man diesem typen gerade dann, wenn man in Arbeit versinkt, schlecht geschlafen hat oder aus anderen gründen absolut keinen bock auf small-talk hat. Aber hey, das merkt er doch nicht, er ist ja immer ach so gut drauf.

  • Hulahupp am 31.03.2018 21:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Superheld

    Der der immer ins Büro kommt egal wie krank er ist, um Superheld zu spielen & dabei alle ansteckt. Danke an den!

  • bebbeli am 31.03.2018 20:44 Report Diesen Beitrag melden

    Fertig Arbeit

    Juhuu, ich bin pensioniert und das alles liegt hinter mir.

  • Grüsu BE am 31.03.2018 20:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Wichtigste, Beste und Grösste

    Dank hohen Schuhen auf Augenhöhe. Sie ist oft hässig und gestresst, verlangt von Bürokollegen Teamarbeit und will alles wissen, wirft anderen aber vor unfreundlich, nicht kommunikativ und negativ eingestellt zu sein. Sie selbst hat mit jedem Krach in der Bude und lafert mehr als sie liefert. Hat zudem ein Tier welches sie mehr liebt als ihren Mann. Klar, das Tier sagt ja auch nichts.

  • dr house am 31.03.2018 19:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    der mithörer

    hört jedes telefonat mit und gibt dauetnd seinen senf dazu, warum man dieses oder jenes nicht sonoder so gesagt hat oder quatscht einem rein.