Digitale Sucht

30. Dezember 2017 18:59; Akt: 30.12.2017 18:59 Print

Wie das Smartphone unseren Alltag beherrscht

In den Industrieländern hat bald jeder ein Handy. Damit steigt laut einer Studie die Zahl der Abo-Abschlüsse – und die Sorgen.

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Für die meisten Menschen ist der Alltag ohne Smartphone kaum mehr vorstellbar. Das wird sich in Zukunft noch verstärken. Bis Ende 2023 dürften mehr als 90 Prozent der Erwachsenen in den Industrieländern ein Smartphone besitzen. Dann sollen die Nutzer im Schnitt 65-mal pro Tag mit ihren Handys interagieren – ein Anstieg von einem Fünftel. Ende nächsten Jahres sollen bereits 800 Millionen Smartphones rund um den Globus im Umlauf sein.

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Das ist das Ergebnis einer Studie von Deloitte. Das Beratungsunternehmen hat für seine Schätzungen umfassende Datenmengen analysiert, hunderte Studien verarbeitet und rund 29'000 Konsumenten weltweit befragt.

Smartphone als Suchtmittel

Mit der Verbreitung des Smartphones wächst die Angst der Handy-Besitzer, dass das Gerät zum Suchtmittel wird. Für das kommende Jahr wollen daher 45 Prozent ihre Nutzung einschränken. Vor allem die Jüngeren machen sich Sorgen: Zwei Drittel der 18- bis 24-Jährigen sehen eine grosse Abhängigkeit. Über die Hälfte von ihnen wollen den Gebrauch zurückfahren, so die Studie.

Mit dem immer höheren Stellenwert des Smartphones werden digitale Abos für die Mediennutzung immer beliebter. Laut Schätzungen von Deloitte werden Ende 2018 mehr als die Hälfte der erwachsenen Mediennutzer in Industrieländern mindestens zwei Online-Abos abgeschlossen haben. Die Zahl soll sich bis 2020 verdoppeln. Das zeigt: Die Nutzer sind mit der grösseren Integration der Smartphones in den Alltag zunehmend bereit, für digitale Inhalte zu zahlen.

Erweiterte Realität als Treiber für die Nutzung

Grund für den Abschluss mehrer Abos ist laut Deloitte etwa die Aufteilung der Sportrechte auf mehrere Anbieter. Zudem müssen die Fans von Serien auf verschiedene Anbieter zurückgreifen, um alle gewünschten Inhalte sehen zu können. Vor allem Abos im Bereich Video und Musik sollen sich stark verbreiten. Ende 2018 dürften laut Deloitte weltweit 350 Millionen Nutzer 680 Millionen Online-Abos abgeschlossen haben.

Immer wichtiger für das Smartphone dürfte die sogenannte Augmented Reality (AR) werden, bei der die echte Umgebung von Inhalten und Informationen auf dem Smartphone überlagert wird. Schon im kommenden Jahr soll die Zahl der AR-optimierten Smartphones stark steigen. AR wird gemäss der Studie in den kommenden Jahren einer der wichtigsten Treiber für die Gerätenutzung, Smartphone-Verkäufe und App-Downloads sein.

(dob)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Allein am Tisch am 22.12.2017 11:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Totale Sucht

    Vor 2 Tagen am Firmenfest; 25 Mitarbeiter, 21 am Handy während dem Salat und Hauptgang. Die Welt passiert um uns herum und wir merken es nicht mal.

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  • Vater am 22.12.2017 11:31 Report Diesen Beitrag melden

    Back to the roots

    Wer sich vom Smartphone beherrschen lässt, verpasst die schönen und wichtigen Dinge im Leben... Sogar mein Sohn (21) hat gemeint, dass ihm das chatten und die Verfügbarkeit langsam auf die Nerven geht.

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  • Sandra am 22.12.2017 11:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schweigende Menschen?

    Was mich wirklich nervt und erschreckt sind die Handyaner welche die Umwelt nicht mehr wahrnehmen und so am öffentlichen Verkehr "teilnehmen." Sie gefährden sich selbst und andere. Zudem kann man immer fäufiger beobachten, dass mehrere Leute (welche sich kennen) in einem Restaurant an einem Tisch sitzen - jeder glotzt in sein Handy. Und das Kleinkind im Kinderwagen mit Handy - da fehlen mir die Worte.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Bona am 31.12.2017 21:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ablenkung

    Denke langsam aber sicher bräuchte für die Benutzung des Handys eine Regulierung.

  • Bruder Motzi am 31.12.2017 17:31 Report Diesen Beitrag melden

    Trifft bei mir in keinster Weise zu!!

    ICH beherrsche das Smartphone, nicht umgekehrt!! Telefonieren und allenfalls ne SMS, that's it. Mich KANN man (MUSS nicht) sonst noch per Email erreichen. Wann immer ICH Zeit habe, melde ich mich.... wie einst im Mai... Sie erinnern sich? Herrliche Zeiten OHNE Handy... und ja, wir leben noch, aber wir LEBEN, und funktionieren nicht nur.

  • Adrien Besufort am 31.12.2017 15:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    DANGER!

    Allzu häufiges Chatten vermindert die verbale Kommunikationsföhigkeit. Ich kenne einige Leute, die sehr viel in den sozialen Medien unterwegs sind, sich kaum mehr verbal ausdrücken können (auch viele Erwachsene). In persönlichen Gesprächen wirken diese Leute oft langweilig und uninteressant. Da nützen alle gesammelten "Likes" nichts, wenn sie zu non-verbalen Nerds mutieren.

    • TomH am 31.12.2017 18:08 Report Diesen Beitrag melden

      Traurig aber wahr

      Dies sage ich schon lange! Die Menschen können untereinander nicht mehr kommunizieren!

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  • Mr. Perfect Auchnicht am 31.12.2017 15:47 Report Diesen Beitrag melden

    Leben

    Im ÖV am morgen oder am Abend verstehe ich es, wenn man sich mit leichter Unterhalting ablenken will. Aber sobald man effektiv eine Beschäftigung hat (Areit, essen, ausgehen, Zeit mit der Familie etc.) hat das Smartphone nichts mehr in der Hand verloren. Man stelle sich vor, jemand würde sich alle 10' an den Computer setzen. Ist aber schlussendlich genau dasselbe.

  • Herr Max Bünzlig am 31.12.2017 14:09 Report Diesen Beitrag melden

    ja genau

    kann schon den ganzen Haushalt mit dem Smartphone , inkl. Kaffeemaschine steuern