Schiff ahoi

08. Februar 2012 18:44; Akt: 08.02.2012 20:15 Print

Wie sich die UBS bei uns bedanken willWie sich die UBS bei uns bedanken will

von Sandro Spaeth - Die Schweizer Grossbank UBS feiert 2012 ihr 150-Jahre-Jubiläum und gibt sich volksnah. Sie lädt die Bevölkerung während des kommenden Sommers zur Schifffahrt ein. Eine Image-Korrektur?

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Weitere Imagekorrektur für die UBS? Nach dem Einstieg beim Eidgenössischen Schwingfest startet die UBS im Sommer eine Offensive zum günstig Schiff fahren. (Bild: Keystone)

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Schiff ahoi – und zwar auf allen Seen: Dank der UBS fahren die Schweizerinnen und Schweizer ab dem kommenden 25. Juni bis Ende Saison für einen Fünfliber den ganzen Tag Schiff. Der 25. Juni 2012 ist der 150. Geburtstag der UBS. Ihre Vorvorgängerin, die Bank in Winterthur wurde 1862 gegründet, fusionierte später zur Schweizerischen Bankgesellschaft und noch später mit dem Bankverein zur UBS.

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Ihren runden Geburtstag will die UBS nicht nur für sich allein feiern: «Mit gemeinnützigen Projekten, mit Spezialangeboten und weiteren Engagements wollen wir der gesamten Bevölkerung in der Schweiz etwas zurückgeben und möglichst viele am Jubiläum teilhaben lassen», schreibt die Grossbank auf ihrer Website.

Volksnahe Aktionen

Image-Pflege eines angeschossenen Riesen? Seit der Staatsrettung der Grossbank im Herbst 2008 hat das Image der Bank in der Schweiz gelitten. Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise waren der Bund und die Nationalbank der UBS mit einem milliardenschweren Hilfspaket zu Hilfe geeilt. Seither versucht die Grossbank verschiedentlich, ihr Bild in der Öffentlichkeit zu korrigieren.

2010 lancierte die UBS gemeinsam mit Schweiz Tourismus eine Wanderkampagne, für die sich selbst UBS-Schweiz-Chef Lukas Gähwiler in Wanderkluft stürzte. Einen Schritt in Richtung des Fussvolk macht die UBS auch mit den geplanten Engagement im Schwingsport: Die UBS hatte im vergangenen Jahr die «Bauernbank» Raiffeisen beim «Hoselupf» um den Sponsoringvertrag mit dem Eidgenössischen Schwingfest von 2013 in Burgdorf besiegt. Auf die Image-Korrektur angesprochen, sagt Kommunikationschef Peter Hartmeier: «Schiff fahren, wandern und Schwingen ist Ausdruck davon, dass sich die Bank mitten in der Schweiz befindet, aber gleichzeitig global tätig ist.»

Die Schiffsaktion hat die UBS gemeinsam mit dem Verband Schweizerischer Schifffahrtsunternehmen (VSSU) eingefädelt. Er besteht aus 16 Mitgliedern, die bis auf die Zürichsee-Fähre Horgen–Meilen alle mitmachen. «Die Kooperation ist über Schweiz Tourismus zustande gekommen», freut sich VSSU-Vizepräsident Stefan Schulthess. Schweiz Tourismus selbst ist in die Aktion nicht involviert. Sie passt aber gut zum «Jahr des Wassers», zu dem Schweiz Tourismus 2012 erklärt und dabei auch die UBS mit an Bord genommen hat.

Peanuts für die UBS?

Konkret funktioniert die UBS-Jubiläumsaktion so, dass Reisewillige in UBS-Filialen Voucher abholen können, die zu vergünstigten Schiffstrips berechtigen. «Wir werden pro Gutschein entschädigt und profitieren zudem von Kommunikationsmassnahmen seitens der UBS», sagt Schulthess. In Umlauf geraten dürften eine Gutschein-Anzahl im tieferen sechsstelligen Bereich. Wie viele eingelöst werden, ist eine andere Frage.

Wie viel Geld wird die UBS für diese Aktion aufwerfen? Weil man bei der Bank keine Angaben zu Zahlen machen wollte, schauen wir dem Gaul mit einer «Milchbüechli-Rechnung» ins Maul. Auf dem Vierwaldstättersee kostet eine Tageskarte 2. Klasse 66 Franken, mit Halbtaxabo die Hälfte. Auf dem Bodensee 48 Franken (Halbtax wird nicht akzeptiert). Die UBS dürfte aber keine solchen Tarife bezahlen. Der durchschnittliche Passagierertrag auf dem Vierwaldstättersee beträgt pro Passagierfrequenz rund 10 Franken. Über alle Seen der Schweiz dürfte der durchschnittliche Ertrag pro Passagier für eine Retourfahrt laut Schulthess bei etwa 20 bis 25 Franken liegen.

Geht man davon aus, dass 200 000 Gutscheine eingelöst werden und die UBS den VSSU mit 15 Franken entschädigt (fünf Franken zahlen die Passagiere), kostet die Aktion die Grossbank drei Millionen Franken. Würden sogar 400 000 Gutscheine eingelöst, sind es sechs Millionen Franken.

SBB als Vorbild?

Die Aktion der UBS erinnert das Wirtschaftsportal cash.ch an den Fünfliber-Tag der SBB vor 28 Jahren. An einem Herbsttag 1984 konnte die Bevölkerung für fünf Franken den ganzen Tag unbeschränkt mit Regionalzügen fahren. Die Nachfrage war dermassen gross, dass die Bahn das Angebot auf Schnellzüge ausdehnen musste. In einem Artikel in der Mitarbeiterzeitung aus dem Jahr 1985 schrieben die SBB: «Die Fünfliber-Bettagsaktion - für viele das SBB-Ereignis des Jahres - ist auch im Rückblick ein Erfolg.» Damals wurden 192 551 Fünfliber-Tageskarten verkauft, was den SBB einnahmen von 962 755 Franken bescherte.

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  • Roman Keller am 10.02.2012 08:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ewiges Gemotze

    Geniesst einen schönen Tag auf den Schiffen und sucht doch nicht nur immer das Schlechte.

  • Andi Ehrsam am 10.02.2012 08:08 Report Diesen Beitrag melden

    Minus...

    UBS... ist das nicht jene Bank, wo Otto-Normal-Sparer wegen Gebühren, Kosten, Spesen und miesen Zinsen Jahr für Jahr weniger auf dem Konto hat....?

  • s.m am 09.02.2012 22:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gute Sache

    Toll von der UBS!!! Freut euch doch mal über diese tolle Aktion. Nicht immer meckern..

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