Personenfreizügikeit

16. November 2012 11:08; Akt: 16.11.2012 16:06 Print

Wirtschaft gegen Zuwanderungs-Initiativen

Schweizer Wirtschaftsverbände wollen an der Öffnung des Arbeitsmarktes für EU-Bürgerinnen und -Bürger nicht rütteln und sind gegen die Initiativen von SVP und ECOPOP.

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Die flankierenden Massnahmen verhinderten Lohn- und Sozialdumping. (Bild: Keystone)

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Zehn Jahre nach der Einführung der Personenfreizügigkeit ziehen der Arbeitgeberverband, der Gewerbeverband und der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse eine positive Bilanz. Die Verbände wollen deshalb gemeinsam gegen die Zuwanderungs-Initiativen der SVP und der Organisation ECOPOP antreten, wie sie am Freitag mitteilten. Beide Initiativen setzen nach Einschätzung der Verbände den bilateralen Weg aufs Spiel, ohne brauchbare Alternativen aufzuzeigen.

Die positiven Seiten des freien Personenverkehrs fallen nach Ansicht der Wirtschaftsvertreter weit mehr ins Gewicht als weniger angenehme Begleiterscheinungen wie überfüllte Züge, Engpässe auf dem Wohnungsmarkt oder die Zersiedelung.

Für das erste Paket der Bilateralen Abkommen mit der EU - darin enthalten ist der freien Personenverkehr - ziehen die Verbände eine positive Bilanz: Die Schweiz sei aus der Stagnation der neunziger Jahre befreit worden; das Bruttoinlandprodukt sei nach 2002 stärker gewachsen als in den zehn Jahren davor. Dasselbe gelte für den Durchschnittslohn, die Innovationskraft und die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Schweiz. Die flankierenden Massnahmen verhinderten Lohn- und Sozialdumping.

Positiv für Sozialwerke

Auf die Sozialwerke habe sich die Öffnung positiv ausgewirkt, sagte Bigler. Offizielle Zahlen belegten, dass die Summe der Beiträge von Arbeitnehmern aus der EU höher sei als die von Ausländern aus der EU bezogenen Leistungen.

Eingewanderte aus den 27 EU-Ländern und den EFTA-Staaten entlasteten besonders die AHV, doppelte Vogt nach. Sie würden helfen, den bevorstehenden «Babyboomer-Buckel» zu glätten. Viele gut Qualifizierte zahlten in die AHV meist mehr ein, als ihnen an Rente zustehe.

Die Mitgliedschaft von Gewerbeverbandspräsident und SVP- Nationalrat Jean-François Rime im Komitee der SVP- Zuwanderungsinitiative schafft laut Bigler keine Probleme für die Kampagne der drei Verbände. Rime habe zugesichert, öffentlich keine gegenteilige Meinung zum Gewerbeverband zu vertreten.


(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ever am 17.11.2012 10:57 Report Diesen Beitrag melden

    SchweizerIn födern nicht Ausländer holen

    Die Wirtschaft würde besser die Schweizer (vor allem die Frauen und junge Menschen) fördern statt immer nur auf ausländisches Personal zurückgreifen. Die vermeintlichen Fachkräfte und Experten aus dem Ausland sind nämlich bei weitem nicht die Besten... wir Schweizer haben genug Know-How in uns, wir müssen es nur geschickt weitergeben.

  • grenacher am 16.11.2012 13:23 Report Diesen Beitrag melden

    das wahre Gesicht

    Hier zeigen die Wirtschaftsvertreter und Bosse um was es geht , um nichts anderes als Gewinnmaximierung. Das Bruttoinlandprodukt mag gestiegen sein in den Jahren aber auf Kosten der Allgemeinen Kaufkraft und die ist massgebend,nicht der BIP .Verschiedene Berichte wie das Lohndumping der Messehalle Basel oder auch Lohnnachzahlungen an der Swiss Indoor Tennis fallen da nicht so ins Gewicht auch das alleine in diesem Jahr bereits über 50 000 neue Immigranten eingewandert sind und auch bleiben werden .

  • Mark Strahl am 16.11.2012 11:50 Report Diesen Beitrag melden

    Ecopo zu Öko = Nein

    Ich werde ECOPOP ablehnen, die Initiative geht für mich in die falsche Richtung. Anstatt einfach die Zuwanderung pauschal zu beschränken sollte man lieber schauen wen man da ins Land lässt und ob das temporär oder dauerhaft geschieht. Ohne Ausländer geht es schlicht nicht mehr, aber wir sind eigentlich in der Position uns die Ausländer aussuchen zu können! Durch geeignete Regeln können wir Lohndumping durch Billigarbeitskräfte, Bevölkerungswachstum und sogar kulturellen Problemen begegnen. Wenn man also nur noch die Ausländer reinlässt die wir brauchen und wollen, ist uns doch besser geholfen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Dani K. am 18.11.2012 23:12 Report Diesen Beitrag melden

    Ausgewandert wird später

    Macht Sinn, hier arbeiten, zuhause mit dem was aufbauen und dann mit 'unserer' AHV es schön gehen lassen. Das mit den 3 Säulen funktioniert auch nur wenn niemand darunter das Fundament weg gräbt.

    • Supermario am 19.11.2012 12:16 Report Diesen Beitrag melden

      Konsum

      Und "unsere" AHV wieder "auswärts" verkonsumieren. Was übrigens auch alle Schweizer tun, welche ihren Lebensabend auf einer Insel anstatt im Gebirge verbringen!

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  • Fritz Meyer am 18.11.2012 13:29 Report Diesen Beitrag melden

    Werde wohl beiden Initiativen zustimmen

    Solange hier einige nicht den Unterschied zwischen Wohlstand und Wohlfahrt ergeben Diskussionen keinen Sinn.

  • Anette am 18.11.2012 00:29 Report Diesen Beitrag melden

    Ist doch klar ...

    Ist doch klar, wollen die Arbeitgeberverbände die billigen Arbeitskräfte aus dem Ausland. Sonst geht doch der ganze Profit flöten! Das sind nun die Folgen der Globalisierung, die uns langsam einholen. Doch wer von diesen Folgen bereits vor Jahren gewarnt hat, der wurde als "Spinner" beschimpft.

  • K. M. am 17.11.2012 12:41 Report Diesen Beitrag melden

    Geblutet hat der Mittelstand

    Auf den Punkt gebracht, die übertriebene Zuwanderung der letzten Jahre hat den Mitttelstand schlicht und einfach aussen vor gelassen: Lohndruck, schädlicher Wettbewerb mehr Mobbing am Arbeitsplatz bei steigenden Miet- und Gesundheitskosten, unerschwingliche Eigenheime, steigende Kosten im OeV etc. Und das bei abnehmender Lebensqualität. Zuwanderungsströme in der Grössenordnung einer Schweizer-Stadt wie Winterthur oder St. Gallen pro Jahr sind für die grosse Mehrheit nicht weiter zumutbar. Diese masslose Übertreibung wird an den Urnen gestoppt!

  • ever am 17.11.2012 10:57 Report Diesen Beitrag melden

    SchweizerIn födern nicht Ausländer holen

    Die Wirtschaft würde besser die Schweizer (vor allem die Frauen und junge Menschen) fördern statt immer nur auf ausländisches Personal zurückgreifen. Die vermeintlichen Fachkräfte und Experten aus dem Ausland sind nämlich bei weitem nicht die Besten... wir Schweizer haben genug Know-How in uns, wir müssen es nur geschickt weitergeben.

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