Versicherungen

15. November 2012 07:18; Akt: 15.11.2012 09:41 Print

Zurich mit weniger Gewinn nach neun Monaten

Die Zurich Insurance Group hat im laufenden Jahr 16 Prozent weniger Gewinn erwirtschaftet. Die Erwartungen der Analysten wurden damit verfehlt.

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Die Zurich schreibt weniger gute Zahlen. (Bild: Keystone)

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Der Versicherungskonzern Zurich Insurance Group hat in den ersten neun Monaten weniger verdient. Der Reingewinn sank um 16 Prozent auf 2,7 Mrd. Dollar. Zu Buche schlug das Geschäft in Deutschland, wo der Versicherer die Reserven um 550 Mio. Dollar aufstocken musste.

Dies beeinträchtigte den so genannten Business Operating Profit (BOP) des Konzerns, den Zurich als wichtige Kennzahl betrachtet. Der BOP stagnierte bei 3,2 Mrd. Dollar, wie die Zurich am Donnerstag bekannt gab. In Deutschland hatte der Versicherer bei Schadenfällen mit ungenauen Daten hantiert.

Diese dürften dem Unternehmen voraussichtlich mehr Schadenleistungen aufbürden als bisher angenommen. Dabei handelt es sich vor allem um Haftpflichtversicherungen beispielsweise für Ärzte, Architekten oder Ingenieure, die eine lange Abwicklungsspanne haben.

Erwartungen der Analysten verfehlt

Dennoch konnte die Zurich den Schaden-Kosten-Satz (die sogenannte Combined Ratio) gegenüber dem Vorjahr um 1,2 Prozentpunkte auf 97,6 Prozent verbessern. Ein Wert von unter 100 Prozent zeigt an, dass das Versicherungsgeschäft technisch Gewinn abwirft.

Mit den Zahlen hat die Zurich die Erwartungen der Analysten verfehlt. Diese hatten im Durchschnitt gemäss der Nachrichtenagentur AWP mit einem BOP von 3,3 Mrd. Dollar und einem Reingewinn von 2,9 Mrd. Dollar gerechnet.

Zu früh für Angaben über Schäden durch «Sandy»

Der Versicherungskonzern Zurich macht derzeit noch keine Angaben, wie stark die Schäden durch den Hurrikan «Sandy» die Rechnung belasten werden. Dafür sei es noch zu früh, sagte Finanzchef Pierre Wauthier am Donnerstag in einer Telefonkonferenz.

Gegenwärtig seien die Mitarbeiter daran, vor Ort die Schadenforderungen aufzunehmen. Man sei mitten im Prozess, die Auswirkungen für den Versicherungskonzern zu ermitteln. «Wenn wir jetzt Angaben machen würden, würden die stark auf theoretischen Modellen beruhen», sagte Wauthier.

Der Wirbelsturm war Ende Oktober auf die Ostküste der USA getroffen, nachdem er zuvor in der Karibik Tod und Verwüstung hinterlassen hatte. Mehr als 110 Menschen starben alleine in den USA durch den Wirbelsturm. Die versicherten Schäden durch «Sandy» wurden unmittelbar nach der Katastrophe auf 10 bis 20 Mrd. Dollar, die wirtschaftlichen Folgen auf 50 Mrd. Dollar geschätzt.

Aktie unter Druck

Nach den enttäuschenden Quartalsresultaten sind die Aktien des Versicherungskonzerns Zurich Insurance Group am Donnerstag arg unter Druck geraten. In der ersten halben Handelsstunde an der Schweizer Börse tauchte ihr Kurs am Donnerstag um 3,7 Prozent.

Gleichzeitig notierte der Gesamtmarkt gemessen am Swiss Market Index 0,6 Prozent tiefer. Analysten bezeichnen laut der Nachrichtenagentur AWP die Geschäftszahlen des dritten Quartals als enttäuschend. Insbesondere beim vom amerikanischen Firmenkundengeschäft habe man sich deutlich besseres Ergebnis erhofft.

Zwar sei es nach der Ankündigung vor einem Monat keine Überraschung mehr gewesen, dass Zurich die Reserven in Deutschland um 550 Mio. Dollar habe aufstocken müssen. Aber den Reingewinn hätten auch noch einmalige Wertberichtigungen und weitere Sonderfaktoren belastet. Zudem sei das Anlageergebnis klar tiefer ausgefallen als im Vorjahr, kritisierten die Analysten.

(sda)

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