Lohnlücken vermeiden

21. Oktober 2012 16:19; Akt: 21.10.2012 16:29 Print

Vorzeitige Pensionierung frühzeitig planen

Erwerbstätige haben die Möglichkeit, frühzeitig in den Ruhestand zu gehen. Dieser Schritt kann allerdings erhebliche finanzielle Folgen für die Altersvorsorge haben. Die sorgfältige Planung einer vorgezogenen Pensionierung ist deshalb besonders wichtig.

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Einkommenslücken vermeiden: Die Postfinance weiss wie. (Bild: postfinance)

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Das ordentliche Rentenalter für Frauen beginnt mit 64 Jahren, das für Männer mit 65. Wer jedoch vorzeitig aus dem Erwerbsleben austreten möchte oder ausscheiden muss, kann die Möglichkeit einer Frühpensionierung in Anspruch nehmen. Bis zur ordentlichen Pensionierung entsteht in diesem Fall jedoch eine Einkommenslücke, hauptsächlich verursacht durch Abzüge bei den Leistungen der 1. Säule (AHV) und der 2. Säule (Pensionskasse).

1. Säule wird gekürzt

Die AHV-Altersrente kann maximal 2 Jahre vor dem ordentlichen Rentenalter geltend gemacht werden. Der Bezug ist somit frühestens mit 63 für Männer bzw. mit 62 für Frauen erlaubt. Zudem ist ein Vorbezug nur für ganze Jahre möglich und nicht für einzelne Monate. Wer einen Vorbezug in Anspruch nimmt, ist mit einer lebenslangen Leistungskürzung der AHV-Rente konfrontiert. Diese beträgt 6,8% pro Vorbezugsjahr. Der frühere Ruhestand entbindet nicht von der Pflicht, weiterhin entsprechende AHV-Beiträge bis zum ordentlichen Rentenalter zu bezahlen.

2. Säule nicht einheitlich geregelt

Für den früheren Bezug der Pensionskassengelder gibt es keine einheitliche Regelung; entscheidend ist das Reglement der jeweiligen Vorsorgeeinrichtung. Viele Pensionskassen sehen allerdings einen Vorbezug bis maximal 7 Jahre vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters vor. Wie bei der 1. Säule gilt auch für die 2.: Rentnerinnen und Rentner müssen eine Leistungskürzung in Kauf nehmen, da Beitragsjahre der Versicherten fehlen. Bei einer Beitragsprimatkasse, in der die effektiv geleisteten Beiträge und Zinsen massgebend sind, wird das Alterskapital pro Vorbezugsjahr gekürzt. Zusätzlich wird der Umwandlungssatz – der ausschlaggebend ist für die Umwandlung des Altersguthabens in eine Altersrente – aufgrund des längeren Bezugs tiefer angelegt.

3. Säule als Überbrückung

Besonders wichtig für die Altersvorsorge ist der frühzeitige Aufbau der privaten Vorsorgen im Rahmen der 3.  Säule. Vorsorgekonten 3a oder Lebensversicherungen 3a/3b sind die ideale Ergänzung zur 1. und 2. Säule. Beide Vorsorgeinstrumente gewährleisten in der Regel, dass bei einer vorgezogenen Pensionierung genügend Kapital für die Überbrückung der Einkommenslücke zur Verfügung steht. Eine Auszahlung der gebundenen Vorsorge (Säule 3a) ist frühestens 5 Jahre vor dem ordentlichen Rentenalter möglich (mit Ausnahme der anderen gesetzlich limitierten Bezugsmöglichkeiten wie zum Beispiel für die Finanzierung von selbstgenutztem Wohneigentum oder beim Wegzug aus der Schweiz). Einzahlungen in die Säule 3a oder in eine Lebensversicherung können bis zu einem gesetzlich limitierten Betrag vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden. Der spätere Bezug des Guthabens wird zu einem privilegierten Satz besteuert. Aus steuerlichen Überlegungen kann eine Aufteilung der privaten Vorsorge auf mehrere 3a-Vorsorgelösungen sinnvoll sein. So können Guthaben im Alter über die Jahre gestaffelt bezogen und die Steuerprogression kann gebrochen werden.

Finanzierung der Einkommenslücke

Die Einkommenslücke bei einer frühzeitigen Pensionierung kann auf verschiedene Arten geschlossen oder zumindest verkleinert werden. Je nach individueller Situation sind andere Massnahmen empfehlenswert. So kann zum Beispiel – sofern möglich – der gestaffelte Rückzug aus dem Erwerbsleben (z.B. Reduktion des Arbeitspensums) sinnvoller sein als der sofortige Ausstieg. Zudem besteht die Möglichkeit, vor der Pensionierung Beiträge in der 2. Säule einzukaufen. So oder so: Jede Massnahme hat andere, zum Teil steuerliche Vor- und Nachteile. Umso wichtiger ist es deshalb bei der Planung der Pensionierung, die eigene Vermögenssituation, die Lebenshaltungskosten, die familiäre Situation und die individuellen Bedürfnisse genau zu prüfen.

Rechtzeitig planen und anmelden

Die Anmeldefristen bei einer frühzeitigen Pensionierung sind relativ kurz: Der Vorbezug einer AHV-Altersrente zum Beispiel sollte 3 bis 4 Monate vor dem Erreichen des gewünschten Ruhestandsalters geschehen. Trotz dieser Fristen ist ein Planungsbeginn bereits 5 Jahre vor dem gewünschten Rentenalter zu empfehlen. Eine sorgfältige Planung beugt unangenehmen Überraschungen und finanziellen Engpässen vor.

Weitere Informationen finden Sie unter:
PostFinance/Vorsorge

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